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lehre:sose2022:sozialwissmeth:analysen:trapp:tandem-09

Tandem 09 (allein)

  • Ranzev, Maria (allein)

Entwurfsfassung Studienanalyse (freiwillig)

(1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

4. Erhebungsverfahren

5. Fixierung der Daten

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

(7. Geltungsbegründung und Gütekriterien)

(8. Forschung als Diskurs)

(9. Sonstiges)

Literatur


Endfassung Studienanalyse (verpflichtend)

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

Bei der empirischen Studie von Ricarda Trapp aus dem Jahr 2019, wird die Vorstellung und Anschauungsweise von werdenden Lehrpersonen hinsichtlich der Nutzung von digitalen Medien als Hilfsmittel im Lernprozess aus fachdidaktischer Perspektive untersucht. Trapp stellt bei ihrer Studie den Deutschunterricht in den Fokus und führt dazu unter anderem Interviews mit 24 werdenden Lehrpersonen, die an der TU Dortmund das Fach Deutsch studieren. Die sogenannten ‚Beliefs‘ der Studienteilnehmer*innen werden auf Unterscheidungsebenen wie ihren Geschlechts oder dem Fortschritt ihres Studiums verglichen. Mithilfe der Studie von Trapp sollen werdenden Lehrpersonen bezüglich der Nutzung von Medien als Hilfsmittel von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert werden (vgl. Trapp 2019: 170).

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Trapp unterschiedet ihre Forschungsfragen in solche, die übergeordnet sind und solche die sich konkret auf Bestandteile des von ihr gewählten ITPACK Modells beziehen (vgl. Trapp 2019: 171). Übergeordnete Forschungsfragen Trapps sind: -Welche Beliefs weisen Lehramtsstudierende des Fachs Deutsch zu digitalen Medien im Unterricht und zur Inklusion auf? - Inwiefern unterscheiden sich die Beliefs hinsichtlich des Geschlechts, des Studienabschnitts sowie der Schulform? - Inwiefern unterscheiden sich die Beliefs von Lehramtsstudierenden des Fachs Deutsch, die die Zusatzqualifikation Literaturpädagogikzertifikat absolvieren, von denen, die an dieser Maßnahme nicht teilnehmen? (ebd.)

Die untergeordneten Forschungsfragen haben Inklusion, Technologie, Pädagogik und Inhaltswissen zum Gegenstand (ebd.). Die Forschungsfragen zum Status Quo und dem Entwicklungsprozess adressiert Trapp an die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, die Schulleitung und die Schule/ Extensionale Bedingungen (vgl. Trapp 2019, 174). Im Rahmen der Studie wurden sowohl 24 Leitfadeninterviews mit 24 Lehramtsstudierenden, als auch qualitative Interviews mit der Schulleitung geführt (vgl. ebd.: 85). Außerdem wurden mithilfe von Fragebögen Daten bei den Schülerinnen und Schülern, sowie der Schulleitung erhoben (ebd.).

Nach Flick sollen Fragestellungen eindeutig formuliert und zielgerichtet sein. Außerdem können untergeordnete Fragestellungen hilfreich für die Ergebnisgewinnung sein (vgl. Flick, 2009: 39f.). Trapp verteilt ihre Forschungsfragen auf verschiedene Ebenen (vgl. Trapp 2019: 171). Flick betont außerdem, dass die Forschungsfragen ein gesellschaftlich relevantes Problem aufgreifen sollten um dadurch einen Nutzen zu bringen (vgl. Flick, 2009: 38 f.). Trapp verfolgt mit ihrer Arbeit das Ziel, die Erkenntnisgewinne dazu nutzen zu können „um auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen zugeschnittene Angebote der Weiterbildungsmaßnahmen, Umstrukturierungen der schulischen sowie hochschulischen Curricula zu generieren.“(Trapp 2019: 173). Außerdem sollen die Lehramtsstudierenden des Fachs Deutsch dadurch erste Einblicke in das Unterrichtsfach mithilfe digitaler Medien in ein inklusive Lernsetting erhalten (ebd.).

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Die Dortmunder Grundschule und die Technische Universität Dortmund dient Trapp in ihrer Forschungsarbeit als Kooperationspartner. Dabei sind die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte, die Schulleitung als auch die Studierenden des Fachs Deutsch die Akteuere ihrer Studie (vgl. Trapp, 2019: 173). Trapp begleitet die Dortmunder Grundschule über einen Zeitraum von 3 Jahren (vgl. ebd.: 172). Es wurden im Vorfeld der Interviews bestimmte Auswahlkriterien für die Interviewteilnehmer festgelegt. Von den Interviewteilnehmerinnen und Interviewteilnehmern wurde vorausgesetzt, dass sie Lehramt mit dem Fach Deutsch an der TU Dortmund studieren (vgl. ebd.: 192). Bei der Studie von Trapp handelt es sich sowohl um eine Fallstudie, als auch um eine Vergleichsstudie, bei der Trapp Einzelfälle über ihre gemeinsamen Merkmale miteinander vergleicht (vgl. ebd.: 205). Außerdem handelt es sich um eine Lokalstudie, da die Teilnehmenden der Studie wie vorangegangen erwähnt, an der TU Dortmund eingeschrieben sein mussten (vgl. ebd.: 190).

4. Erhebungsverfahren

Da an Trapps Projekt sowohl mehrere Akteure beteiligt waren als auch unterschiedliche Methoden zur Beobachtung und Befragung gewählt wurden, wurde für die Datenerhebung die Methode der Triangulation nach dem amerikanischen Soziologen Dezin angewandt (vgl. Trapp, 2019: 184). Diese sagt aus, dass sowohl qualitative als auch quantitative Methoden angewandt wurden (vgl. Flick, 2010: 310). Durch die Betrachtung des Forschungsgegenstandes aus mehreren Perspektiven, ermöglicht sich eine vielfältigere, breitere und tiefere Erkenntnisgewinnung (vgl. Trapp, 2019: 184). Trapp verwendet für die qualitative Datenerhebung das leitfadengestützte Interview und Fragebögen. Diese werden von den teilnehmenden Akteurinnen und Akteuren sowohl zu Beginn als auch zum Ende des Projekts ausgefüllt. Zu Beginn des Projekts mussten die 24 teilnehmenden Studierenden als Voraussetzung an einem Seminar der Kooperationsschule teilnehmen (vgl. ebd.). Bei den Leitfadeninterviews wurde Wert darauf gelegt, dass die Teilnehmenden in natürlichen Situationen befragt werden um möglichst authentische Antworten zu erhalten. Außerdem leisteten die Studierenden und die Lehrkräfte eine teilnehmende Beobachtung (vgl. ebd.: 185).

5. Fixierung der Daten

Trapp verwendet zur Fixierung der Daten in ihrer Studie die transkriptbasierte Analyse nach Kuckartz (vgl. Trapp, 2019: 202). Bei der transkriptbasierten Analyse wird eine vollständige Transkription des auditiven Datenmaterials erstellt (vgl. Kuckartz 2007: 39). Diese ist so aufgebaut, dass ein Transkriptionskopf eine Archivkennzeichnung, das Datum und die Dauer es Interviews angibt (vgl. Trapp, 2019: 202). Als Layout wurde der Stil der Textnotation gewählt, da sich dieser für längere Gesprächsbeiträge und somit für Trapps Studie gut eignet (vgl. ebd.: 203). Dabei setzt Trapp den Fokus vor allem auf verbale Aussagen und gibt nonverbale Kommunikation nur dann wider, wenn sie für die Studie von Relevanz sind (vgl. ebd.: 204). Es wurden insgesamt 48 Interviews im Rahmen von Trapps Studie transkribiert (vgl. ebd.).

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Bei der Studie von Trapp handelt es sich sowohl um eine Fallstudie, als auch um eine Vergleichsstudie (vgl. Trapp 2019: 205). Da Gesprochenes oder Geschriebenes oft eine Vieldeutigkeit und eine „soziale Verankerung“ nahelegen, liegt der Untersuchungsgegenstand im Falle der Studie von Trapp nicht völlig offen und muss erst durch eine Interpretation offengelegt werden (vgl. ebd.: 204). Bei der Auswertung der Daten folgt Trapp der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (vgl. ebd.: 206). Trapp wertet die Daten quantitativ mithilfe des Programms MAXQDA aus (vgl. ebd.: 186). Mit den Interviewleitfäden konnte ein umfangreicher Codebaum erstellt werden mithilfe dessen Auswertungen der zentralen Themen erstellt werden konnten (vgl. ebd.: 207).

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Nach Trapp lässt sich die Güte qualitativer Forschung bestimmen (vgl. Trapp 2019, 187). Zu den breit angelegten Kernkriterien zählt die Intersubjektive Nachvollziehbarkeit unter derer man versteht, dass der Forschungsprozess ausführlich dokumentiert wird und die Daten in der Gruppe diskutiert werden (vgl. ebd.). Trapp erfüllt dieses Gütekriterium beispielsweise durch die genaue Dokumentation der Entstehung des Fragebogens sowie die aufgezeichneten Interviews (vgl. ebd.: 188). Limitationen erfährt die Aussagekraft von Trapps Studie jedoch zum einen durch die Lokalität und zum anderen durch die geringe Anzahl an Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern (vgl. ebd.: 190). Im Rahmen der Interpretation der Ergebnissen wurden etwaige Widersprüche transparent angesprochen und dargelegt, womit die Kohärenz als Gütekriterium erfüllt ist (vgl. ebd.: 190). Es werden außerdem zentrale Ergebnisse aktueller internationaler und nationaler Studien beachtet, die bei der Erstellung der Fragen relevant waren (vgl. ebd.: 189). Abschließend ist festzuhalten, dass Trapps Studie die Gütekriterien erfüllt (vgl. ebd.: 187 ff.)

8. Forschung als Diskurs

Aus der Studie Trapps geht nicht hervor, dass eine Diskussion mit den Befragten stattgefunden hat. Im Forschungsausblick der Studie werden lediglich Handlungsempfehlungen für die Hochschulausbildung von angehenden Lehrpersonen dargestellt (vgl. Trapp 2019: 460). Wie mit den Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern im Vorfeld der Studie vereinbart, erfolgte die Auswertung der Studie und die Darstellung der Ergebnisse anonym (vgl. ebd.: 194).

9. Sonstiges

Literatur

Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendung. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2010a): Triangulation in der qualitativen Forschung. In: Flick, Uwe; von Kardorff, Ernst; Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung – Ein Handbuch. 8. Auflage. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. S. 309-318.

Kuckartz, Udo (2007): Einführung in die computergestützte Analyse qualitativer Daten. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Trapp, Ricarda (2019): Beliefs von Lehramtsstudierenden zu digitalen Medien im inklusiven Deutschunterricht – eine empirische Studie aus fachdidaktischer Perspektive. Dortmund: Technische Universität Dortmund


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