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 ==== 7. (Geltungsbegründung und Gütekriterien) ==== ==== 7. (Geltungsbegründung und Gütekriterien) ====
  
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 ==== 8. (Forschung als Diskurs) ==== ==== 8. (Forschung als Diskurs) ====
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 ==== 1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung ==== ==== 1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung ====
  
 +Die Dissertation von Sue-Ann Bäsler aus dem Jahr 2009 mit dem Titel: //„Lernen und Lehren mit Medien und über Medien. Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften“//, befasst sich mit dem derzeitigen Stand der Lehrer*innen mit dem Fokus auf Medien. Dabei stützt sich Bäsler auf das Habituskonzept von Pierre Bourdieu (Vgl. Bäsler, 2009, S.9.). In dieser Arbeit untersucht die Autorin anhand verschiedener Theorien/Studien:
 +
 +  * Biermann (2009) (Vgl. Bäsler, 2009, S.11).
 +  * Kommer (2010) (Vgl. Ebd., S.12).
 +  * Mutsch (2012) (Vgl. Ebd., S.14).
 +  * Grubesic (2013) (Vgl. Ebd., S.15).
 +  * Henrichwark (2009) (Vgl. Ebd., S.16).
 +  * ...
 +
 +die Logik bzw. die Zusammenhänge zwischen den zuvor genannten Aspekten, um die Forschungsfrage zu beantworten. Ferner davon erklärt Bäsler, dass ihre Forschung auf den Modellen von Blömeke (2000) und Kommer & Biermann (2012) beruhen (Vgl. Ebd., S.9). Des Weiteren gibt es in ihrer Arbeit viele explizite Hypothesen (Vgl. Ebd., S.52, 181, 192,...). Ziel des Theorie-Gegenstand-Verhältnisses ist es herauszufinden, ob die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz in der Universität zur Entwicklung des medialen Habitus beitragen könne (Vgl. Ebd., S.59).
  
 ==== 2. Fragestellung und Forschungsperspektive ==== ==== 2. Fragestellung und Forschungsperspektive ====
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 Nach Flick sind bei dem Einstieg in das Untersuchungsfeld vier Probleme zu lösen:  Nach Flick sind bei dem Einstieg in das Untersuchungsfeld vier Probleme zu lösen: 
  
-//1. Zugang zur Institution 2. Zugang zu Einzelpersonen 3. Abklärung von Genehmigungen 4. Frage des Datenschutzes.//(Vgl. Flick, 2009, S.66)+  * 1. Zugang zur Institution  
 +  * 2. Zugang zu Einzelpersonen  
 +  * 3. Abklärung von Genehmigungen  
 +  * 4. Frage des Datenschutzes.(Vgl. Flick, 2009, S.66)
  
 Bei Bäsler erfolgt der Feldzugang, indem sie die sechs Unterfragen beantwortet und eine Zusammenfassung des bisherigen Forschungsstandes erläutert. Erst auf Grundlage letzterer nähert sie sich dem Thema/Feld intensiv.(Vgl. Bäsler, 2009, S.59ff.) Dabei wählt sie als Forschungsdesign eine Querschnittstudie, da die Befragung einmalig durchgeführt wurde und nicht zu mehreren Zeitpunkten. Kritisch betrachten könnte man den Aspekt, dass die Forscherin sich distanziert, indem sie das Interview über Telefonate (Skype) gestaltet und somit keine persönliche Nähe schafft. Hierbei wird deutlich, dass die Autorin auf das Einnehmen einer Innenperspektive verzichtet, da sie die beiden Universitäten (Medienuni & Vergleichsuni) nicht besucht.(Vgl. Ebd., S.63ff.) Bei Bäsler erfolgt der Feldzugang, indem sie die sechs Unterfragen beantwortet und eine Zusammenfassung des bisherigen Forschungsstandes erläutert. Erst auf Grundlage letzterer nähert sie sich dem Thema/Feld intensiv.(Vgl. Bäsler, 2009, S.59ff.) Dabei wählt sie als Forschungsdesign eine Querschnittstudie, da die Befragung einmalig durchgeführt wurde und nicht zu mehreren Zeitpunkten. Kritisch betrachten könnte man den Aspekt, dass die Forscherin sich distanziert, indem sie das Interview über Telefonate (Skype) gestaltet und somit keine persönliche Nähe schafft. Hierbei wird deutlich, dass die Autorin auf das Einnehmen einer Innenperspektive verzichtet, da sie die beiden Universitäten (Medienuni & Vergleichsuni) nicht besucht.(Vgl. Ebd., S.63ff.)
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 ==== 6. Auswertungsverfahren und Interpretation ==== ==== 6. Auswertungsverfahren und Interpretation ====
  
 +Zur Datenauswertung hat Bäsler die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring genommen, welche aber nicht zwingend zu den gewünschten Ergebnissen führt, sich aber hervorragend für Interviewmaterial eignet (Vgl. Bäsler, 2009, S.68ff.). Der Vorteil der Methode ist die systematische Einfachheit, da sie sich in Schritte aufteilt, eingegliedert in Kategorien. In dem Modell nach Mayring gibt es zwei grundlegende Codes: die Hauptkategorien (Codes) und die Unterkategorien (Subcodes) (Vgl. Mayring, 2016, S.118ff.). Ausgehend davon werden einzelne Textpassagen letzteren zugeordnet (Vgl. Bäsler, 2009, S.78ff.). Die Methode scheint für die Menge des Materials angemessen, da viel Material in kurzer Zeit eingeteilt werden kann. Die Auswertung ist durch Anhang des Kodierleitfadens transparent(Vgl. Ebd., S.222ff.) und das Material konnte durch diese Vorgehensweise auf drei Seiten verkürzt werden. Ferner davon wurde für die vorliegende Forschungsarbeit eine spezielle computergestütze Auswertung angewendet, wobei Bäsler sich hier an die sieben Schritte von Kuckartz anlehnt (Vgl. Ebd., S.69) Positiv kann man hierbei bewerten, dass durch die streng vorgegebenen Codes die Einteilung des Materials nachvollziehbar und sorgfältig erfolgt. Des Weiteren gewährleistet die ständige Verfügbarkeit der Codes das Vorhandensein eines roten Fadens. Kritisch betrachten muss man hierbei jedoch, dass trotz aller Sorgfalt der Verlust von Textpassagen und somit auch von eventuell wichtigem Material vorkommen kann.
 ==== 7. Geltungsbegründung und Gütekriterien ==== ==== 7. Geltungsbegründung und Gütekriterien ====
  
 +Mayring ist der Ansicht, dass die sozialwissenschaftliche Methodenlehre die Gütekriterien in zwei Maße einteilt. Zum einen in die Reliabilität (Zuverlässigkeit = //„Stabilität und Genauigkeit der Messung sowie der Konstanz der Messbedingungen“// (Friedrichs 1973, S. 102)) und zum anderen in die Validität (Gültigkeit = //„ob das gemessen wird, was gemessen werden sollte“// (Friedrichs 1973, S. 100). Hierbei kann man weiter unterscheiden (Vgl. Mayring, 2015, S.123):
 +
 +1. Reliabilität
 +  * a) Re-Test
 +  * b) Parallel-Test
 +  * c) Konsistenz (Split-half)
 +
 +2. Validität
 +  * a) Außenkriterium
 +  * b) Vorhersagevalidität
 +  * c) Extremgruppe
 +  * d) Konstruktvalidität
 +
 +Nach Mayring wurden diese Gütekriterien und ihre Übertragbarkeit auf beispielsweise inhaltsanalytische Forschung kritisch betrachtet: 
 +
 +//„Bei Reliabilitätsbestimmungen erscheinen Paralleltestverfahren problematisch, da die Äquivalenz zweier Instrumente bei der Analyse sprachlichen Materials nur sehr selten erweisbar sein dürfte. Auch die Split-half-Methode wird nur selten sinnvoll anzuwenden sein, da der Umfang (...) meist so bestimmt wird, dass in einzelnen Teilen zentrale, das Gesamtergebnis verändernde Ergebnisse auftauchen können. So wird bei inhaltsanalytischen Reliabilitätsbestimmungen (...) so vorgegangen, dass die gesamte Analyse (...) von mehreren Personen durchgeführt wird und die Ergebnisse verglichen werden (Intercoderreliabilität).“// (Mayring, 2015, S.124).
  
 +Somit hat Bäsler in der vorliegenden Forschungsarbeit an einem Teil die induktive Kategorienbildung von einer weiteren Person vornehmen lassen (Vgl. Bäsler, 2009, S.76). Zum Aspekt der Validität hat Bäsler das Außenkriterium gewählt, was bedeutet, dass Untersuchungen, welche in einem engen Zusammenhang stehen, vergleichsweise herangezogen werden (Vgl. Ebd.).
 ==== 8. Forschung als Diskurs ==== ==== 8. Forschung als Diskurs ====
  
 +Die Autorin gibt den Befragten keinerlei Rückmeldung zu den Ergebnissen. Nach Flick könnte eine Rückmeldung auf drei unterschiedlichen Wegen geschehen:
 +
 +  - Einholen der Zustimmung zur Wiedergabe der Aussagen
 +  - Rückmeldung der Interpretation
 +  - Nach Abschluss der Forschungsarbeit (Vgl. Flick, 2009, S.170; Vgl. Tandem 06, 2019).
 +
 +Bäsler strebt jedoch eine Veränderung der Lehrerbildung an (Vgl. Tandem 06, 2019), was in der Dissertation an dem Punkt: Implikationen für die Lehrkräftebildung deutlich wird (Vgl. Bäsler, 2009, S.101). 
  
 ==== 9. Sonstiges ==== ==== 9. Sonstiges ====
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 ==== Literatur ==== ==== Literatur ====
   * Bäsler, Sue-Ann: Lernen und Lehren mit Medien und über Medien. Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin, 2009.   * Bäsler, Sue-Ann: Lernen und Lehren mit Medien und über Medien. Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin, 2009.
-  * Flick, Uwe et al.: Handbuch Qualitative Sozialforschung, 2.Auflage, Weinheim: Beltz Verlagsgruppe, 1995. +  * Flick, Uwe et al.: Handbuch Qualitative Sozialforschung, 2.Auflage, Weinheim: Beltz Verlagsgruppe, 1995. 
 +  * Flick, Uwe: Sozialforschung: Methoden und Anwendungen; ein Überblick für die BA-Studiengänge, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 2009.  
   * Flick, Uwe: Sozialforschung: Methoden und Anwendungen: ein Überblick für die BA-Studiengänge, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2016.   * Flick, Uwe: Sozialforschung: Methoden und Anwendungen: ein Überblick für die BA-Studiengänge, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2016.
   * Hug, Theo et al.: Empirisch forschen: die Planung und Umsetzung von Projekten im Studium, 2. Auflage, Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH, 2015.   * Hug, Theo et al.: Empirisch forschen: die Planung und Umsetzung von Projekten im Studium, 2. Auflage, Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH, 2015.
   * Kromrey, Helmut; Roose, Jochen; Strübling, Jörg: Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive, 13.Auflage, Stuttgart: UTB, 2016.   * Kromrey, Helmut; Roose, Jochen; Strübling, Jörg: Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung mit Annotationen aus qualitativ-interpretativer Perspektive, 13.Auflage, Stuttgart: UTB, 2016.
-  * Mayring, Philipp: Einführung in die qualitative Sozialforschung: eine Anleitung zu qualitativem Denken, 6. Auflage, Weinheim; Basel: Beltz, 2016. +  * Mayring, Philipp: Einführung in die qualitative Sozialforschung: eine Anleitung zu qualitativem Denken, 6. Auflage, Weinheim; Basel: Beltz, 2016
 +  * Mayring, Philipp: Qualitative Inhaltsanalyse: Grundlagen und Technicken, 12. Auflage, Weinheim: Beltz Verlagsgruppe, 2015
  
  
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