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lehre:sose2022:sozialwissmeth:analysen:trapp:tandem-04

Tandem 04

  • Tandempartner*in 1: Sophie Detloff
  • Tandempartner*in 2: Seana Kilb

Entwurfsfassung Studienanalyse (freiwillig)

(1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Die Fragestellung von Ricarda Trapp ist gut konkretisiert und behandelt ein aktuelles Thema (digitale Medien), das besonders im Bezug zum ausgewählten Feld (Unterricht) sehr passend ist. Die Frage sollte ein gesellschaftlich relevantes Problem aufgreifen (vgl. Flick, 2009, S.39) Die Forschungsperspektive, bzw. -absicht der qualitativen Forschung ist auf die Deskription sozialen Handelns von Lehramtsstudierenden in einem sozialen Milieu (Unterricht) gerichtet. Es zeigt daher einen sozialen Sinn auf. Es werden besonders die Erfahrungsräume der Lehramtsstudierenden aufgegriffen. Der Fokus liegt auf der die Regel des sozialen Handelns zu rekonstruieren (vgl. Lamnek/Krell, 2016, S.41)

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Trapp begleitete für ihre Studie eine Dortmunder Grundschule über einen Zeitraum von 3 Jahren (vgl. Trapp, S.172). Bei ihrer Studie handelt es sich grundlegend um eine Fallstudie. Eine Fallstudie untersucht Einzelfälle bezüglich vielen verschiedenen Dimensionen.Zudem liegt bei ihrer Studie auch eine Vergleichsstudie vor, da sie mehrere Einzelfälle anhand ihrer gemeinsamen Merkmale vergleicht (vgl. Trapp,S.205). Die qualitative Forschung beinhaltet Längsschnittstudien, welche an verschiedenen Erhebungszeitpunkten durchgeführt werden (vgl. Flick, 2009, S. 85).

4. Erhebungsverfahren

Als Erhebungsverfahren hat sich Trapp für eine Interviewstudie (mit Leitfaden) entschieden. Die 24 teilnehmenden Lehramtsstudierenden mussten als Voraussetzung an einem Seminar an der Kooperationsschule teilnehmen (vgl. Trapp, S. 184). Das Interview beruht auf einem qualitativen Leitfadeninterview. Hierbei wurde der Wert darauf gelegt, dass die Befragten sich in einer natürlichen Situation befinden (alltäglichen Milieu) und von Personen befragt werden, denen sie vertrauen. Ziel dabei war es authentische Informationen zu erhalten. Hinsichtlich der Datenerhebung lässt sich feststellen, dass die beteiligten Akteure mit unterschiedlichen Methoden beobachtet und befragt wurden. Es wurde die Methode der Triangulation verwendet, die qualitative und quantitative Methoden umfasst. Der Grund dafür liegt in der breiteren, vielfältigen und zudem tieferen Erkenntnisgewinnung über soziale Phänomene (vgl. Trapp, S. 184). Die genaue Datenerhebung umfasst Fragebögen und qualitative Interviews mit der Schulleiterin und der vertretenden Schulleiterin zu Beginn und Ende des Projekts, leitfadengestützte Interviews mit ausgewählten Lehrerinnen ebenfalls zu Beginn und Ende des Projekts, Eingangs-, Zwischen- und Abschlussfragebögen mit dem gesamten Kollegium und altersentsprechende Schülerfeedbackbögen nach medial gestützdem Unterricht, bzw. nach der Lernverlaufsdiagnostik (vgl. Trapp, S. 185).

5. Fixierung der Daten

Zur Fixierung der Daten wählte Trapp eine transkriptbasierte Analyse, bei dieser wurde eine vollständige Transkription der auditiven Daten erstellt (vgl. Kuckartz, 2016, S. 164). Diese besteht aus einem Transkriptionskopf, welche eine Archivkennzeichnung, das Datum und die Dauer des Interviews anzeigt (vgl. Trapp, S. 202) Für das Layout würde der Stil der Textnotation ausgewählt, dieser eignet sich sehr für die Studie da hierbei längere Gesprächsbeiträge angesehen werden und dabei die innere Struktur des Gesprochenen im Vordergrund steht (vgl. Trapp, S.203). Zur Gestaltung der einzelnen Sprachbeiträge hat sich Trapp auf der Ebene der phonetischen Realisierung für die modifizierte orthographische Transkription entschieden (vgl. Trapp, S. 204).

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Bei der Datenauswertung geht Trapp nach dem qualitativen Verfahren vor. Dabei wertet sie die Daten computergestützt mithilfe des Programms MAXQDA aus (vgl. Trapp, S. 186). Da es sich bei den Gesprächen und Interviews um komplexe soziale Verankerungen (vgl. Trapp, S. 204) handelt, müssen diese zunächst durch eine Interpretation offen gelegt werden. Dabei wurde das Hermeneutische Auslegungsverfahren verwendet. Die Vor- und Nachteile dabei legt Trapp selbst offen (vgl. Trapp, S. 205). Hinsichtlich der Erkenntnisgewinnung für die Interviewstudie wurde eine Vorgehensweise gewählt, die vier verschiedene Foki ermöglicht; Geschlecht, Studienabschnitt, Lehramt und Teilnahme am Zusatzzertifikat “Literaturpädagogik” (vgl. Trapp, S. 215). Im generellen geht Trapp bei der Auswertung der Daten der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz nach (vgl. Kuckartz, 2016, S. 100-111). Wobei jedoch bei der dritten Phase “Codieren des gesamten […] Materials mit den Hauptkategorien” (Kuckartz, 2016, S. 102) von Trapp nur die Interviewleitfäden und die Theorie verwendet wurden. Dabei beschreibt sie jedoch nicht näher was genau dies beinhaltet.

(7. Geltungsbegründung und Gütekriterien)

Als Gütekriterien qualitativer Forschung bezieht sich Trapp auf Intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Indikation, Empirische Verankerung, Limitation, Kohärenz, Relevanz und Reflektierte Subjektivität. Trapp hat sich bei der Entscheidung der gewählten Gütekriterien auf Ines Steinke “Gütekriterien qualitativer Forschung” bezogen (vgl. Steinke, 2013, S. 323-331). Die Intersubjektive Nachvollziehbarkeit ist auf Grund der breiten Ausarbeitung des Fragebogens und der Interviews, welche mit Datum aufgezeichnet worden sind, gewährleistet (vgl. Trapp, S.188), sowie durch das Portfolio welches während der Durchführung erstellt worden ist. Diese zeigt alle Veränderungen und Vorkommnisse im Prozess auf (vgl. Trapp, S.188). Ebenso durch die Transkriptionsregeln und Auswertungsmethoden, welche dokumentiert und an erforderlicher Stelle mit Screenshots gestützt wurden (vgl. Trapp, S.188). Die Indikation wird von den leitfadengestützten Interviews gestärkt, diese ermöglichen es tiefergehende Antworten zu bekommen und bietet den InterviewpartnerInnen Spielraum für weitere Gedanken und Impulse (vgl. Trapp, S.189). Die Transkriptionsregeln orientieren sich ebenfalls an dem Ziel Inhalte schriftlich festzuhalten. Hierbei liegt aber keine linguistische Analyse vor (vgl. Trapp, S.189). Das Kriterium Empirische Verankerung baut darauf auf, dass zentrale Ergebnisse aus aktuellen internationalen, sowie auch nationalen Studien, beachtet wurden, welche auf die Erstellung der Frage Einfluss hatte (vgl. Trapp, S.189). Die Limitation zeigt inwiefern die Ergebnisse der Studie auf weitere Bereiche und Kontexte allgemein verwendet werden können (vgl. Trapp, S.188). Der Punkt Kohärenz ist erfüllt da mögliche Widersprüche transparent angesprochen und aufgezeigt wurden. Dies geschah im Rahme der Interpretation der Befunde, vor dem Hintergrund der Theorie, wie auch der Forschungsfragen (vgl. Trapp, S.190). Die Studie erfüllt der Punkt Relevanz, da sie der Aktionsforschung angesiedelt ist. Im Bezug auf die reflektierte Subjektivität wurde beabsichtigt keine Vorannahmen zu den angesprochen Themen in die Interviews hineingetragen. Es wurde versucht in den Interviews den PartnerInnen mit großer Offenheit entgegenzutreten. Einzelnen Situationen aus den Interviews wurden mit MitarbeiterInnen reflektiert. Nach jedem Interview wurden Notizen zur Durchführung erstellt, um diese bei folgenden Interviews zu beachten (vgl. Trapp, S.191).

(8. Forschung als Diskurs)

9. Literatur- & Quellenverzeichnis

Trapp, R. (2019). Beliefs von Lehramtsstudierenden zu digitalen Medien im inklusiven Deutschunterricht - eine empirische Studie aus fachdidaktischer Perspektive. Technische Universität Dortmund.

Kuckartz, U. (2016). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung (3., überarbeitete Aufl.). Beltz Juventa.

Flick, U. (2009). Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Hamburg.

Flick/ von Kardoff/ Steinke (2013): Qualitative Forschung. 10. Auflage. Hamburg: Rowohlt. S. 319-331.

Krell, C. & Lamnek, S. (2016). Qualitative Sozialforschung (6. Aufl.). Beltz.

Literatur


Endfassung Studienanalyse (verpflichtend)

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

4. Erhebungsverfahren

5. Fixierung der Daten

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

8. Forschung als Diskurs

9. Sonstiges

Literatur


Feedback

Diskussion

Helena Schmidt, 2022/06/21 09:03, 2022/06/21 09:04

Wir finden den Entwurf sehr gelungen, da er sehr ausführlich und inhaltlich korrekt ist. Es wird ausreichend Literatur hinzugezogen, um Ricarda Trapps Methoden zu erläutern. Positiv aufgefallen ist die einheitliche Zitierweise in den Klammern. Als Kritikpunkt sind uns formale Aspekte wie fehlende Satzzeichen bzw. Lehrzeichen aufgefallen (siehe Abschnitt 1 und 5 fehlen Punkte, Abschnitt 3 fehlendes Leerzeichen). Teilweise sind auch unklare Satzstellungen aufgefallen (siehe Abschnitt 2: letzter Satz). Der letzte Abschnitt (Abschnitt 7) enthält einen Rechtschreibfehler. Alles in allem denken wir, dass eure gelungene Ausarbeitung nach Bearbeitung der formalen Aspekte bereit zur Abgabe ist. Liebe Grüße Tandem 2

Anna Geritan, 2022/06/21 09:11

Liebes Tandem 4,

zunächst eine kurze formale Rückmeldung. Bitte ergänzt die Jahreszahl in den Belegklammern von Trapp und ergänzt Steinke noch in eurem Literaturverzeichnis ;-) Außerdem gab es irgendwo einmal einen kleinen Tippfehler.

Zudem habe ich noch ein paar inhaltliche Rückmeldungen. Natürlich fehlt euch noch der 1. Absatz aber dennoch als Tipp holt den oder die Leser*in durch Erwähung des Themas oder der Fragestellung ab, bevor analysiert wird. Unter Annäherung an das Feld: Der Fokus liegt bisher eher auf Forschungsdesign. Mir ist der letzter Satz bezüglich Längsschnitt unklar. Überprüft auch noch einmal ob es sich hierbei um die Studie von R.Trapp oder das übergeordnete Gesamtprojekt handelt. Zudem ist hier von Grundschulen die Rede im nächsten Absatz von Studierenden, wer oder was war von Interesse? Unter dem Aspekt der Datensammlung würde ich für ein besseres Verständnis den Inhalt umsortieren. Ihr sprecht zunächst von einem Interview, dann von Triangulation also der Kombination 2er Methoden. Zudem fehlt mir hier noch etwas mehr Bezug zur Fachliteratur. Der Abschnitt zur Fixierung ist bisher relativ deskriptiv > Was bedeuten diese Entscheidungen/ Was steckt dahinter? Oben werden 2 Erhebungsmethoden benannt, in der Auswertung finde ich bisher nur Hinweise zur einer der beiden ;-) … gibt es auch interessante Fakten zu den Fragebogen? Die letzten beiden Sätze erscheinen mir noch nicht klar in Worte gefasst, was versucht ihr auszudrücken? Der letzte Absatz gefällt mir auch wirklich gut, verknüpft die Punkte aber gerne noch selbstständiger intensiver mit Steinke ;-)

Auch euer Entwurf war ein super Start. Gutes Gelingen :)

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