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Tandem 10G

  • Tandempartner*in 1: Yilmaz, Sümeyye
  • Tandempartner*in 2: Özata-Calgici, Anisé

Entwurfsfassung Studienanalyse (freiwillig)

(1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Bereits im Vorwort erläutert Sue-Ann Bäsler den Aufbau der Forschungsarbeit und erwähnt in diesem Abschnitt zeitgleich den starken Digitalisierungswunsch der Gesellschaft mithilfe der Medienbildung, um Persönlichkeitsentwicklungen zu unterstützen und individuelle Lebensgestaltungen zu ermöglichen. Noch im selben Abschnitt deutet Bäsler auf die Bemühungen der Lehrkräfte über das Gelingen von Medienbildung in Schulen und im Unterricht. Allerdings deutet Bäsler auch darauf, dass Medienbildung trotz dieser Bemühungen und Verbesserungen im Bereich der Lehrkräftebildung und im Bereich der technischen Ausstattung an Schulen noch nicht erfolgreich implementiert ist. (Bäsler, 2019, S. 6) Laut Bäsler beschäftigt diese Tatsache Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Mit der Fragestellung: „Wie wirkt die universitäre Lehrkräftebildung auf den medialen Habitus von Lehramt Studierenden ein?“ möchte Sue-Ann Bäsler forschen und herausfinden, welche Implikationen für eine Verbesserung der Medienbildung und medienpädagogischen Ausbildung in der Lehrkräftebildung sorgen/helfen könnten. In diesem qualitativen Forschungsdesign wird untersucht, wie sich eine medienpädagogische Ausbildung und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden ergänzen. Aus diesen Äußerungen kann man schließen, dass die Forschungsperspektive dieser Studie auf die Rekonstruktion von Strukturen basiert. (Lamnek & Krell, 2016, S. 41)

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Um an die Datenerhebung zu kommen, muss man sich erst mal mit der Frage beschäftigen, wie man an diese Daten kommt und welche Methode für diese Studie passend ist. (Flick, 2009, S. 64-65) Diese Fragen werden im zweiten Abschnitt II. Methode aufgeklärt. In diesem Qualitativen Forschungsdesign handelt es sich um ein hypothesengenerierendes Verfahren. Hierbei wird mit kleinen Stichproben gearbeitet. (Bäsler, S. 61) Für ihre ersten Schritte entschied sich Sue-Ann Bäsler, nach den Schlagwörtern Medien, Medienkompetenz und Medienbildung in fünf verschiedenen Universitäten zu suchen: Köln, Passau, München, Hamburg, Koblenz-Landau. Durch diese Stichprobenentziehung und mit den daraus gesammelten Informationen legte sich Bäsler auf die Forscherfrage fest, ob und inwiefern sich medienpädagogische Ausbildung im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung einerseits und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden andererseits gegenseitig bedingen und damit einhergehend ob eine Formung des medialen Habitus stattfinden kann. Infolge dieser Forscherfrage entstehen zwei handlungsleitende Forschungsfragen. Für die Beantwortung der Forscherfragen formulierte Bäsler sechs Unterfragen. Mit Hilfe der sechs Unterfragestellungen, den eingeführten Theorien des medialen Habitus und der medienpädagogischen Kompetenz wurde ein Interviewleitfaden aufgebaut. (Bäsler 59-60)

4. Erhebungsverfahren

Für die Befragung wurden Probandinnen und Probanden aus zwei unterschiedlichen Universitäten rekrutiert. Den Universitäten wurden die Akronyme Medienuni und Vergleichsuni gegeben. In der ersten Universität wurden Lehramtsstudierende rekrutiert, die einem fest integriertem Medienbezug in der Lehrkräftebildung haben. In der zweiten Universität wurden Lehramtsstudierende rekrutiert, die keinen fest integrierten Medienbezug in der Lehrkräftebildung haben. In der Medienuni konnten 10 Interviews durchgeführt werden während in der Vergleichsuni nur 6 Interviews durchgeführt wurden. Alle Probeinterviews und Interviews wurden telefonisch von der Autorin selbst durchgeführt und aufgezeichnet. (Bäsler, S. 63) Nach den Stichproben und den Probeinterviews legte Bäsler sich auf vier Kernfragen und eine These fest, auf die die Probandinnen und Probanden antworten und reagieren sollten.(Bäsler, S.64) Die Autorin hat in der Studie nicht nur diese vier Kernfragen aufgelistet, sondern auch Informationen darüber gegeben, wie auf die Fragen geantwortet wurde, was erhofft war und die Gedanken hinter den Fragen, bzw. was die einzelnen Fragen bei den befragten auflösen sollten. Hierdurch kann man die unterschiedlichen Gedankengänge der Autorin nachfolgen und nachvollziehen. Insbesondere sollte man in Kenntnis nehmen, dass die Autorin am Ende des 8.Punktes 8.Datenerhebung den Lesern beschreibt, wie die Interviews stattfanden. Bäsler sagt aus, dass, auch wenn sie jedes Interview mit der Motivationsfrage eröffnete, das die Fragen im Laufe des Interviews durcheinander gestellt wurden und dass so etwas nur funktionieren kann, wenn der Interviewer sich gut genug mit dem Interviewleitfaden auskennt. (Bäsler, S. 65)

5. Fixierung der Daten

Bei der Studie handelt es sich um eine qualitative Forschung. Die Daten wurden durch Interviews via Skype oder telefonisch erhoben. Bei der empirischen Sozialforschung ist es besonders bedeutsam, dass die Daten „(…) in besondere Form vorliegen“ (Reichertz, 2016, S.223), damit sie für die wissenschaftliche Auswertung anwendbar sind. Diese Tauglichkeit wird durch die Fixierung der Daten gewährleistet, d.h. das vorliegende Audiomaterial wird verschriftlicht bzw. transkribiert, sodass sie sich nicht verändern können (vgl. Reichertz, 2016, S.223). In der Studie von Bäsler wurde die Transkription von externen Personen vorgenommen, die sich an Beispielinterviews und einfachen Transkriptionsregeln orientieren konnten. Allerdings ist die Fixierung der Daten von nicht- projektbezogenen Personen bedenklich, denn jede Transkription ist bereits eine Auswertung (vgl. Reichertz, 2016, S.224). Durch die Fixierung der Daten wird ein Konzept erstellt, weshalb es bedeutsam wäre diese Aufgabe innerhalb des Forschungsteams vorzunehmen. Darüber hinaus sind die Forschungsprozesse in einer qualitativen Studie voneinander abhängig (vgl. Flick, S.73), wodurch die interne Arbeitsaufteilung innerhalb des Forschungsteams an Bedeutung gewinnt.

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Beim Auswertungsverfahren hat sich Bäsler die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zu Gebrauch gemacht. Unter einer qualitativen Inhaltsanalyse versteht man eine Methode, die zur Auswertung fixierter Kommunikation dient. „Das qualitative Element besteht in der Kategorienentwicklung und der inhaltsanalytischen Systematisierung der Zuordnung von Kategorien zu Textbestandteilen“ (Mayring in Reichertz, 2016, S.226). Diese Methode eignet sich besonders bei einem großen Textumfang (vgl. Reichertz, 2016, S.226). Bäslers Transkription zur Folge wurden pro Interview zwischen 8-13 Seiten fixiert, sodass sich eine große Menge an Text ergeben hat und die QIA sich anbietet. Bei einer QIA ist es wichtig den Textinhalt zu erfassen, zu vermessen und wiederzugeben. Allerdings liegt der Fokus auf bestimmten Themen, Codes etc. und es wird mit festen Regeln gearbeitet (vgl. Reichertz, 2016, S.229). Die Kategoriengewinnung in Bäslers Studie ist induktiv, d.h. sie werden beim interpretativen Durchgang durch das Material geschöpft (vgl. Reichertz, 2016, S.230). Dieses Konzept bietet sich besonders an, um die Komplexität des Textes zu reduzieren und den Inhalt auf das Wesentliche zu reduzieren. Die festen Regeln gewährleisten die Nachvollziehbarkeit der Studie und ermöglichen eine feste Kategorienzuordnung. Des Weiteren wurden die Daten mit Hilfe des Programms MAXQDA computergestützt ausgewertet. Die Nutzung von Computern verbessert die Möglichkeiten bei einer QIA. Allerdings werden die Daten nicht selbstständig von dem Programm analysiert, sondern dienen lediglich als eine Hilfestellung (vgl. Reichertz, 2016, S. 232). Bäsler hat diesen Auswertungsprozess in sieben Schritte gefasst, wozu u.a. eine initiierende Textarbeit, Kategorisierung und Kodierung, wie auch die Ergebnisaufbereitung gehört. Die Auswertung der Daten durch die QIA zeigt uns eine systematische Herangehensweise.

(7. Geltungsbegründung und Gütekriterien)

Die Gütekriterien die in der vorliegenden Forschungsarbeit angewandt wurden sind die Validität (Gültigkeit) und die Reliabilität (Zuverlässigkeit). Die QIA zeichnet sich durch ihre methodische Strenge aus und ist deshalb eines der wenigen Verfahren, die den Fokus auf die Reliabilität setzt (vgl. Reichertz, 2016, S. 227). In Bäslers Studie wurde die Sicherung der Zuverlässigkeit durch die Interkodierreliabilität erreicht, d.h. die induktive Kategorienbildung wurde von einer weiteren Person vorgenommen. Jedoch sei laut Ritsert die Vergleichbarkeit der Kodierung nur bei einfachen Analysen möglich, weswegen diese Methode problematisch sein könnte (vgl. Bäsler, S. 76). Für die Validität wird das Außenkriterium angewandt, d.h. die Studie wird mit einer ähnlichen Untersuchung verglichen (vgl. Bäsler, S.76). Diese Methode eignet sich besonders, da sie weniger zeitaufwändig ist als bspw. die Vorhersagevalidität. Des Weiteren würden ähnliche Ergebnisse bei beiden Studien eine allgemeine Gültigkeit bestätigen. Eine Schwierigkeit ergibt sich allerdings dabei, geeignete Außenkriterien zu bestimmen, um zwei Studien miteinander zu vergleichen.

(8. Forschung als Diskurs)

(9. Sonstiges)

Literatur

Bäsler, Sue-Ann (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien. Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin.

Flick, U. (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendnungen. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Hamburg. S. 62 - 87.

Lamnek, S./ Krell, C. (2016): Qualitative Sozialforschung. 6. Aufl. Weinheim, Basel: Beltz. S. 40-43.

Reichertz, Jo (2016): Qualitative und interpretative Sozialforschung. Eine Einladung. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Endfassung Studienanalyse (verpflichtend)

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

In dieser Studienanalyse werden wir die Studie von Sue-Ann Bäsler analysieren. Bäsler forschte im Jahr 2019 den medialen Habitus von Lehrkräften, die sich noch in der Lehre befinden, um herausfinden zu können, wie die Medienbildung in Universitäten sich auf die medienpädagogische Kompetenz der Lehrkräfte auswirkt (vgl. Bäsler 2019,S.6). Als theoretische Grundlage benutzte und basierte sich Bäsler auf zwei Forschungsarbeiten: Sie verwendete das Konzept vom „medialen Habitus“ nach Kommer & Biermann (2012) und das Modell „medienpädagogische Kompetenz“ nach Blömeke (2000)(Bäsler,2019,S.9). Die theoretische Verankerung in dieser Studie erfolgt über die Ermittlung und Forschung der sechs Forschungsfragen und die Durchführung der gewählten Auswertungsmethode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (Bäsler, 2019, S.59f.).

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Bereits im Vorwort erläutert Sue-Ann Bäsler den Aufbau der Forschungsarbeit und erwähnt in diesem Abschnitt zeitgleich den starken Digitalisierungswunsch der Gesellschaft mithilfe der Medienbildung, um Persönlichkeitsentwicklungen zu unterstützen und individuelle Lebensgestaltungen zu ermöglichen. Noch im selben Abschnitt deutet Bäsler auf die Bemühungen der Lehrkräfte über das Gelingen von Medienbildung in Schulen und im Unterricht. Allerdings deutet Bäsler auch darauf, dass Medienbildung trotz dieser Bemühungen und Verbesserungen im Bereich der Lehrkräftebildung und im Bereich der technischen Ausstattung an Schulen noch nicht erfolgreich implementiert ist. Laut Bäsler beschäftigt diese Tatsache Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Mit der Fragestellung: „Wie wirkt die universitäre Lehrkräftebildung auf den medialen Habitus von Lehramt studierenden ein?“ möchte Sue-Ann Bäsler forschen und herausfinden, welche Implikationen für eine Verbesserung der Medienbildung und medienpädagogischen Ausbildung in der Lehrkräftebildung sorgen bzw. helfen könnten. In diesem qualitativen Forschungsdesign wird untersucht, wie sich eine medienpädagogische Ausbildung und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden ergänzen. Aus diesen Äußerungen kann man schließen, dass die Forschungsperspektive dieser Studie auf die Rekonstruktion von Strukturen basiert (vgl. Lamnek & Krell 2016, S.41).

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Wie bereits durch Bäsler in ihrem Vorwort erwähnt, leisten Lehrkräfte einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen von Medienbildung in Schule und im Unterricht (Bäsler,2019, S.6). Im selben Abzug erwähnt Bäsler auch: „Der mediale Habitus von Lehrkräften, […] wird als Erklärungsmoment für das Scheitern schulischer Medienbildung angeführt“ (Bäsler,2019,S.6). Um an die Datenerhebung zu kommen, muss man sich allerdings erst mal mit der Frage beschäftigen, wie man an diese Daten kommt und welche Methode für diese Studie die passende ist (vgl. Flick 2009, S.64f.). Um genau verstehen zu können warum nach der Lehrkräftebildung mit Bezug auf Medien, in deutschen Schulen die Medienbildung noch lückenhaft ist, entschied sich Bäsler für ein Qualitatives Interview als Forschungsmethode. In diesem Qualitativen Forschungsdesign handelt es sich um ein hypothesengenerierendes Verfahren. Hierbei wird mit kleinen Stichproben gearbeitet (Bäsler,2019, S.61). Im ersten Schritt entschied sich Bäsler, nach den Schlagwörtern Medien, Medienkompetenz und Medienbildung an fünf verschiedenen Universitäten zu suchen: Köln, Passau, München, Hamburg und Koblenz-Landau. Durch diese Stichprobenentziehung und mit den daraus gesammelten Informationen legte sich Bäsler auf die Forscherfrage fest, ob und inwiefern sich medienpädagogische Ausbildung im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung einerseits und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden andererseits gegenseitig bedingen und damit einhergehend, ob eine Formung des medialen Habitus stattfinden kann. Infolge dessen entstehen zwei handlungsleitende Forschungsfragen. Für die Beantwortung der Forscherfragen formulierte Bäsler sechs Unterfragen. Mit Hilfe der sechs Unterfragestellungen, den eingeführten Theorien des medialen Habitus und der medienpädagogischen Kompetenz wurde ein Interviewleitfaden aufgebaut (Bäsler,2019,S. 59f.).

4. Erhebungsverfahren

Für die Befragung wurden Probandinnen und Probanden aus zwei unterschiedlichen Universitäten rekrutiert. Den Universitäten wurden die Akronyme Medienuni und Vergleichsuni gegeben. In der ersten Universität wurden Lehramtsstudierende rekrutiert, die einen fest integrierten Medienbezug in der Lehrkräftebildung haben, während in der zweiten Universität Lehramtsstudierende zusammengesetzt wurden, die keinen fest integrierten Medienbezug in der Lehrkräftebildung haben. In der Medienuni konnten 10 Interviews durchgeführt werden während in der Vergleichsuni nur 6 Interviews durchgeführt wurden. Alle Probeinterviews und Interviews wurden telefonisch von der Autorin selbst durchgeführt und aufgezeichnet (Bäsler,2019, S.63). Nach den Stichproben und den Probeinterviews legte sich Bäsler auf vier Kernfragen und eine These fest, auf die die Probandinnen und Probanden antworten und reagieren sollten (Bäsler,2019,S.64). Die Autorin hat in der Studie nicht nur diese vier Kernfragen aufgelistet, sondern auch Informationen darüber gegeben, wie auf die Fragen reagiert werden kann und wie sich die einzelnen Fragen bei den Beforschten ausgewirkt haben. Hierdurch kann man die unterschiedlichen Gedankengänge der Autorin nachvollziehen. Insbesondere sollte man in Kenntnis nehmen, dass die Autorin am Ende des 8.Punktes (Datenerhebung) den Lesern beschreibt, wie die Interviews stattfanden. Bäsler sagt aus, dass, auch wenn sie jedes Interview mit der Motivationsfrage eröffnete, die Reihenfolge der Fragen während des Interviews flexibel gehalten wurde. Hierfür ist eine gute Kenntnis des Interviewleitfadens von Seite des Interviewers besonders wichtig, um eine gut gelingende Befragung zu gewährleisten (Bäsler,2019,S. 65).

5. Fixierung der Daten

Bei der Studie handelt es sich um eine qualitative Forschung. Die Daten wurden durch Interviews via Skype oder telefonisch erhoben. Bei der empirischen Sozialforschung ist es besonders bedeutsam, dass die Daten „(…) in besonderer Form vorliegen“ (Reichertz, 2016, S.223), damit sie für die wissenschaftliche Auswertung anwendbar sind. Diese Tauglichkeit wird durch die Fixierung der Daten gewährleistet, d.h. das vorliegende Audiomaterial wird verschriftlicht bzw. transkribiert, sodass sie sich nicht verändern können (vgl. Reichertz, 2016, S.223). In der Studie von Bäsler wurde die Transkription von externen Personen vorgenommen, die sich an Beispielinterviews und einfachen Transkriptionsregeln orientieren konnten. Allerdings ist die Fixierung der Daten von nicht- projektbezogenen Personen bedenklich, denn jede Transkription ist bereits eine Auswertung (vgl. Reichertz, 2016, S.224). Durch die Fixierung der Daten wird ein Konzept erstellt, weshalb es bedeutsam wäre diese Aufgabe innerhalb des Forschungsteams vorzunehmen. Darüber hinaus sind die Forschungsprozesse in einer qualitativen Studie voneinander abhängig , wodurch die interne Arbeitsaufteilung innerhalb des Forschungsteams an Bedeutung gewinnt (vgl. Flick, 2009,S.73).

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Beim Auswertungsverfahren hat sich Bäsler die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zu Gebrauch gemacht. Unter einer qualitativen Inhaltsanalyse versteht man eine Methode, die zur Auswertung fixierter Kommunikation dient. „Das qualitative Element besteht in der Kategorienentwicklung und der inhaltsanalytischen Systematisierung der Zuordnung von Kategorien zu Textbestandteilen“ (Mayring in Reichertz, 2016, S.226). Diese Methode eignet sich besonders bei einem großen Textumfang (vgl. Reichertz, 2016, S.226). Bäslers Transkription zur Folge wurden pro Interview zwischen 8-13 Seiten fixiert, sodass sich eine große Menge an Text ergeben hat und die QIA sich anbietet. Bei einer QIA ist es wichtig den Textinhalt zu erfassen, zu vermessen und wiederzugeben. Allerdings liegt der Fokus auf bestimmten Themen, Codes etc. und es wird mit festen Regeln gearbeitet (vgl. Reichertz, 2016, S.229). Die Kategoriengewinnung in Bäslers Studie ist induktiv, d.h. sie werden beim interpretativen Durchgang durch das Material geschöpft (vgl. Reichertz, 2016, S.230). Dieses Konzept bietet sich besonders an, um die Komplexität des Textes zu reduzieren und den Inhalt auf das Wesentliche zu reduzieren. Die festen Regeln gewährleisten die Nachvollziehbarkeit der Studie und ermöglichen eine feste Kategorienzuordnung. Des Weiteren wurden die Daten mit Hilfe des Programms MAXQDA computergestützt ausgewertet. Die Nutzung von Computern verbessert die Möglichkeiten bei einer QIA. Allerdings werden die Daten nicht selbstständig von dem Programm analysiert, sondern dienen lediglich als eine Hilfestellung (vgl. Reichertz, 2016, S. 232). Bäsler hat diesen Auswertungsprozess in sieben Schritte gefasst, wozu u.a. eine initiierende Textarbeit, Kategorisierung und Kodierung, wie auch die Ergebnisaufbereitung gehört. Die Auswertung der Daten durch die QIA zeigt uns eine systematische Herangehensweise.

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Die Gütekriterien die in der vorliegenden Forschungsarbeit angewandt wurden sind die Validität (Gültigkeit) und die Reliabilität (Zuverlässigkeit). Die QIA zeichnet sich durch ihre methodische Strenge aus und ist deshalb eines der wenigen Verfahren, die den Fokus auf die Reliabilität setzt (vgl. Reichertz, 2016, S. 227). In Bäslers Studie wurde die Sicherung der Zuverlässigkeit durch die Interkodierreliabilität erreicht, d.h. die induktive Kategorienbildung wurde von einer weiteren Person vorgenommen. Jedoch sei laut Mayring (2010) die Vergleichbarkeit der Kodierung nur bei einfachen Analysen möglich, weswegen diese Methode problematisch sein könnte (vgl. Bäsler, 2019,S. 76). Für die Validität wird das Außenkriterium angewandt, d.h. die Studie wird mit einer ähnlichen Untersuchung verglichen (vgl. Bäsler,2019, S.76). Diese Methode eignet sich besonders, da sie weniger zeitaufwändig ist als bspw. die Vorhersagevalidität. Des Weiteren würden ähnliche Ergebnisse bei beiden Studien eine allgemeine Gültigkeit bestätigen. Eine Schwierigkeit ergibt sich allerdings dabei, geeignete Außenkriterien zu bestimmen, um zwei Studien miteinander zu vergleichen.

8. Forschung als Diskurs

Unter einem Diskurs, versteht man in der qualitativen Forschung, die Einbeziehung der Beforschten, d.h. es wird mit den Beforschten in Form einer Rückmeldung kommuniziert. Dieser Prozess wird auch als „kommunikative Validierung“ bezeichnet (vgl. Flick, 1995, S.170). Die Rückmeldung kann hierbei bei unterschiedlichen Phasen des Forschungsprozesses stattfinden: Die Rückmeldung der erhobenen Daten, die Rückmeldung von Interpretationen sowie die Rückmeldung nach Abschluss der Forschung (vgl. Flick,1995, S. 170). In Bäslers Studie handelt es sich bei den Beforschten um Studierende aus der Medienuniversität, sowie eine Vergleichsgruppe ohne Medienschwerpunkt (vgl. Bäsler, 2019, S.63). Die Ergebnisse die hierbei geschöpft wurden, sollen zur Verbesserung der Medienbildung dienen. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse aus den Aussagen der befragten Studierenden abgeleitet, d.h. die Studie baut auf das Interview auf (vgl. Bäsler, 2019, S. 187). Bei Studien ist es von großer Bedeutung, dass die Ergebnisse der Datenerhebung den Beforschten mitgeteilt werden, auch nach der Fixierung der Daten ist eine Rückmeldung wichtig, um die Zustimmung der Beforschten einzuholen, das gesagte wiedergeben zu dürfen (vgl. Reichertz, 2016, S.165). In Bäslers Studie ist kein Diskurs mit den Beforschten erkennbar. Jedoch wurden die Ergebnisse anonymisiert, d.h. die Namen der Studierenden wurden nicht genannt, sodass die Aussagen nicht auf eine bestimmte Person zurückgeführt werden können (vgl. Reichertz, 2016, S.165). In Bäslers Forschung ist auch das Ziel der „Veränderung von Lebenspraxis“ erkennbar (vgl. Flick, 1995, S.170). Im abschließenden Kapitel liefert sie „Implikationen für Lehrkräftebildung“ die direkt die Hochschulen adressieren, um die Medienbildung zukünftig zu verbessern, d.h. die Studie hat neben der Vermittlung der Erkenntnis das Ziel, neue Perspektiven zu zeigen (vgl. Bäsler, 2019,S. 189).

9. Sonstiges

Literatur

Bäsler, Sue-Ann (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien. Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin.

Flick, Uwe (1995): Handbuch Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz Psychologie Verlags Union.

Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Lamnek, Siegfried; Krell, Claudia (2016): Qualitative Sozialforschung. 6. Auflage. Weinheim, Basel: Beltz.

Reichertz, Jo (2016): Qualitative und interpretative Sozialforschung. Eine Einladung. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Feedback

Diskussion

Louisa Karle, 2021/06/22 14:25

Die Analyse macht einen ersten positiven Eindruck, da sie sehr gut gegliedert ist. Außerdem sind die Sätze sehr schön und in eigenen Worten formuliert. Inhaltlich lassen sich im ersten durchlesen keine Fehler feststellen, es wurde alles aufgegriffen, was die Studie hergibt. :)

Paulina Kempf, 2021/06/22 14:34

Die Abschnitt sind vom Aufbau wie wir finden, sehr gut. Das Forschungsziel der Studie ist deutlich erkennbar/herausgearbeitet. Bäslers vorgehen wird kritisch hinterfragt. Uns würde nach einmaligem Lesen kein wesentlicher Verbesserungsvorschlag einfallen.

Liebe Grüße :)

Anna-Lena Mensch, 2021/06/22 15:00

Blocktexte sind immer etwas schwer zu lesen, ein paar mehr Absätze wären denke ich gut. Die Belege wurden etwas falsch angegeben (der Punkt kommt nach der Klammer). Man merkt, dass sich ordentlich Gedanken gemacht wurden, jedoch wird bis Abschnitt 4 nicht viel mit anderer Literatur verglichen. Abschnitt 5+6 finde ich inhaltlich sehr gut.

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