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Tandem 22

  • Tandempartner 1: Marianna Pulice
  • Tandempartner 2: Eva Monnheimer

Entwurfsfassung

1. (Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

Die vorliegende Studie der Doktorandin Ilka Goetz handelt von „Steuerungsmechanismen zur Sicherstellung der Medienbildung in Kindertagesstätten“ (Goetz, 2018). Durch die immer bedeutendere Stellung der Mediennutzung in unserer heutigen Gesellschaft, erscheint der Umgang mit moderner Technik nahezu unaufhaltsam. Dadurch ist die Modernisierung und die damit verbundene Technisierung eine aktuelle gesellschaftliche Problematik, welche von Ilka Goetz in ihrer Studie aufgegriffen wird.

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Ilka Goetz beschäftigt sich in der Dissertation mit den Gebrauch von Medien und dessen Umgang in Kindertagesstätten. Es wird der Thematik nach gegangen: „Auf welchem Stand befindet sich die frühe Medienbildung im Land Berlin und welche Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung werden identifiziert?“ (Goetz, 2018, S. 120). In ihrer Forschungsarbeit verfolgt die Autorin die Intention, inwiefern sich geschulte Fachkräfte mit solch effektiven Voraussetzungen in Kindertagesstätten Berlins befassen und wie diese umgesetzt werden können. Des Weiteren stellt sich die Frage, wie sich die frühe Medienbildung in bundesweiten Kindertagesstätten etablieren und eingliedern kann. Ilka Goetz beschränkt sich in ihrer Studie auf eine bestimmte Forschungsperspektive: Sie legt den Fokus auf die Institution Kindertagesstätte und geht somit automatisch auf die Kleinkinder ein, wodurch die Leitungskräfte, die Erzieher*innen und Eltern (vgl. Goetz, 2018, S.120) die Beteiligten der Studie bilden. Somit wählt Ilka Goetz die Forschungsperspektive Deskription von Lebenswelt, sozialem Handeln, sozialen Milieus (vgl. Flick, 1995, S. 152f).

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Vergleicht man die qualitative mit der quantitativen Forschung so erkennt man, dass sich die Autorin insbesondere mit der Qualität der Studie auseinandersetzt. Dies zeigt sich durch den singulären Standort Berlin und der damit verbundenen ausgewählten Personengruppe. Laut Goetz liegt der Schwerpunkt „[…] auf den gemeinsam geteilten Vorstellungen über die Medienbildung und Medienerziehung sowie den Hinweisen zu ihrer Gestaltung im Alltag der Kindertagesstätte“ (Goetz, 2018, S. 159). Folglich liegt der Fokus nicht auf dem medialen Handeln der Kinder, sondern vielmehr auf den bedeutenden pädagogischen Charakteren wie Leiter*innen, Erzieher*innen und Eltern. Dadurch drittelt sich die Annäherung an das Feld, jedoch liegen die Leitungskräfte der jeweiligen Institutionen hierbei im Zentrum der Betrachtung. Goetz ist sich diesbezüglich bewusst, dass dieser Schwerpunkt in der Auswertung der Daten beachtet und richtig eingeordnet werden muss. Die anderen beiden Akteure (Erzieher*innen, Eltern) haben vor allem in der Praxis eine wichtige Funktion und fundamentieren die Rolle der beobachtenden Autorin. Schließlich ist der Zugang des Felds dem wie und nicht dem wie viel geschuldet (vgl. Flick, 2014, S.154).

4. Erhebungsverfahren

Zur Datenerhebung wurde ein trianguliertes Verfahren angewendet. Ein trianguliertes Verfahren ist die Verwendung verschiedener methodischer Zugänge (vgl. Flick, 2000, S.309). In Goetz’ Dissertation erfolgt die Datenerhebung einerseits durch eine quantitative, schriftliche Befragung und andererseits durch eine qualitative Gruppendiskussion. Die schriftliche Befragung erfolgt in Form von Fragebögen. Diese werden in drei verschiedenen Varianten eingeteilt: offene, halboffene sowie geschlossene Fragen (vgl. Goetz, 2018, S. 144 f.). Im weiteren Verlauf der Studie folgt die Gruppendiskussion. Goetz wählt dabei ein qualitatives Sampling, welches sich durch die Beschäftigung und das Arrangieren forschungsrelevanter Kriterien ergibt (vgl. Flick, 2014, S. 155 f.). Hier sind die einzelnen Forschungsabschnitte stärker miteinander verknüpft und weisen eine Zirkularität auf (vgl. Flick, 2009, S. 75). Nach Flick lässt sich in dem hier entwickelten zirkulären Forschungsprozess die Hypothesengenerierung und das Prinzip der Offenheit aufweisen (vgl. Flick, 1991, S. 150 f.). Goetz‘ Dissertation zeigt, dass trotz einem qualitativen Forschungsprozess quantitative Aspekte aufgegriffen wurden, wie die schriftliche Befragung beweist (vgl. Goetz, 2018, S. 123).

5. Fixierung der Daten

Ilka Goetz nutzt zur Fixierung der Daten die Methode der Audioaufnahmen und entscheidet sich somit für eine moderne technische Variante. Dadurch wählt die Doktorandin das „Prinzip der Naturalistizität“ (Goetz, 2018, S. 153) und versucht demnach für das Forschungsobjekt, eine möglichst fremde und unnatürliche Situation zu vermeiden. Laut Uwe Flick sollen solche Gespräche so natürlich und „normal“ wie möglich verlaufen (vgl. Flick, 2016, S. 372). Durch das Aufnehmen der Memos, kann der Forschungsprozess genaustens dokumentiert und analysiert werden. Für die Umsetzung dieser Daten des Forschungsprozesses nutzt die Autorin die Software MAXQDA (vgl. Goetz, 2018, S. 160), in welcher verschiedene Zugänge möglich sind: „von der einzelnen Gruppendiskussion, der einzelnen Kategorie oder auch von gruppierten Darstellungen“ (Goetz, 2018, S. 160-161). Dementsprechend kann die jeweilige Auswertung sowohl in der qualitativen als auch quantitativen Hinsicht unterstützend sein. Folglich legt Goetz den Schwerpunkt ihrer Datenfixierung nicht auf das klassische Medium der eigenen Notizen, sondern viel mehr auf moderne Medien, wie es dem Inhalt ihrer Dissertation entspricht.

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, nutzt Goetz zur Auswertung sowie Interpretation der Forschungsergebnisse die Software MAXQDA. Diese schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit (vgl. Goetz, 2018, S. 429). Ziel dieser Dissertatiosarbeit ist es, vergleichbare sowie übereinstimmende Auffassungen der Teilnehmer*innen bezüglich der Medienbildung/-erziehung und die damit entsprechende Durchführung im Alltag der Kindertagesstätten zu verdeutlichen. Die Auswertungsverfahren sollten dabei eine Stütze bilden, um auf entsprechende Zusammenhänge zu stoßen (vgl. Goetz, 2018, S. 159). Goetz setzt dabei den Fokus auf die Kita-Leitungskräfte und ihre Rolle in der Studie (vgl. Goetz, 2018, S. 389). Zur Auswertung der Fragebögen arbeitet die Autorin mit der sogenannten Grounded Theory, welche ein sozialwissenschaftlicher Ansatz für qualitative Daten ist, um diese systematisch sammeln und auswerten zu können. Das Vorhaben hierbei ist es, die Bildung der Theorie zu optimieren. Unterstützend wirkt in diesem Prozess ebenfalls die Software MAXQDA. Um die Forschungsfrage der wissenschaftlichen Arbeit zu beantworten, verwendet Goetz die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Diese dient zur systematischen Bearbeitung des Materials und kann nicht nur Texte, sondern auch Bilder und Töne analysieren. Um die Texte und Kommunikationsmaterialien detailliert auswerten zu können wird die Inhaltanalyse nach Mayring in fünf Schritte unterteilt, wodurch ein exakteres Arbeiten möglich ist. Dies zeigt, dass Goetz bei der Auswertung und Interpretation der Forschungsfrage sowohl qualitative als auch quantitative Begebenheiten berücksichtigt und somit im Rahmen ihrer Dissertation die Beantwortung der Forschungsfrage bestmöglich zu analysieren versucht.

7. (Geltungsbegründung und Gütekriterien)

Die Studie der Doktorandin Ilka Götz basiert sowohl auf qualitativen als auch quantitativen Forschungsprozessen. Daher werden unterschiedliche Forschungsabschnitte differenziert analysiert. Für den qualitativen Teil der Studie zieht Götz die Gütekriterien „[…] Objektivität, Reliabilität, und Validität […]“ (Götz, 2018, S.164) heran, welche für die Zuverlässigkeit, die Gültigkeit von Ergebnissen und die Unabhängigkeit von eingesetzten Personen der identischen Ergebnisse relevant sind. Ebenfalls bezieht sich Götz in ihrer Studie auf weitere Gütekriterien Steinkes (2000) der qualitativen Forschung wie intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Indikation des Forschungsprozesses, empirische Verankerung, Limitation, Kohärenz, Relevanz und reflektierte Subjektivität. Die zeigt, dass die Ergebnisse der vorliegenden Studie von Ilka Götz verallgemeinerbar sind, wobei jedoch auf Abweichungen in unterschiedlichen Bundesländern geachtet werden sollte (vgl. Götz, 2018, S. 429). Grundlegend hierfür sind allerdings nicht nur ihre neu erlangten Kenntnisse, sondern auch die „[…] Basis vorhandener theoretischer Grundlagen […]“ (Götz, 2018, S.429). Aufgrund dessen steigt die Nachvollziehbarkeit und der Erkenntnisgewinn des Lesers.

8. (Forschung als Diskurs)

Der „Diskurs nach außen“ (Flick, 1991. S. 171), den Befragten nach Abschluss des Forschungsprozesses eine Rückmeldung zu geben, wird in Goetz‘ Dissertation nicht thematisiert. Es werden lediglich Nachgespräche erwähnt, jedoch bleiben Zeitpunkt und Inhalt dieser Gespräche unklar. Desgleichen gilt für den „Diskurs nach innen“ (Flick, 1991, S. 171), den Diskurs der Forscher*innen über die Studie. Goetz erkennt, dass ihre Dissertation nicht vollständig ausgeschöpft wurde und verweist deshalb auf die Notwendigkeit das Theoriefeld ihrer Arbeit erneut in einem größeren Rahmen zu betrachten (Goetz, 2018, S. 156).

9. (Sonstiges)

Literatur

Flick, Uwe (1991): Stationen des qualitativen Forschungsprozesses. In Flick, Uwe: von Kardoff, Ernst; Keupp, Heiner; von Rosenstiel, Lutz; Wolff, Stephan (Hg.): Handbuch. Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. Psychologie Verlags Union, Weinheim 3. Auflage.

Flick, Uwe (1995): Theoretische Vorannahmen und Untersuchungsgegenstand. In: Flick, Uwe; v. Kardorff, Ernst; Keupp, Heiner; v. Rosensteil, Lutz; Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen 3. Auflage. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

Flick, Uwe (2000): Triangulation in der qualitativen Forschung. In: Flick, Uwe; von Kardorff, Ernst; Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 9. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Ein Überblick für die BA-Studiengänge. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2014): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Originalausgabe, vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, 6. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2016): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. 7. Auflage. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Goetz, Ilka (2018): Steuerungsmechanismen zur Sicherstellung der Medienbildung in Kindertagesstätten. Eine empirische Studie zur Kindertagesbetreuung im Land Berlin. Dortmund: Technische Universität Dortmund.

Mayring, Philipp (2000): Qualitative Inhaltsanalyse. In: Flick, Uwe; von Kardorff, Ernst; Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 9. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Steinke, Ines (2000): Gütekriterien qualitativer Forschung. In Flick, Uwe; von Kardoff, Ernst; Steinke, Ines (Hg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg.

Überarbeitete Endfassung

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

Die vorliegende Studie der Doktorandin Ilka Goetz handelt von „Steuerungsmechanismen zur Sicherstellung der Medienbildung in Kindertagesstätten“ (Goetz, 2018). Durch die immer bedeutendere Stellung der Mediennutzung in unserer heutigen Gesellschaft, erscheint der Umgang mit moderner Technik nahezu unaufhaltsam. Dadurch ist die Modernisierung und die damit verbundene Technisierung eine aktuelle gesellschaftliche Problematik, welche von Ilka Goetz in ihrer Studie aufgegriffen wird.

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Ilka Goetz beschäftigt sich in der Dissertation mit dem Gebrauch von Medien und dessen Umgang in Kindertagesstätten. Es wird der Thematik nach gegangen: „Auf welchem Stand befindet sich die frühe Medienbildung im Land Berlin und welche Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung werden identifiziert?“ (Goetz, 2018, S. 120). In ihrer Forschungsarbeit verfolgt die Autorin die Intention, inwiefern sich geschulte Fachkräfte mit solch effektiven Voraussetzungen in Kindertagesstätten Berlins befassen und wie diese umgesetzt werden können. Des Weiteren stellt sich die Frage, wie sich die frühe Medienbildung in bundesweiten Kindertagesstätten etablieren und eingliedern kann. Ilka Goetz beschränkt sich in ihrer Studie auf eine bestimmte Forschungsperspektive: Sie legt den Fokus auf die Institution Kindertagesstätte und geht somit automatisch auf die Kleinkinder ein, wodurch die Leitungskräfte, die Erzieher*innen und Eltern (vgl. Goetz, 2018, S.120) die Beteiligten der Studie bilden. Somit wählt Ilka Goetz die Forschungsperspektive Deskription von Lebenswelt, sozialem Handeln, sozialen Milieus (vgl. Flick, 1995, S. 152f).

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Vergleicht man die qualitative mit der quantitativen Forschung so erkennt man, dass sich die Autorin insbesondere mit der Qualität der Studie auseinandersetzt. Dies zeigt sich durch den singulären Standort Berlin und der damit verbundenen ausgewählten Personengruppe. Laut Goetz liegt der Schwerpunkt „[…] auf den gemeinsam geteilten Vorstellungen über die Medienbildung und Medienerziehung sowie den Hinweisen zu ihrer Gestaltung im Alltag der Kindertagesstätte“ (Goetz, 2018, S. 159). Folglich liegt der Fokus nicht auf dem medialen Handeln der Kinder, sondern vielmehr auf den bedeutenden pädagogischen Charakteren wie Leiter*innen, Erzieher*innen und Eltern. Dadurch drittelt sich die Annäherung an das Feld, jedoch liegen die Leitungskräfte der jeweiligen Institutionen hierbei im Zentrum der Betrachtung. Goetz ist sich diesbezüglich bewusst, dass dieser Schwerpunkt in der Auswertung der Daten beachtet und richtig eingeordnet werden muss. Die anderen beiden Akteure (Erzieher*innen, Eltern) haben vor allem in der Praxis eine wichtige Funktion und fundamentieren die Rolle der beobachtenden Autorin. Schließlich ist der Zugang des Felds dem wie und nicht dem wie viel geschuldet (vgl. Flick, 2014, S.154).

4. Erhebugsverfahren

Zur Datenerhebung wurde ein trianguliertes Verfahren angewendet. Ein trianguliertes Verfahren ist die Verwendung verschiedener methodischer Zugänge (vgl. Flick, 2000, S.309). In Goetz’ Dissertation erfolgt die Datenerhebung einerseits durch eine quantitative, schriftliche Befragung und andererseits durch eine qualitative Gruppendiskussion. Die schriftliche Befragung erfolgt in Form von Fragebögen. Diese werden in drei verschiedenen Varianten eingeteilt: offene, halboffene sowie geschlossene Fragen (vgl. Goetz, 2018, S. 144 f.). Im weiteren Verlauf der Studie folgt die Gruppendiskussion. Goetz wählt dabei ein qualitatives Sampling, welches sich durch die Beschäftigung und das Arrangieren forschungsrelevanter Kriterien ergibt (vgl. Flick, 2014, S. 155 f.). Hier sind die einzelnen Forschungsabschnitte stärker miteinander verknüpft und weisen eine Zirkularität auf (vgl. Flick, 2009, S. 75). Nach Flick lässt sich in dem hier entwickelten zirkulären Forschungsprozess die Hypothesengenerierung und das Prinzip der Offenheit aufweisen (vgl. Flick, 1991, S. 150 f.). Goetz‘ Dissertation zeigt, dass trotz einem qualitativen Forschungsprozess quantitative Aspekte aufgegriffen wurden, wie die schriftliche Befragung beweist (vgl. Goetz, 2018, S. 123).

5. Fixierung der Daten

Ilka Goetz nutzt zur Fixierung der Daten die Methode der Audioaufnahmen und entscheidet sich somit für eine moderne technische Variante. Dadurch wählt die Doktorandin das „Prinzip der Naturalistizität“ (Goetz, 2018, S. 153) und versucht demnach für das Forschungsobjekt, eine möglichst fremde und unnatürliche Situation zu vermeiden. Laut Uwe Flick sollen solche Gespräche so natürlich und „normal“ wie möglich verlaufen (vgl. Flick, 2016, S. 372). Durch das Aufnehmen der Memos, kann der Forschungsprozess genaustens dokumentiert und analysiert werden. Für die Umsetzung dieser Daten des Forschungsprozesses nutzt die Autorin die Software MAXQDA (vgl. Goetz, 2018, S. 160), in welcher verschiedene Zugänge möglich sind: „von der einzelnen Gruppendiskussion, der einzelnen Kategorie oder auch von gruppierten Darstellungen“ (Goetz, 2018, S. 160-161). Dementsprechend kann die jeweilige Auswertung sowohl in der qualitativen als auch quantitativen Hinsicht unterstützend sein. Folglich legt Goetz den Schwerpunkt ihrer Datenfixierung nicht auf das klassische Medium der eigenen Notizen, sondern viel mehr auf moderne Medien, wie es dem Inhalt ihrer Dissertation entspricht.

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Die Studie der Doktorandin Ilka Goetz basiert sowohl auf qualitativen als auch quantitativen Forschungsprozessen. Daher werden unterschiedliche Forschungsabschnitte differenziert analysiert. Für den qualitativen Teil der Studie zieht Goetz die Gütekriterien „[…] Objektivität, Reliabilität, und Validität […]“ (Goetz, 2018, S.164) heran, welche für die Zuverlässigkeit, die Gültigkeit von Ergebnissen und die Unabhängigkeit von eingesetzten Personen der identischen Ergebnisse relevant sind. Ebenfalls bezieht sich Götz in ihrer Studie auf weitere Gütekriterien Steinkes (2000) der qualitativen Forschung wie intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Indikation des Forschungsprozesses, empirische Verankerung, Limitation, Kohärenz, Relevanz und reflektierte Subjektivität. Die zeigt, dass die Ergebnisse der vorliegenden Studie von Ilka Goetz verallgemeinerbar sind, wobei jedoch auf Abweichungen in unterschiedlichen Bundesländern geachtet werden sollte (vgl. Goetz, 2018, S. 429). Grundlegend hierfür sind allerdings nicht nur ihre neu erlangten Kenntnisse, sondern auch die „[…] Basis vorhandener theoretischer Grundlagen […]“ (Goetz, 2018, S.429). Aufgrund dessen steigt die Nachvollziehbarkeit und der Erkenntnisgewinn des Lesers.

8. Forschung als Diskurs

Der „Diskurs nach außen“ (Flick, 1991. S. 171), den Befragten nach Abschluss des Forschungsprozesses eine Rückmeldung zu geben, wird in Goetz‘ Dissertation nicht thematisiert. Es werden lediglich Nachgespräche erwähnt, jedoch bleiben Zeitpunkt und Inhalt dieser Gespräche unklar. Desgleichen gilt für den „Diskurs nach innen“ (Flick, 1991, S. 171), den Diskurs der Forscher*innen über die Studie. Goetz erkennt, dass ihre Dissertation nicht vollständig ausgeschöpft wurde und verweist deshalb auf die Notwendigkeit das Theoriefeld ihrer Arbeit erneut in einem größeren Rahmen zu betrachten (Goetz, 2018, S. 156).

9. Sonstiges

Literatur

Flick, Uwe (1991): Stationen des qualitativen Forschungsprozesses. In Flick, Uwe: von Kardoff, Ernst; Keupp, Heiner; von Rosenstiel, Lutz; Wolff, Stephan (Hg.): Handbuch. Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. Psychologie Verlags Union, Weinheim 3. Auflage.

Flick, Uwe (1995): Theoretische Vorannahmen und Untersuchungsgegenstand. In: Flick, Uwe; v. Kardorff, Ernst; Keupp, Heiner; v. Rosensteil, Lutz; Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen 3. Auflage. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

Flick, Uwe (2000): Triangulation in der qualitativen Forschung. In: Flick, Uwe; von Kardorff, Ernst; Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 9. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Ein Überblick für die BA-Studiengänge. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2014): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Originalausgabe, vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, 6. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Flick, Uwe (2016): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. 7. Auflage. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Goetz, Ilka (2018): Steuerungsmechanismen zur Sicherstellung der Medienbildung in Kindertagesstätten. Eine empirische Studie zur Kindertagesbetreuung im Land Berlin. Dortmund: Technische Universität Dortmund.

Mayring, Philipp (2000): Qualitative Inhaltsanalyse. In: Flick, Uwe; von Kardorff, Ernst; Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 9. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Steinke, Ines (2000): Gütekriterien qualitativer Forschung. In Flick, Uwe; von Kardoff, Ernst; Steinke, Ines (Hg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg.

Kommentare

Diskussion

Valentina Bohland, 2020/07/01 16:45, 2020/07/01 16:45

Ranking: Platz 1 Liebe Marianna und Eva, Ihr Entwurf zur Studienanalyse gefällt mir gut. Meiner Meinung nach habt ihr gut den Einstieg ins Thema gestaltet. Die Nachvollziehbarkeit des Textes ist gewährleistet. Ihr benutzt den wissenschaftlichen Schreibstil und man erkennt einen roten Faden. Der Zitationsstil ist einheitlich und auch gut strukturiert. Es ist mir aber aufgefallen, dass das Literaturverzeichnis nicht alphabetisch sortiert ist. Ich ranke euch auf Platz 1 und wünsche euch viel Erfolg. Weiter so.

Merve Nur Suna, 2020/07/04 21:33, 2020/07/04 21:34

Liebe Marianna und Eva,

euer Entwurf zur Studienanalyse gefällt uns gut. Die Studie wird verständlich erläutert und beschrieben. Ihr habt eine einheitliche Zitierweise und verschiedene Literatur verwendet. Allgemein ist euer Entwurf sprachlich gut verständlich, jedoch an manchen Stellen unklar. Wir haben euch somit auf den Platz 2 gerankt und wünschen euch weiterhin viel Erfolg!:)

Liebe Grüße Hatvida und Merve

Nur Güzel, 2020/07/06 20:31

Feedback von Nur Güzel (Tandem 23)

Der erste Entwurf eurer Analyse ist euch gut gelungen. Ihr habt euch im Rahmen eurer Analyse ein gut verständlichen, aber trotzdem wissenschaftlichen Sprache bedient. Außerdem habt ihr durch einen sehr guten Einleitungssatz an das Thema eurer Arbeit herangeführt. Besonders gut fand ich, dass komplexe Begriffe und Zusammenhänge verständlich erläutert wurden. Die inhaltliche Struktur der Analyse ermöglicht einen guten Überblick sowie ein flüssiges Lesen. Besonders gut hat mir gefallen, dass ihr auf beide Forschungsaspekte, die qualitativen sowie die quantitativen, eingegangen seid. Ihr habt diese gut und verständlich erläutert und aufgezeigt, wann und wie Goetz diese für ihre Studie verwendet hat. Für die finale Version solltet ihr mehrere Quellen verschiedener Autor*innen heranziehen. Eure Textbelege und Quellenangaben ist meiner Kenntnis nach richtig.

In meinem Ranking belegt ihr den 1. Platz. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg! :-)

Maria Giovanna Lanzalaco, 2020/07/06 20:44, 2020/07/06 21:59

Liebe Marianna und Eva, wir haben eure Studienanalyse auf Platz 1 gesetzt. Wir waren uns einig, dass eure Studienanalyse begreiflich und sehr überzeugend ist. Die verschiedenen Themen werden klar strukturiert und in wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht. Ihr habt einiges an Literatur eingebracht und wir konnten keine Fehler beziehungsweise Rechtschreibfehler erkennen. Wie auch Valentina angesprochen hat, ist uns die nicht alphabetische Reihenfolge der Literaturangabe aufgefallen. Im Punkt 2 der letze Satz, wird bei Tandem 23 und 24 auch erwähnt. Wahrscheinlich zufällig. Diesen könnte man umschreiben oder näher darauf eingehen. Jedoch hinderte es uns nicht daran, euch auf den 1 Platz zu ranken. Denn die Studienanalyse ist unserer Meinung nach sehr verständlich und gut zusammengefasst.

Wir wünschen euch viel Erfolg für eure überarbeitete Studienanalyse! Giovanna und Gwendolyn

Alexander Neidig, 2020/07/06 21:47, 2020/07/06 21:55

Ranking: Platz 1. Liebe Marianna und liebe Eva, euer Entwurf der Studienanalyse gefällt mir sehr gut. Die Einleitung ist euch sehr gut gelungen. Es ist ein roter Faden zu erkennen und ihr habt beispielsweise den Feldzugang oder auch das Erhebungsverfahren sehr verständlich erklärt. Eure Zitierweise ist einheitlich und ihr habt auch viel Literatur benutzt. Grammatikalisch sind mir keine Fehler aufgefallen, weshalb ich euch auf Platz 1 ranke. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit der überarbeiteten Studienanalyse.

Liebe Grüße, Alexander

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