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Tandem 11G

  • Tandempartnerin 1: Mensch, Anna-Lena
  • Tandempartner 2: Malotta, Erik

Entwurfsfassung Studienanalyse (freiwillig)

(1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

Bäsler behandelt in ihrer Studie die medialen Kompetenzen von Lehrkräften und inwieweit eine universitäre Lehrkräftebildung auf medienpädagogische Kompetenzen von Lehramtsstudierenden einwirkt (vgl. Bäsler, 2019, S. 6f).

Für die theoretische Verankerung ihrer Studie zieht sie zwei Modelle heran: Das Habituskonzept von Pierre Bourdieu (vgl. ebd. S. 9ff.) und das Modell medienpädagogischer Kompetenz nach Blömeke (vgl. ebd. S. 23ff.).

So handelt Bäsler gemäß den 19 Schritten des Forschungsprozesses von Uwe Flick und arbeitet Schritt 1, die Auswahl eines Forschungsproblems, wie auch Schritt 2, die Systematische Literaturrecherche, gezielt ab (vgl. Flick, 2009, S. 61).

Wörter: 91

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Bäsler hat als überstehende Fragestellung sich zwei Fragen gestellt. Diese hat Sie in insgesamt 6 Unterfragen unterteilt, damit diese nicht erschlagend wirken. Dies hält Flick (vgl. Flick 2009. S. 39, 43) von Wichtigkeit, damit man diese Fragestellungen möglichst präzise beantworten kann.

Die Unterteilung hat Bäsler vorgenommen damit man sich genauer vor Augen führen kann, was Bäsler beantworten möchte. Einen Punkt den wir bei der Fragestellung Kritisieren müssen ist die Zeitspanne zwischen der Erscheinung der Dissertation. Die Dissertation wurde 2018 verteidigt, die Interviews wurden allerdings alle 2013 und 2014 gehalten. Auf diesen Punkt werden wir allerdings später genauer eingehen.

Die Forschungsperspektive die Bäsler verfolgt ist, dass Sie hofft die Medienbildung von Lehrkräften darzustellen und zu verbessern mit ihrer Dissertation. Hierbei hat Krell vier Unterkategorien aufgestellt: Die Nachvollziehbarkeit, die Deskription des sozialen Handelns und die Rekonstruktion von handlungs generierender Tiefenstruktur (vgl. Krell, 2016. S.

Wörter: 144

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Bäsler erhält ihren Feldzugang durch einmalige, telefonische Interviews mit zwei Gruppen von Lehramtsstudierenden, die sie an zwei verschiedenen Universitäten durchführte: Gruppe Medien-Uni (Studierende mit fest integrierten Medienbezug) und Gruppe Vergleichs-Uni (Studierende ohne fest integrierten Medienbezug) (vgl. Bäsler 2019 S.63). Sie führte alle Interviews eigens durch, ist den Befragten von Beginn bis Ende jedoch eine Fremde, da sie nur einmalig in das Feld eintaucht um die Subjekte zu befragen. Demnach ist sie nach Flick 1995 (vgl. S.154) ein Besucher, dem tiefere Einblicke in die Innenperspektive der Befragten verwehrt bleiben.

Die Forscherin hält während den Interviews eine professionelle Distanz zu den Subjekten, jedoch versucht sie auch eine gewisse Nähe aufzubauen und beizubehalten. Dies zeigt ihr Interviewleitfaden, in welchem Bäsler Impulsfragen bereithält, für den Fall, dass sie näher auf ein bestimmtes Thema eingehen möchte (vgl. S.220).

Bäsler achtet gemäß nach Flick 1995 (vgl. S.155) darauf, Vertrauens- und Interessenschutz zu gewährleisten. Alle Forschungsteilnehmer werden anonymisiert (vgl. S.246), indem Namen durch Student*inX, bzw. MedienStudent*inX, ersetzt werden. Das Einzige, was explizit benannt wird, ist aus welcher Gruppe (Medien-Uni / Vergleich-Uni) der Student kommt.

Des Weiteren ist es nicht nur wichtig Interessenschutz zu gewährleisten, sondern auch seine eigene Rolle und seinen Einfluss als Forscher im Feld zu reflektieren (vgl. Steinke 2013, S.331). Dies wird in Bäsler’ Studie jedoch nicht thematisiert.

Wörter: 220

4. Erhebungsverfahren

Zur Datenerhebung wurden sechzehn Befragungen abgehalten. Zehn davon Ende 2013 / Anfang 2014 mit Medien-Uni Probanden, wann die restlichen sechs Interviews der Vergleichs-Uni stattfanden, wird jedoch nicht erwähnt (vgl. Bäsler 2019, S.63).

Im Falle von Bäsler’s Studie existieren ausschließlich verbale Daten, da die Interviews telefonisch, bzw. per Skype durchgeführt und als Audiomitschnitt aufgezeichnet wurden (vgl. Bäsler 2018, S. 63, 67).

Um Daten zu gewinnen werden die Interviews durch die Forscherin und das Subjekt strukturiert. Dies lässt nach Flick auf ein standardisiertes, qualitatives und problemfokussiertes, halb-offenes Leitfaden-Interview (vgl. Flick 2009, S.270ff, Bäsler 2019, S.62, 65, 81) schließen, in dem die Beforschten themenspezifisch zum Sprechen gebracht werden sollen (vgl. Flick 1995, S.158). Bäsler organisiert lediglich Ort und Zeit der Interviews (vgl. Bäsler 2018, S. 63). Was sie jedoch nicht tut, ist spezifische Verzerrungen während der Befragung zu thematisieren (Flick 1995, S.157).

Des Weiteren wird nicht transparent gelegt, wie die Interviewpartner ausgewählt wurden, wahrscheinlich wurde jedoch eine einfachen Zufallsstichprobe (vgl. Flick 2009, S.87) durchgeführt. Es ist naheliegend, dass Bäsler das von Flick 2009 beschriebene statistische Sampling (vgl. S.93f) angewendet hat.

Die Forscherin hält sich, um ihre Antworten zu bekommen, bei der Auswertung der Ergebnisse an ein Interpretatives Verfahren (vgl. Bäsler 2018, S.222). Hierbei verallgemeinert sie Antworten der Student*innen und interpretiert was es mit dem Gesagten auf sich hat. Dies ist ein Prozess, den man nach Flick 2009 (vgl. S.73) bei Qualitativen Studien durchführt, um so eine Theorie aus den gestellten Fragen herausarbeiten zu können.

Wörter: 250

5. Fixierung der Daten

Bäsler erklärt ausführlich wie die Daten ihrer Untersuchung festgehalten wurden (vgl. S.67). In Kurzfassung: Die Audiodateien der Interviews wurden konvertiert und transkribiert, jedoch nicht von Bäsler selbst. Dies taten verschiedene externen Personen, jedoch wird nicht ausgeführt welche Vorkenntnisse diese Personen im Bezug auf Transkribieren haben. Es wird nur erwähnt, dass sie nicht-projektbezogen waren und, dass ihnen ein Beispiel Interview vorgelegt wurde, an welchem sie sich orientieren sollten (vgl. ebd.). Dies kann man kritisch sehen, nicht nur, da die Transkriptionen dadurch nicht genau einheitlich geführt werden können, sondern auch, da jede Person die Art und Weise, wie etwas im Interview gesagt wird, anders interpretieren kann.

Die Transkription unterliegt einfachen Regeln (vgl. S.67): die Art und Weise, wie Dinge gesagt werden sollen festgehalten werden, das explizite Dokumentieren von Sprechpausen und Überlappungen jedoch nicht, da diese als unwichtig eingestuft wurden. Nach Flick 2009 (vgl. S.138) hätte Bäsler diese Streichung jedoch nicht vornehmen dürfen. Bei qualitativen Inhaltsanalysen darf vorab keine Auswahl von Information getroffen werden, da Kontextinformationen extrem ausschlaggebend sind (vgl. ebd. S.138 ff). Alles, was in Interviews gesagt, bzw. getan wird, ist mit zu transkribieren.

Bäsler hat bei der Dokumentation der Interviews auch etwas Weiteres außer acht gelassen: das von Flick 2009 empfohlene Gedächtnisprotokoll (vgl. S.138) und die Reflexion davon, dass durch die Transkription eine neue Realität erschaffen wird.

Wörter: 221

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Für das Auswertungsverfahren hat Bäsler sich an die Kriterien einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2000, 2003, 2005, 2010) gerichtet. Diese sind in 4 Grundprinzipien unterteilt: der Einordnung in ein Kommunikationsmodell, die Regelgeleitheit, die Kategorien im Zentrum (Rückkopplungsschleife) und den Gütekriterien.

Zu der Interpretation ist nicht viel zu sagen. Bei der Interpretation gibt uns Bäsler eine Tabelle, wie diese Interpretation und Kategorisierung mit dem Programm MAXQDA funktioniert. Hierbei muss Bäsler die Zitate der befragten Paraphrasieren daraufhin Generalisieren und danach nochmal Reduzieren (vgl. Bäsler. S.74). Damit hält sie sich an die davor offengelegten Grundprinzipien nach Mayring.

Bäsler erkennt auch an das ihr Angewandtes Gütekriterium von Reliabilität und Validität nicht zwingend zu den gewünschten Ergebnissen führt (vgl. Bäsler S. 76, Mayring 2010, S. 117). Bäsler beugt diesem allerdings vor, indem Sie eine zweite Person einen Teil der Ergebnisse Kodieren lässt, und diese Vergleicht. Dies wird gemacht damit man eine möglichst hohe Übereinstimmung hat, um sicherzugehen das man die Antworten möglichst gleich interpretiert (vgl. Ritsert, 1972).

Wörter: 163

(7. Geltungsbegründung und Gütekriterien)

Nach Balzert gibt es zwölf zu berücksichtigende Qualitätskriterien, die bei wissenschaftlichen Arbeiten eingehalten werden sollten (vgl. Balzert 2011, S.13ff.). Explizit thematisiert werden in Bäsler’s Studie zwei davon: Reliabilität und Validität (vgl. S.76f). Alle anderen werden ausgelassen, sind aber bei dem Durchlesen der Studie wiederzuerkennen. Weiter betont Bäsler, dass das nach Mayring (2010) definierte Außenkriterium der Validität in ihrer Forschungsarbeit angewendet wird (vgl. Bäsler 2019, S.77), gibt dazu aber keine Erklärung, warum sie genau dieses ausgewählt hat.

Bäsler verankert ihre Ergebnisse an anderen empirischen Studien und Konzepten wie dem Habituskonzept (vgl. S.164), dem “M3K” Projekt (vgl. S.171), einer Studie aus der Schweiz (vgl. S.77) und den vier Orientierungsdimensionen von Jörissen und Marotzki (vgl. ebd., S.182). Auch thematisiert sie die Stärken und Schwächen ihrer eigenen Studie ausführlich auf Seite 76 und den Seiten 186 bis 188 und macht die Vorgehensweise ihres Forschungsprozesses sehr detailliert transparent, indem sie in drei Schritten Kategorien systematisch einteilt, sie verschriftlicht und anschließend interpretiert (vgl. ebd., S.78ff.).

Jedoch ist zu bemängeln, dass der Prozess der Erkenntnisgewinnung nicht komplett nachvollziehbar ist. Es existieren zwar Beispiele an denen erklärt wird, wie sie zu ihrem Ergebnis gekommen ist, jedoch liegt dem Leser nur ein einziges Interview vor (vgl. ebd. S.222ff.), was einer vollständigen Nachvollziehung der Erkenntnisgewinnung nicht ausreicht. Auch musste Bäsler bei der Ausarbeitung ihres Interviewleitfadens Verallgemeinerungen vornehmen damit Sie diese in MAXQDA einfügen konnte (vgl. ebd. S. 69, 74).

Wörter: 238

(8. Forschung als Diskurs)

Bäsler gibt in dieser Forschung keine Rückmeldung an die Befragten Studierenden. Während Sie versucht, eine Veränderung in zu der medienpädagogischen Kompetenz bei Lehramtsstudierenden zu kreieren, schafft Sie dies nicht. Sie gibt stattdessen Denkanstöße, Beispiele und versucht auch andere Anregungen aufzuzeigen, wie man zum Beispiel das Problem der fehlenden Medienkompetenz lösen könnte (Bäsler, S.191).

Hierzu “hackt” Bäsler nicht nur auf der fehlenden Medienkompetenz rum. Sie zeigt auch die aktuelle Entwicklung der Medienkompetenz bei angehenden Lehrkräften (S. 200) Bäsler bezieht Bezug auf die Antworten Hauptsächlich durch die Reflexion der Interview Fragen. Hierbei sieht Sie, was für ein großes Problem die Medienbildung momentan hat (Kaspar K. 2020). Damit Bäsler auch ihre eigenen Qualitätsstandards einhält, reflektiert Sie jede frage. Was Sie allerdings nicht reflektiert ist sich selbst und ihren eigenen Forschungsprozess.

Wörter: 128

Wörter

Wörter max.: 1500

Literatur

Bäsler S. (2019). Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenzen bei angehenden Lehrkräften. Berlin: Technische Universität Berlin.

Flick, U. (1995), Stationen des qualitativen Forschungsprozesses. München : Beltz - Psychologie Verl. Union.

Flick, U. (2007). Qualitative Sozialforschung - Eine Einführung. Hamburg: Rowohlt.

Flick, U. (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Hamburg: Rowohlt.

Lamnek, S./ Krell, C. (2016): Qualitative Sozialforschung. 6. Auflage. Weinheim, Basel: Beltz.

Mayring, Ph. (2010): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 11., aktualisierte Auflage. Weinheim, Basel: Beltz-Verlag.

Ritsert (1972).

Steinke, I. (2013). Gütekriterien qualitativer Forschung. In Flick U., von Kardoff E., Steinke I. (2013): Qualitative Forschung. 10. Auflage. Hamburg: Rowohlt. ?


Endfassung Studienanalyse (verpflichtend)

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

Bäsler behandelt in ihrer Studie die medialen Kompetenzen von Lehrkräften und inwieweit eine universitäre Lehrkräftebildung auf medienpädagogische Kompetenzen von Lehramtsstudierenden einwirkt (vgl. Bäsler, 2019, S.6 f.).

Für die theoretische Verankerung ihrer Studie zieht sie zwei Modelle heran: Das Habituskonzept von Pierre Bourdieu (vgl. ebd. S.9 ff.) und das Modell medienpädagogischer Kompetenz nach Blömeke (vgl. ebd. S.23 ff.).

So handelt Bäsler gemäß den 19 Schritten des Forschungsprozesses von Uwe Flick und arbeitet Schritt 1, die Auswahl eines Forschungsproblems, wie auch Schritt 2, die Systematische Literaturrecherche, gezielt ab (vgl. Flick, 2009, S.61).

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Bäsler hat als überstehende Fragestellung sich zwei Fragen gestellt. Diese hat Sie in insgesamt 6 Unterfragen unterteilt. Diese Unterteilung hält Flick (vgl. Flick 2009. S.39, 43) von Wichtigkeit, damit man diese Fragestellungen möglichst präzise beantworten kann. Die Unterteilung hat Bäsler vorgenommen, damit man sich genauer vor Augen führen kann, was Bäsler beantworten möchte. Mit Bäslers Forschungsperspektive hofft Sie, die Medienbildung von Lehrkräften darzustellen und zu verbessern. Für die Forschungsperspektive hat Krell vier Unterkategorien aufgestellt: Die Nachvollziehbarkeit, die Deskription des sozialen Handelns, die Rekonstruktion von Handlung generierender Tiefenstruktur und die Rekonstruktion von Deutung Arbeiten (vgl. Krell, 2016. S.40 f.). Bei Bäslers Studie ist es schwer ihre Aussagen nachzuvollziehen, da man in ihrem Bericht nur ein Interview und das Probeinterview hat. Dies führt dazu das man keine Interviews miteinander vergleichen kann zwischen der Medien-Uni und der Vergleichs Uni, und ihre Ergebnisse dadurch schwer nachvollziehen kann

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Bäsler erhält ihren Feldzugang durch einmalige, telefonische Interviews mit zwei Gruppen von Lehramtsstudierenden, die sie an zwei verschiedenen Universitäten durchführte: Gruppe Medien-Uni (Studierende mit fest integrierten Medienbezug) und Gruppe Vergleichs-Uni (Studierende ohne fest integrierten Medienbezug) (vgl. Bäsler 2019, S.63). Sie führte alle Interviews eigens durch, ist den Befragten von Beginn bis Ende jedoch eine Fremde, da sie nur einmalig in das Feld eintaucht um die Subjekte zu befragen. Demnach ist sie nach Flick 1995 (vgl. S.154) ein Besucher, dem tiefere Einblicke in die Innenperspektive der Befragten verwehrt bleiben.

Die Forscherin hält während den Interviews eine professionelle Distanz zu den Subjekten, jedoch versucht sie auch eine gewisse Nähe aufzubauen und beizubehalten. Dies zeigt ihr Interviewleitfaden, in welchem Bäsler Impulsfragen bereithält, für den Fall, dass sie näher auf ein bestimmtes Thema eingehen möchte (vgl. S.220).

Bäsler achtet gemäß nach Flick (vgl. 1995, S.155) darauf, Vertrauens- und Interessenschutz zu gewährleisten. Alle Forschungsteilnehmer werden anonymisiert (vgl. S.246), indem Namen durch Student*inX, bzw. MedienStudent*inX, ersetzt werden. Das Einzige, was explizit benannt wird, ist aus welcher Gruppe (Medien-Uni / Vergleich-Uni) der Student kommt.

Des Weiteren ist es nicht nur wichtig Interessenschutz zu gewährleisten, sondern auch seine eigene Rolle und seinen Einfluss als Forscher im Feld zu reflektieren (vgl. Steinke 2013, S.331). Dies wird in Bäsler’ Studie jedoch nicht thematisiert.

4. Erhebungsverfahren

Zur Datenerhebung wurden sechzehn Befragungen abgehalten. Zehn davon Ende 2013 / Anfang 2014 mit Medien-Uni Probanden, wann die restlichen sechs Interviews der Vergleichs-Uni stattfanden, wird jedoch nicht erwähnt (vgl. Bäsler 2019, S.63).

Im Falle von Bäsler’s Studie existieren ausschließlich verbale Daten, da die Interviews telefonisch, bzw. per Skype durchgeführt und als Audiomitschnitt aufgezeichnet wurden (vgl. Bäsler 2018, S.63, 67).

Um Daten zu gewinnen werden die Interviews durch die Forscherin und das Subjekt strukturiert. Dies lässt nach Flick auf ein standardisiertes, qualitatives und problemfokussiertes, halb-offenes Leitfaden-Interview (vgl. Flick 2009, S.270 ff.) und Bäsler 2019, S.62, 65, 81) schließen, in dem die Beforschten themenspezifisch zum Sprechen gebracht werden sollen (vgl. Flick 1995 S.158). Bäsler organisiert lediglich Ort und Zeit der Interviews (vgl. Bäsler 2018, S.63). Was sie jedoch nicht tut, ist spezifische Verzerrungen während der Befragung zu thematisieren (Flick 1995, S.157).

Des Weiteren wird nicht transparent gelegt, wie die Interviewpartner ausgewählt wurden, wahrscheinlich wurde jedoch eine einfachen Zufallsstichprobe (vgl. Flick 2009, S.87) durchgeführt. Es ist naheliegend, dass Bäsler das von Flick 2009 beschriebene Statistische Sampling (vgl. S.93 f.) angewendet hat.

Die Forscherin hält sich, um ihre Antworten zu bekommen, bei der Auswertung der Ergebnisse an ein Interpretatives Verfahren (vgl. Bäsler 2018, S.222). Hierbei verallgemeinert sie Antworten der Student*innen und interpretiert was es mit dem Gesagten auf sich hat. Dies ist ein Prozess, den man nach Flick 2009 (vgl. S.73) bei Qualitativen Studien durchführt, um so eine Theorie aus den gestellten Fragen herausarbeiten zu können.

5. Fixierung der Daten

Bäsler erklärt ausführlich wie die Daten ihrer Untersuchung festgehalten wurden (vgl. S.67). In Kurzfassung: Die Audiodateien der Interviews wurden konvertiert und transkribiert, jedoch nicht von Bäsler selbst. Dies taten verschiedene externen Personen, jedoch wird nicht ausgeführt welche Vorkenntnisse diese Personen im Bezug auf Transkribieren haben. Es wird nur erwähnt, dass sie nicht-projektbezogen waren und, dass ihnen ein Beispiel Interview vorgelegt wurde, an welchem sie sich orientieren sollten (vgl. ebd.). Dies kann man kritisch sehen, nicht nur, da die Transkriptionen dadurch nicht genau einheitlich geführt werden können, sondern auch, da jede Person die Art und Weise, wie etwas im Interview gesagt wird, anders interpretieren kann.

Die Transkription unterliegt einfachen Regeln (vgl. S.67): die Art und Weise, wie Dinge gesagt werden sollen festgehalten werden, das explizite Dokumentieren von Sprechpausen und Überlappungen jedoch nicht, da diese als unwichtig eingestuft wurden. Nach Flick 2009 (vgl. S.138) hätte Bäsler diese Streichung jedoch nicht vornehmen dürfen. Bei qualitativen Inhaltsanalysen darf vorab keine Auswahl von Information getroffen werden, da Kontextinformationen extrem ausschlaggebend sind (vgl. ebd. S.138 ff.). Alles, was in Interviews gesagt, bzw. getan wird, ist mit zu transkribieren.

Bäsler hat bei der Dokumentation der Interviews auch etwas Weiteres außer acht gelassen: das von Flick 2009 empfohlene Gedächtnisprotokoll (vgl. S.138) und die Reflexion davon, dass durch die Transkription eine neue Realität erschaffen wird.

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Für das Auswertungsverfahren hat Bäsler sich an die Kriterien einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2000, 2003, 2005, 2010) gerichtet. Bei der Interpretation gibt uns Bäsler eine Tabelle, wie diese Interpretation und Kategorisierung mit dem Programm MAXQDA funktioniert. Hierbei muss Bäsler die Zitate der befragten Paraphrasieren daraufhin Generalisieren und danach nochmal Reduzieren (vgl. Bäsler. S.74).

Damit hält sie sich an die davor offengelegten Grundprinzipien nach Mayring. Bäsler erkennt auch an das ihr Angewandtes Gütekriterium von Reliabilität und Validität nicht zwingend zu den gewünschten Ergebnissen führt (vgl. Bäsler S.76, Mayring 2010, S.117).

Bäsler beugt diesem allerdings vor, indem Sie eine zweite Person einen Teil der Ergebnisse Kodieren lässt, und diese Vergleicht. Dies wird gemacht damit man eine möglichst hohe Übereinstimmung hat, um sicherzugehen das man die Antworten möglichst gleich interpretiert (vgl. Ritsert, 1972).

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Nach Balzert gibt es zwölf zu berücksichtigende Qualitätskriterien, die bei wissenschaftlichen Arbeiten eingehalten werden sollten (vgl. Balzert 2011, S.13 ff.). Explizit thematisiert werden in Bäsler’s Studie zwei davon: Reliabilität und Validität (vgl. S.76 f.). Alle anderen werden ausgelassen, sind aber bei dem Durchlesen der Studie wiederzuerkennen. Weiter betont Bäsler, dass das nach Mayring (2010) definierte Außenkriterium der Validität in ihrer Forschungsarbeit angewendet wird (vgl. Bäsler 2019, S.77), gibt dazu aber keine Erklärung, warum sie genau dieses ausgewählt hat.

Bäsler verankert ihre Ergebnisse an anderen empirischen Studien und Konzepten wie dem Habituskonzept (vgl. S.164), dem “M3K” Projekt (vgl. S.171), einer Studie aus der Schweiz (vgl. S.77) und den vier Orientierungsdimensionen von Jörissen und Marotzki (vgl. ebd., S.182). Auch thematisiert sie die Stärken und Schwächen ihrer eigenen Studie ausführlich auf Seite 76 und den Seiten 186 bis 188 und macht die Vorgehensweise ihres Forschungsprozesses sehr detailliert transparent, indem sie in drei Schritten Kategorien systematisch einteilt, sie verschriftlicht und anschließend interpretiert (vgl. ebd., S.78 ff.).

Jedoch ist zu bemängeln, dass der Prozess der Erkenntnisgewinnung nicht komplett nachvollziehbar ist. Es existieren zwar Beispiele an denen erklärt wird, wie sie zu ihrem Ergebnis gekommen ist, jedoch liegt dem Leser nur ein einziges Interview vor (vgl. ebd. S.222 ff.), was einer vollständigen Nachvollziehung der Erkenntnisgewinnung nicht ausreicht. Auch musste Bäsler bei der Ausarbeitung ihres Interviewleitfadens Verallgemeinerungen vornehmen damit Sie diese in MAXQDA einfügen konnte (vgl. ebd. S.69, 74).

8. Forschung als Diskurs

Bäsler gibt in dieser Forschung keine Rückmeldung an die Befragten Studierenden. Während Sie versucht, eine Veränderung in zu der medienpädagogischen Kompetenz bei Lehramtsstudierenden zu kreieren, schafft Sie dies nicht. Sie gibt stattdessen Denkanstöße, Beispiele und versucht auch andere Anregungen aufzuzeigen, wie man zum Beispiel das Problem der fehlenden Medienkompetenz lösen könnte (Bäsler, S.191).

Hierzu “hackt” Bäsler nicht nur auf der fehlenden Medienkompetenz rum. Sie zeigt auch die aktuelle Entwicklung der Medienkompetenz bei angehenden Lehrkräften (S.200) Bäsler bezieht Bezug auf die Antworten Hauptsächlich durch die Reflexion der Interview Fragen. Hierbei sieht Sie, was für ein großes Problem die Medienbildung momentan hat (Kaspar K. 2020). Damit Bäsler auch ihre eigenen Qualitätsstandards einhält, reflektiert Sie jede frage. Was Sie allerdings nicht reflektiert ist sich selbst und ihren eigenen Forschungsprozess.

Wörter

1436

Literatur

Balzert, H., et al. (2011): Wissenschaftliches Arbeiten – Ethik, Inhalt & Form wiss. Arbeiten, Handwerkszeug, Quellen, Projektmanagement, Präsentation. 2. Auflage. Herdecke; Witten: W3L-Verlag.

Bäsler S. (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenzen bei angehenden Lehrkräften. Berlin: Technische Universität Berlin.

Flick, U. (1995): Stationen des qualitativen Forschungsprozesses. München: Beltz - Psychologie Verl. Union.

Flick, U. (2007): Qualitative Sozialforschung - Eine Einführung. Hamburg: Rowohlt.

Flick, U. (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Hamburg: Rowohlt.

Lamnek, S.; Krell, C. (2016): Qualitative Sozialforschung. 6. Auflage. Weinheim, Basel: Beltz.

Mayring, P. (2010): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 11., aktualisierte Auflage. Weinheim, Basel: Beltz-Verlag.

Kaspar K., et al. (2020): Bildung, Schule, Digitalisierung. Münster, New York: Waxmann.

Ritsert, J. (1972): Inhaltsanalyse und Ideologiekritik. Ein Versuch über kritische Sozialforschung. Frankfurt: Fischer Athenäum.


Feedback

Diskussion

Erik Malotta, 2021/06/16 14:43

Fragen: Sind 16 Personen eine groß genügende Sample Size?

Interpretation der Wichtigkeit der Pausen?

Anna-Lena Mensch, 2021/06/21 10:21, 2021/06/22 13:39

Zählen Belege wie „vgl. Bäsler 2019, S.12“ zu den max. Wörtern dazu?

Nein
Louisa Karle, 2021/06/22 14:30

Präzise Aufarbeitung, die alle wichtigen Punkte analysiert. Wenn auf dieser Basis aufgebaut wird und eine Ausarbeitung zur finalen Abgabe stattfindet, sehen wir da keine Probleme :)

Paulina Kempf, 2021/06/22 14:40

Wir finden die Kritik in Abschnitt 2 gut, diese wichtige Info ist uns selbst nicht aufgefallen. Alle/viele wichtigen Punkte zu den einzelnen Abschnitten sind aufgeführt. Werden diese Punkte in der Endfassung noch etwas ausformuliert wird es sicherlich eine gute Ausarbeitung.

Liebe Grüße :)

Sümeyye Yilmaz, 2021/06/22 14:45, 2021/06/22 14:45

Hier ist ein guter Wechsel zwischen Beschreibung und Analyse erkennbar. Es ist deutlich, dass sich die Gruppe intensiv mit der Studie auseinandergesetzt hat. Die Gruppe hat Kritikpunkte in der Studie gefunden.

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