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lehre:sose2021:sozialwissmeth:analysen:baesler:tandem05h

Tandem 05H

  • Tandempartner*in 1: Spiering, Hannah
  • Tandempartner*in 2: Sagstetter, Lina

Entwurfsfassung Studienanalyse (freiwillig)

(1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

4. Erhebungsverfahren

5. Fixierung der Daten

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

(7. Geltungsbegründung und Gütekriterien)

(8. Forschung als Diskurs)

Endfassung Studienanalyse (verpflichtend)

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

In der folgenden Studie Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften, welche Sue-Ann Bäsler zu ihrer Dissertation 2019 verfasste, handelt es sich insbesondere um die Begriffe der Medienkompetenz und Medienbildung. Vorangehend teilt sie ihre Arbeit in vier Abschnitte ein, welche in Theorie und Fragestellung, Methodik, Ergebnisdarstellung und Diskussion und Schluss unterteilt sind (vgl. Bäsler, 2019, S. 7). Von großer Relevanz für die Ausarbeitung sind die Begriffe Medienkompetenz und Medienbildung, welche sie zu Beginn ihrer Ausarbeitung einführt, erläutert und abgrenzt (vgl. ebd.). Ebenfalls beschäftigt sie sich in Abschnitt eins mit der Medienbildung und der medienpädagogischen Ausbildung von Lehrkräften in der Allgemeinheit (vgl. ebd.).

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

In der Dissertation von Sue-Ann Bäsler, welche in dem Jahr 2019 verfasst wurde, wird die Fragestellung Der mediale Habitus und die medienpädagogische Ausbildung von Lehramtsstudierenden behandelt. Laut Flick (2009) soll im Kontext der Sozialforschung eine gesellschaftlich relevante Problemstellung aufgegriffen werden (vgl. Flick, 2009, S.38). „Darüber hinaus, und mehr wissenschaftsintern betrachtet, soll die Fragestellung theoretisch begründet sein- eingebettet in eine bestimmte Forschungsperspektive“ (Flick, 2009, S.38). Aus dieser Fragestellung entwickeln sich zwei handlungsleitende Forschungsfragen, welche bei der Beantwortung wiederum in sechs Unterfragestellungen untergliedert werden (vgl. ebd. S. 59). Durch das Aufteilen der Fragestellung in sechs Unterpunkte, wird das Verständnis des Lesenden verstärkt. Die erste Forschungsfrage entwickelt sich daraus „Ob und inwiefern bedingen die universitäre medienpädagogische Ausbildung und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden einander?“ (Bäsler, 2019, S. 59). Bei der zweiten Forschungsfrage entwickelt Sue-Ann Bäsler folgende Fragestellung: „Kann die universitäre Ausbildung zur Entwicklung des medialen Habitus der Lehramtsstudierenden beitragen? Und wenn ja, lassen sich günstige und ungünstige Faktoren für die Entwicklung des medialen Habitus während der Ausbildung benennen?“ (ebd.).

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Um das Interviewverhalten flexibel und variierbar zu halten, nutzt Sue-Ann Bäsler das Instrument des halb-offenen Interviewleitfadens, da eine festgelegte Abfolge der Fragen nicht notwendig ist. Sue-Ann Bäsler führt alle Interviews selbstständig durch. Dieses Verfahren der qualitativen Inhaltanalyse erfolgt nach der Theorie von Mayring. Die Auswahl der Proband*innen fand in zwei verschiedenen Phasen statt (vgl. ebd. S. 62f). In der ersten Phase wurden Proband*innen mit integriertem Medienbezug angeworben, welche sich auf einer Medienuni befanden (vgl. ebd.). In dieser Uni wurden insgesamt zehn telefonische Interviews durchgeführt, die als Audiomitschnitt aufgezeichnet wurden (vgl. ebd.). Diese Interviews wurden in einem Zeitrahmen von drei Monaten durchgeführt (vgl. ebd.). In der zweiten Phase wurden Proband*innen ohne Medienbezug angeworben, die sich auf Vergleichsunis befanden (vgl. ebd.). Dort wurden insgesamt sechs telefonische Interviews durchgeführt (vgl. ebd.). Die Probanden der Vergleichsuni befanden sich alle in einem technischen Studiengang, wodurch nur eine geringe Heterogenität der Studienfächer erreicht werden konnte (vgl. ebd.). Die heterogene Verteilung der Fachrichtung konnte lediglich durch die Studierenden der Medienuni hervorgerufen werden (vgl. ebd.). Bäsler entwickelt ein Coding für die Proband*innen, um die Anonymität der Befragten aufrecht zu erhalten (vgl. ebd. S. 246). Dennoch gibt Bäsler bekannt, dass die Proband*innen der Medienuni sich in einem Altersdurchschnitt von Mitte zwanzig befinden und am Ende des Masterstudiums sind. Der Altersdurchschnitt von den Teilnehmer*innen der Vergleichsuni liegt ebenfalls bei Mitte zwanzig, dennoch war der interne Altersunterschied größer. Da das Alter der Proband*innen in einem Abstand von 20-29 Jahren lag (vgl. ebd. S. 66).

4. Erhebungsverfahren

Sue-Ann Bäslers Dissertation unterteilt sie in drei Phasen, die sogenannte Datenerhebung, Datenaufarbeitung und Datenauswertung (vgl. ebd. S. 3f). Sie wendet die Methode des Interviewleitfadens an, um die Studie zu belegen (vgl. ebd. S. 19). Bei dem Leitfaden orientiert sie sich an einem Probeinterview, welches nach mehrfachem überarbeiten, anhand der Ergebnisse, zum letztendlichen Einsatz kam (vgl. ebd. S. 64). Auch hier wird das Interview in fünf Unterpunkte unterteilt, vier Fragen und eine These, die sich an den verschiedenen Haupt- und Unterfragestellungen orientieren (vgl. ebd.). Hierbei wird auffällig, dass jedes Interview mit einer Motivationsfrage eröffnet wurde und es keine bestimmte Reihenfolge der darauffolgenden Fragen gibt. Auf der Seite des Interviewenden wird allerdings die genaue Kenntnis des Interviewleitfadens und Flexibilität benötigt (vgl. ebd. S. 65). „Zusätzlich wurden Impulsfragen gestellt, um Gedanken der Studierenden anzuregen, z.B. „Inwiefern werden Medien in euren Seminaren thematisiert?“ (ebd.).

5. Fixierung der Daten

Zur Datenerhebung werden die Interviews per Sykpe oder via Telefon durchgeführt und aufgezeichnet Die Aufzeichnungen, die Sue-Ann Bäsler vorliegen, werden mit Hilfe eines Online-Dienstes in ein mp3-Format umgewandelt. Zur Transkription und Verschriftlichung werden nicht-projektbezogene Personen engagiert und die Transkriptionsregeln werden einfach gehalten. Sprechpausen oder Überlappungen werden dabei nicht ausgezeichnet. Allerdings werden emotionale Regungen ausgezeichnet (vgl. Bäsler, 2019, S. 67).

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Ausgewertet werden die Daten von Bäsler mit Hilfe von der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2000, 2003, 2005, 2010) (vgl. ebd. S. 68). Diese wird „zur systematischen und intersubjektiv nachvollziehbaren Bearbeitung großer Datenmengen“ (Mayring & Hurst, 2005, S. 436) verwendet. Bei der qualitativen Inhaltsanalyse werden Kategorien entweder deduktiv an das Material herangeführt oder induktiv aus dem Material erworben werden (vgl. Bäsler, 2019, S. 68). Diese sind als Hauptwerkzeug anzusehen. Für die Dissertation wird die induktive Kategorie Gewinnung verwendet. Bei dieser wird im ersten Schritt die Forschungsfrage an das Material herangetragen, um anschließend eine induktive Hauptkategorie zu bilden. Um diese erneut einer Qualitätsprüfung zu unterziehen, werden alle Interviewtexte den somit entstandenen Kategorie Systemen zugeordnet (vgl. ebd. S.68). Bei der computergeschützten Auswertung kann durch das Programm MAXQDA eine qualitative Auswertung ermöglicht werden. Kuckartz (2012), beschreibt wie mit Hilfe von MAXQDA Daten qualitativ ausgewertet werden können (vgl. ebd. S. 69).

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

In der folgenden Forschung werden die Gütekriterien in Reabilität und Validität geteilt (vgl. ebd. S. 76). Validität bedeutet ähnliches wie Zuverlässigkeit bzw. Vertrauenswürdigkeit oder auch Vorhersagbarkeit (vgl. Steinke, 2013, S. 323). Zur Ermittlung nutzt Bäsler die Methode der Interkodierreliabilität, in der folgend die induktive Kategorienbildung zu einem Teil von einer zweiten Person vorgenommen wurde (vgl. Bäsler, 2019, S. 76). Nur bei einfachen Analysen ist es möglich, eine hohe Übereinstimmung zwischen den Kodierern zu erhalten (vgl. ebd.). Es ist davon auszugehen, dass bei anspruchsvollen Analysen die Chance geringer ist, eine Übereinstimmung zu erlangen. Zur Ermittlung der Validität wird das Außenkriterium mit Hilfe einer Schweizer Studie herangezogen (vgl. ebd. S. 77). Durch den Aufbau und das in der Dissertation vorhandene Abbildungsmaterial, wird das Verständnis dieser Arbeit gefordert und erleichtert. Steinke verstärkt dies wie folgt: „Angemessen für qualitatives Vorgehen ist der Anspruch auf Herstellung von intersubjektiver Nachvollziehbarkeit des Forschungsprozesses, auf deren Basis eine Bewertung der Ergebnisse erfolgen kann“ (Steinke, 2013, S. 324).

8. Forschung als Diskurs

Angeknüpft an Sue-Ann Bäslers Dissertation und an andere Forschungsergebnisse, lassen sich theoretische Implikationen in dem Bezug auf den medialen Habitus von Lehramtsstudierenden finden (vgl. ebd. S. 190). „Konsequenzen oder konkrete Maßnahmen für die Ausgestaltung der Lehrkräftebildung, unter Berücksichtigung des medialen Habitus von Lehramtsstudierenden, können bisher nicht benannt werden“ (Bäsler, 2019, S. 201). Ob eine Rückmeldung an die Proband*innen erfolgte wird in ihrer Arbeit nicht bekannt gegeben.

9. Sonstiges

Literatur


Bäsler, S. (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien. Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenzen bei angehenden Lehrkräften. Berlin: Technische Universität Berlin.

Steinke, I. (2013). Gütekriterien qualitativer Forschung. In Flick U., von Kardoff E., Steinke I. (Hrsg.): Qualitative Forschung. 10. Auflage. Hamburg: Rowohlt.

Mayring, Ph. & Hurst, A. (2005): Qualitative Inhaltsanalyse. In L. Mikos & C. Wegener (Hrsg.): Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch (S. 436–444) Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH.

Flick, U. (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. S. 33-44.

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