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lehre:sose2022:sozialwissmeth:analysen:trapp:tandem-08

Tandem 08

  • Tandempartner*in 1: Dahm, Anna-Lena
  • Tandempartner*in 2: Weber, Robin

Endfassung Studienanalyse (verpflichtend)

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

Die in der Dissertation von Ricarda Trapp durchgeführte Studie befasst sich mit dem Meinungsbild werdender Lehrerinnen und Lehrer bezüglich der Nutzung von medialer Unterstützung im Lernprozess. Ebenso beleuchtet diese die Haltung der Lehrenden sowie Lernenden gegenüber möglichen Implimentierungsprozessen. Zudem vergleicht Trapp die Beliefs der Probanden bezogen auf ihr Geschlecht und ihrer Entwicklungsstufen. Durch die inbegriffenen Interventionsseminare, soll das Ziel der Erweiterung des medialen Habitus und die Sensibilisierung für die mediatisierten Welt erreicht werden.(vgl. Trapp, 2019, S.170).

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Die Dissertation Ricardo Trapps widmet sich der Thematik der Beliefs von Lehramtsstudierenden zu digitalen Medien im inklusiven Deutschunterricht. Aus dieser Überthematik entwickelte Trapp drei Forschungsfragen, anhand entsprechend qualitativer Entwicklungskriterien. diese Lauten: Welche Beliefs weisen Lehramtsstudierende des Fachs Deutsch zu digitalen Medien im Unterricht und zur Inklusion auf? Inwiefern unterscheiden sich die Beliefs hinsichtlich des Geschlechts, des Studienabschnitts sowie der Schulform? Inwiefern unterscheiden sich die Beliefs von Lehramtsstudierenden des Fachs Deutsch, die die Zusatzqualifikation Literaturpädagogikzertifikat absolvieren, von denen, die an dieser Maßnahme nicht teilnehmen? (Trapp, 2019, S. 171) Die Struktur der Forschungsfragen decken sich mit den Qualitativen Merkmalen von Flick, wobei diese aus praktischen Problemen entstehen können, oder in gesellschaftlichen Problemlagen begründet sind. (Flick, 2009, S.43. f.) Ebenfalls muss ein Nutzen in der zu beantwortenden Frage erkennbar sein, welcher bei Trapp in der Aktualität des Themas 'Mediennutzung' im Alltag und dem schulischen Kontext ersichtlich ist.

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Als Kooperationspartner für Ricarda Trapp’s Forschungsarbeit dient die Dortmunder Grundschule, sowie die Dortmunder TU, die sie in einem Zeitraum von drei Jahren begleitet, um verschiedene digitale Medien, wie z.B. Tablets und Whiteboards in den Unterricht zu integrieren. (vgl. Trapp, 2019, S.172) Sie legt den Fokus ihrer Arbeit und die Befragung ausschließlich auf die Beliefs der Lehramtsstudierenden und der Lehrkräfte. In ihrer Studie wird das Prä-/Post-Design erkenntlich, da sie ihre generierten Daten anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse laut Kuckartz (2014) auswertete. (vgl. Trapp, 2019, S. 5) Mithilfe dieser qualitativen Leitfrageninterviews möchte Ricarda Trapp für ihre Forschungsarbeit tiefergehende Erkenntnisse über die „Beliefs von Lehramtsstudierenden zu den Themen Digitale Medien im Unterricht“ hervorbringen. (Trapp, S. 32) Durch ihre qualitative Forschungsmethode erhebt sie Längsschnittstudien zu mehreren Erhebungszeitpunkten. (vgl. Flick 2009, S.85) Laut Lamnek (2010) wird Trapp‘s Forschungsarbeit als eine Fallstudie bezeichnet, da sie durch viele unterschiedliche Dimensionen, aber auch durch spezifische und individuelle Einheiten charakterisiert werden. (vgl. Trapp, 2019, S. 205) „Des Weiteren handelt es sich in der vorliegenden um eine Vergleichsstudie, da mehrere Einzelfälle hinsichtlich gemeinsamer Merkmale verglichen werden.“, so nach Flick.(Trapp, 2019, S. 205)

4. Erhebungsverfahren

Das Erhebungsverfahren für welches sich Trapp in der Studie entschieden hat, charakterisiert sich durch Leitfäden gestützte Interviews. Hierbei wurden die Probanden in ihrem bekannten Umfeld befragt, um möglichen Schutzfunktionen und aufkommenden Ängsten entgegenzuwirken. Um die Gefahren der Leitfadenbürokratie zu umgehen, welche sich durch den Verlust an Offenheit und Kontextinformationen auszeichnen, gestaltet Trapp die Interviews teilweise offen, wobei sich der Spielraum für komplexere Antworten etwas vergrößert. (vgl.Flick, 2019, S. 222 f.) In Trapps Studie wurden Lehrende sowie Lernende zu verschiedenen Zeitpunkten und mit anderen Methoden befragt, wodurch eine qualitativ hochwertige Auswertung resultiert, welche sich auf eine vielseitige Beleuchtung stützt. Hierbei kommt die Methode der Triangulation zum tragen. (vgl. Trapp, 2019, S. 184)

5. Fixierung der Daten

Laut Kuckartz (2007) wurde für die vorliegende Studie die transskriptbasierte Analyse gewählt. Sie wird bei einer vollständigen Transkription des auditiven Datenmaterials erstellt. (vgl. Trapp, 2019, S. 205) Geeignet für die Studie von Ricarda Trapp ist die Textnotation, die einzelne Sprechakte in Textblöcke erfasst. Die Aussage des Gesagten steht im Vordergrund, was somit ermöglicht, längere Gesprächsbeiträge aufzuzeichnen. (vgl. Brinker/ Sager 2010, S. 40 f.) Es handelt sich in Trapp’s Studie um eine linguistische Analyse, die hauptsächlich die reinen verbalen Inhalte der Aussagen thematisiert und von nonverbalen/paraverbalen Aussagen abgesehen wird, nach Brinker/Sager. (vgl. Trapp, 2019, S. 204) Wenn auffallende Ereignisse geschahen, gab Ausnahmen, bei der bedachtsame kurze Dokumentationen im nonverbalen/paraverbalen Bereich aufgenommen wurden. (vgl. Trapp, 2019, S. 204)

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Um die verschiedenen Forschungsfragen beantworten zu können, ist eine komplexere Untersuchung von Nöten, wobei es zu einer Mischform von Fallstudie und Vergleichstudie kommt. Zum einen werden die Probanden direkt mit einander verglichen, wobei Kontraste, Gemeinsamkeiten und Unterschiede hervorgehoben werden. (vgl.Steinke, 2013, S.330) Die Forschungsfragen dienen hier als klarer Wegweiser, um aufzuzeigen, was belangreich ist und was nicht, da es sich durch die detailreiche Beschreibung des Falls ebenso um eine Fallstudie handelt. (vgl. Trapp, 2019, S. 205) Im Ramen der Dissertation wurde mit dem Software-Programm MAXQDA gearbeitet, welches der kategorischen. Gliederung, Speicherung und als Auswertungsverfahren dienen soll. (vgl. Trapp, 2019, S. 206) Hierbei hat sich die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz bewehrt. Diese geht hier nach dem Prinzip „wiederholten, gründliches Lesen des Datenmaterials“ um mögliche Transkriptionsfehler aufzuspüren. (in Trapp, 2019, S.206 - vgl. Schmidt 2010, 448f.). Durch das eigenständige kategorisieren der Inhalte, kann im Anschluss der entsprechende Codebaum entwickelt werden. Durch die Verbindung und Kontrastierung der entsprechenden Kategorien entsteht ein, auf einander aufbauendes und zugleich mit einander verknüpftes System, welche inhaltliche Verwandtschaften mit einander verbindet und eine Gesamtübersicht erstellt. (vgl. Trapp, 2019, S.207)

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Ricarda Trapp’s Gütekriterien der qualitativen Forschung werden von Steinke in Kernkriterien unterteilt. (vgl. Trapp, S. 187) Jene lassen sich aufgliedern in die Intersubjektive Nachvollziehbarkeit, die Indikation des Forschungsprozesses, die Empirische Verankerung, die Limitation, die Kohärenz, die Relevanz und reflektierte Subjektivität. (vgl. Steinke, 2013, S. 323 ff.) Das erste Kriterium ist die ‚intersubjektive Nachvollziehbarkeit‘, da der gesamte Forschungsprozess, inklusiver Daten ausführlich in einer Gruppe dokumentiert und diskutiert wird. (vgl. Trapp, S.188) Eine genaue Dokumentation wird mithilfe eines Fragebogens und der zahlreichen Interviews gewährleistet. Um alle Vorkommnisse und Veränderungen im Prozess aufzuzeichnen, wurde während der Durchführung ein Portfolio erstellt. (vgl. Trapp, S.188) Das Gütekriterium ‚Indikation des Forschungsprozesses‘ besteht darin, dass es das primäre Ziel ist, nicht mit statistischen Methoden zu generieren, sondern einen Einblick in das Belief einer angehenden Lehrkraft zu erlangen. Um tiefgehende Aussagen zu erhalten, wurde die Methode des leitfadengestützten Interviews gewählt, da sie das Ziel durch die transparente Eigenschaft unterstützt. Es handelt sich nicht um eine linguistische Analyse, weswegen sich die Interviewpartner und Interviewpartnerinnen eigene Gedanken machen und Vorschläge bringen, die sich an den Transkriptionsregeln orientieren und diese Inhalte zu verschriftlichen. (vgl. Trapp, 2019, S. 189) Ein Resultat der Empirischen Verankerung ist die Berücksichtigung internationaler und nationaler Studien der zentralen Ergebnisse, welche Einfluss auf die erstellten Fragen haben. (vgl. Trapp, 2019, S. 189) Limitation ist als eine Begrenzung in der Studie dargestellt, die als eine Achse zwischen Fall- und Vergleichsstudie manifestiert. (vgl. Trapp, 2019, S. 189) Ein Punkt der Gütekriterien ist die Kohärenz, bei der Widersprüche vor der Forschungsfrage transparent angesprochen und dargelegt werden. Zudem zeigt die Relevanz der Studie, welchen Nutzen die Ergebnisse der Forschungsziele für die Allgemeinheit haben. Die Reflektierte Subjektivität wurde berücksichtigt, da es gewünscht war, keine Vorannahmen zu einem angesprochenen Thema einzubringen und den Interviewpartnern und Interviewpartnerinnen mit einer großen Offenheit gegenüberzutreten. Nachdem das Interview vorbei war, wurden sich Notizen gemacht, die bei den nachfolgenden Interviews berücksichtigt wurden und es wurden reflektierende Gespräche mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geführt. (vgl. Trapp, 2019, S. 189 ff.)

8. Forschung als Diskurs

9. Sonstiges

Literatur


Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Hamburg.

Trapp, Ricarda (2019): Beliefs von Lehramtsstudierenden zu digitalen Medien im inklusiven Deutschunterricht – eine empirische Studie aus fachdidaktischer Perspektive. Dortmund: Technische Universität Dortmund.

Brinker, Klaus; Sager, Sven F. (2010): Linguistische Gesprächsanalyse. Eine Einführung. 5. Auflage. Berlin: Erich Schmidt Verlag.

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