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Tandem 07

  • Tandempartner 1:Sandra Lühn
  • Tandempartner 2:Susanne Theobald

1. (Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

In der vorliegenden Studienanalyse von Sue-Ann Bäßler „Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften“, beschäftigt sich die Autorin mit der Thematik, ob und inwiefern sich eine medienpädagogische Ausbildung während der Lehrerausbildung im universitären Kontext auf den medialen Habitus auswirkt(Bäsler 2019, S.59). Bei der Studie handelt es sich um eine qualitative Studie mit einem querschnittlichen Design (Bäsler 2019, S. 187). Qualitative Studien orientieren sich laut Flick nicht an einem theoretischen Modell des Untersuchungsgegenstandes. Es werden somit keine Hypothesen und Operationalisierungen verwendet (Flick 2009, S.24). In qualitativen Studien legt man den Fokus auf ein subjektives Feedback der gezielt ausgewählten Teilnehmer/innen, weshalb man einer offenen Fragestellung folgt(Flick 2009, S. 25). Bäsler setzt dies in ihrer Studie um, indem sie Interviews mit halbstrukturierten Leitfäden mit Studierenden an zwei Universitäten durchführt und deren Einschätzungen miteinander vergleicht.

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

In der Analyse wird untersucht, „ob und inwiefern sich medienpädagogische Ausbildung im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung einerseits und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden andererseits gegenseitig bedingen und damit einhergehend eine Formung des medialen Habitus stattfinden kann“ (Bäsler 2019, S.59). Daraus entwickelt Bäsler ihre Forschungsfrage(Bäsler 2019, S. 59). Nach Flick kann eine Studie auch mehrere Unterfragestellungen beinhalten(Flick 2009, S.39). Bäsler wendet dies an und formuliert sechs Unterfragestellungen, um die Forschungsfrage zu bearbeiten( Bäsler 2019, S.59f.) Die Autorin stellt in ihrer Analyse fest, dass die Mediennutzung einen wesentlichen Bestandteil der heutigen Gesellschaft darstellt. Die Thematik der Studie ist somit in vollem Maße praxisrelevant. Bäsler zeigt auf, dass Lehrkräfte zur Medienbildung beitragen und sowohl Politik als auch Wissenschaft Medienbildung an Schulen als sinnvoll ansehen(Bäsler 2019, S. 6). Hierbei geht sie auf die noch wenig ausgereifte Medienbildung an deutschen Schulen ein(Bäsler, ebd.). Eine Begründung hierfür stellen die Einstellung und Kompetenz der Lehrkräfte sowie die unzureichende Ausbildung an den Universitäten dar(Bäsler, ebd.). Nach Flick (2009, S. 39) sollte die Formulierung einer Fragestellung eindeutig und zielgerichtet sein. Bäslers Fragestellung weist eine Transparenz auf. Jedoch lässt sich bemerken, dass zwischen den teilnehmenden Lehramtsstudenten/innen nicht bezüglich der von ihnen zukünftig unterrichteten Klassenstufen differenziert wurde. Eventuell ließen sich hier aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Schüler/innen unterschiedliche Einschätzungen der Studenten/innen bezüglich der Wirkung von medialer Bildung feststellen.

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Der Feldzugang in der Untersuchung von Bäsler erfolgte über das Forschungsfeld des medialen Habitus bezüglich der Medienbildung und Medienerziehung. In der Forschungsarbeit orientierte sie sich handlungsleitend an dem Konzept der Forschungsarbeit des medialen Habitus nach Kommer und Biermann(2012). Sie bezieht sich auf das Habituskonzept in Anlehnung an Pierre Bourdieu(Bäsler, 2019). Als Forschungsdesign wurde die Querschnittsstudie gewählt (Bäsler 2019,S.187). Dabei wird der Querschnitt eines Bestandes zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogen (vgl. Flick 2009,S.81). Dies gelingt durch ein zeitlich festgelegte Befragungen, wodurch die adäquate Darstellung der momentanen Situation entsteht. Bäsler bildete ihrer Studie dafür zwei Kohorten (Medienuniversität und Vergleichsuniversität), welche im weiteren Verlauf der Studie gegenüber gestellt wurden (vgl. Bäsler 2019,S.66). Dieser Vergleich zwischen zwei Gruppen ist ebenfalls festgelegt für eine Querschnittsstudie (vgl. Flick 2009,S.82). Insgesamt wurden 1200 Studenten in Bezug auf ihre Medienbildung und Medienerziehung befragt. Über die Auswertung der Daten in ihren Stichproben ist Bäsler im weiteren Verlauf ihrer Arbeit vorgegangen. Ihr Feld bezieht sich dabei auf die Erfahrung der Studenten mit der Mediennutzung.

4. Erhebugsverfahren

Als Ausgangspunkt ihrer Forschung betrachtete Bäsler unter anderem die Studie zum medialen Habitus von Kommer und Biermann (2012) sowie die Studie von Blömeke (2003) zur medienpädagogischen Kompetenz ( Bäsler 2019, S.60). Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um ein nicht standardisiertes, halboffenes Leitfadeninterview und der Nutzung von verbalen Daten (Bäsler 2019, S. 62). Die Befragungen vollzog Bäsler entsprechend eines strukturierten, offenen und flexiblen Interviews. Dies meint, dass der Dialog keinem akkuratem Interviewleitfaden folgt. Es besteht die Möglichkeit die Reihenfolge der Fragen zu verändern. Dies machte sich die Autorin zu nutze. Ziel dieses flexiblen Interviews ist es, eine „individuelle Sicht des Interviewpartners auf das Thema zu erhalten“ (Flick 2009, S. 114). So hat sowohl er Interviewpartner als auch der Forschende Einfluss auf die Strukturierung und Durchführung des Interviews( Flick 1995, S. 158). Die Daten sind trotz dieser interaktiven Herangehensweise vergleichbar, da sie die Leitfragen in allen Interviews decken und an die Teilnehemer/innen herangetragen werden. Lediglich die Reihenfolge der Fragen weißt Unregelmäßigkeiten auf(Mayering 2016, S. 70). In der Studie wird außerdem nicht die Situation, sondern die Bewertung der Situation durch die Studenten Betrachtet. Bäsler führt jedoch auf, dass eine längsschnittliche Studie aufschlussreicher wäre und kritisiert damit ihre gewählte Methode(Bäsler 2019, S. 186).

5. Fixierung der Daten

Der Prozess der Datenfixierung besteht aus zwei Schritten. Dem der Aufzeichnung und dem der Transkription(Flick 1995, S. 160). Auch in Bäslers Forschungsarbeit sind diese zwei Anteile bei der Datenfixierung zu erkennen. Für die Datenerhebung wurde laut Bäsler(2019,S. 62) das Instrument des halb-offenen Leitfadeninterviews verwendet. Hieraus ergibt sich, dass Bäsler in ihrer Studie Interviews durchführte. Die Autorin beschreibt, dass Skype- Interviews im mp3-Format und telefonisch durchgeführte Interviews im amr-Format aufgezeichnet wurden(Bäsler 2019,S. 67). Eine Aussage über die Aufzeichnung der im persönlichen Gespräch erhobenen Daten tätigt sie nicht. Es lässt sich jedoch annehmen, dass auch diese Daten in mp3-Format fixiert wurden. Diese Form der Datenfixierung ermöglicht ein ungestörtes Gespräch zwischen den Interviewpartnern und vermeidet Störungen, die bei der schriftlichen Notation auftreten und den Redefluss behindern könnten(Flick 2009,S.160f.). Bäsler lässt hierdurch ein „natürliches“ Gespräch und das Weichen des „Interviewcharakters“ aus der Befragung entstehen(ebd.S.161). Die Transkription des in den Interviews erhobenen Datenmaterials wurde mit dem Programm f4 durchgeführt(Bäsler 2019,S. 67). Um Audiodateien im amr-Format in ein mp3-Format zu konvertieren,nutzte Bäsler einen Online-Dienst(ebd.). Die Autorin macht deutlich, dass die Transkriptionen durch externe, nicht projektbezogene Personen durchgeführt wurden, die zuvor eine Aufklärung über die durch Bäsler festgelegten Transkriptionsregeln erhielten. Diese wurden einfach gehalten(Bäsler,S. 67). Diese Vereinfachung ist dahingehend zu rechtfertigen, dass in der Studie eine soziologische Fragestellung erforscht wird und hierfür die Linguistik weniger relevant ist(Flick 2009,S.161f.). Durch diese Herangehensweise macht die Forscherin eine Übersichtlichkeit des Datenmaterials möglich(ebd.S.162).

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Zur Analyse und Interpretation der Daten verwendete Bäsler die qualitative Inhaltanalyse nach Mayring(Bäsler 2019,S. 62). Hier bedient man sich der induktiven Kategoriegewinnung(Bäsler 2019,S. 68). Es werden Forschungsfragen an das Datenmaterial herangetragen, um dieses für eine übersichtlichere Analyse zu kategorisieren. Um die unterschiedlichen Textabschnitte den Kategorien zuzuordnen, orientierte sich Bäsler an einem Kodierleitfadens(Bäsler 2019,S. 68). Da die Kategorien und theoretischen Zusammenhänge hierbei aus dem Datenmaterial gebildet werden, lässt sich eine Authentizität in der Studie feststellen(Flick, 2009,S. 164). Die Kategorisierung des Datenmaterials führt zu einer Reduktion und somit laut Flick(2009,S.165f.) zu der Möglichkeit einer übersichtlicheren Bearbeitung. Bäsler geht in ihrer Studie jedoch nicht darauf ein, welche Ausschlusskriterien über ein Ausschließen bestimmter Textpassagen entschied. Hier könnte man die Autorin mit subjektiver Beurteilung konfrontieren. Zur technischen Ausarbeitung verwendete die Forscherin das Programm MAXQDA( Bäsler 2019,S. 69).

7. (Geltungsbegründung und Gütekriterien)

Geltungsbegründungen nach Flick, sind Vorgehensweisen zur Qualitätssicherung und Belegbarkeit der Ergebnisse durch den Forscher/in (Flick, 1995, S.167). Bäsler geht bezüglich der Gütekriterien konkret auf die Aspekte Reliabilität und die Validität ein(Bäsler 2019,S.76). Um die Studie zu belegen und deren Nachprüfbarkeit zu sichern, bedient die Autorin sich der Methode der Interkodierreliabilität(ebd.). Hierbei wird die Kategorienbildung von zwei oder mehreren Personen vollzogen, um sicher zu stellen, dass die Kategorien eine Objektivität aufweisen(Mayering 2010,S.117). Je größer die Anzahl an Personen, die orientiert an diesem Verfahren mit in die Kategorienbildung einbezogen werden, desto höher wird die Reliabilität der Studie ausfallen. Genau diesen Aspekt bemängelt die Autorin auch selbst in ihrer Reflexion. Dies ist ein anzusprechender Schwachpunkt der Studie(Bäsler 2019,S.186). Zu bemerken ist, dass Interkodierreliabilität an sich kritisch zu betrachten ist, da nur bei einfachen Analysen hohe Übereinstimmungen im Kodierverhalten vorliegen. Auf die Interkodierreliabilität ist somit keine hohe Zuverlässigkeit zurück zu führen(Mayering 2010,S.117). Um Validität zu ermöglichen, wurde das Außenkriterium angewandt. Dies beschreibt, dass an die betreffende Studie vergleichbare Forschungen herangezogen werden. Bäsler beschränkte sich bei diesem Vorgehen auf fünf weitere Studien mit thematischem Bezug zu ihrer(Bäsler 2019,S. 165). Hierzu beschreibt Mayering, dass die Gültigkeit dieser herangezogenen Werke belegbar sein muss (S.118 2010). Gemäß dessen, äußert sich Bäsler nicht. Sie bezieht keine Stellung zur Gültigkeit der „Vergleichsstudien“.

8. (Forschung als Diskurs)

Die Autorin erläutert in ihrer Analyse ausführlich die Durchführung ihrer Studie. Ablauf der Interviews, Struktur er Datenerhebung und der allgemeine Strukturelle Aufbau mit verwendeten Verfahren werden von ihr sehr ausführlich beschrieben. Über die Ergebnisse und Einstellungen der Teilnehmer/innen zum Thema informiert sie wenig bis gar nicht. Flick äußert hierzu drei Möglichkeiten den Teilnehmer/innen Rückmeldung über die Ergebnissen zu geben. Durch das Einholen von Zustimmung zur Wiedergabe der Aussagen, durch die Rückmeldung der Interpretation oder nach Abschluss der Forschungsarbeit (Flick 2009, S. 170). Da Bäsler die Aussagen der Studierenden zitiert(Bäsler 2019, S. 82ff), lästt sich davon ausgehen, dass sie die Zustimmung der Befragten eingeholt haben. Hierüber klärt sie jedoch nicht auf. Auch auf die Rückmeldung der Interpretation geht sie nicht ein. Dies geschieht lediglich innerhalb der Interviews, da Bäsler diese mit Impulsfragen strukturiert hat, um die Gespräche einzuleiten. Eine Feedback hierzu bleibt jedoch außen vor. Eine Rückmeldung nach Abschluss der Forschungsarbeit wird nicht erwähnt. Bäsler scheint somit die die Rückmeldung an die Teilnehemr/innen nicht in ihre Durchführung einbezogen zu haben. Flick bewertet dies allerdings mit einer großen Wichtigkeit, da durch diesen Einbezug der Teilnehmer/innen die Gültigkeit der Studienergebnisse enorm steige. (2009, S.170) Durch den direkten Vergleich ihrer Forschungsergebnisse mit durch andere Forscher erhobenen Ergebnissen, trägt sie einen Teil zum Fachdiskurs bei(Bäsler 2019,S. 165). Jedoch gehen alle von ihr getroffenen Beurteilung auf ihre subjektiven Bewertungen zurück. Um den Fachdiskurs zu bereichern, bedarf es einem Austausch mit weiteren Forschern/innen des Themenfeldes. Dies würde die Möglichkeit der objektiven Betrachtung ihrer Forschungsergebnisse und allgemein ihrer Forschungsfrage erhöhen.

9. (Sonstiges)

Literatur


Überarbeitete Endfassung

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

In der vorliegenden Studienanalyse von Sue-Ann Bäßler „Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften“, beschäftigt sich die Autorin mit der Thematik, ob und inwiefern sich eine medienpädagogische Ausbildung während der Lehrerausbildung im universitären Kontext auf den medialen Habitus auswirkt(Bäsler 2019, S.59). Bei der Studie handelt es sich um eine qualitative Studie mit einem querschnittlichen Design (Bäsler 2019, S. 187). Qualitative Studien orientieren sich laut Flick nicht an einem theoretischen Modell des Untersuchungsgegenstandes. Es werden somit keine Hypothesen und Operationalisierungen verwendet (Flick 2009, S.24). In qualitativen Studien legt man den Fokus auf ein subjektives Feedback der gezielt ausgewählten Teilnehmer/innen, weshalb man einer offenen Fragestellung folgt(Flick 2009, S. 25). Bäsler setzt dies in ihrer Studie um, indem sie Interviews mit halbstrukturierten Leitfäden mit Studierenden an zwei Universitäten durchführt und deren Einschätzungen miteinander vergleicht.

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

In der Analyse wird untersucht, „ob und inwiefern sich medienpädagogische Ausbildung im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung einerseits und der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden andererseits gegenseitig bedingen und damit einhergehend eine Formung des medialen Habitus stattfinden kann“ (Bäsler 2019, S.59). Daraus entwickelt Bäsler ihre Forschungsfrage(Bäsler 2019, S. 59). Nach Flick kann eine Studie auch mehrere Unterfragestellungen beinhalten(Flick 2009, S.39). Bäsler wendet dies an und formuliert sechs Unterfragestellungen, um die Forschungsfrage zu bearbeiten( Bäsler 2019, S.59f.) Die Autorin stellt in ihrer Analyse fest, dass die Mediennutzung einen wesentlichen Bestandteil der heutigen Gesellschaft darstellt. Die Thematik der Studie ist somit in vollem Maße praxisrelevant. Bäsler zeigt auf, dass Lehrkräfte zur Medienbildung beitragen und sowohl Politik als auch Wissenschaft Medienbildung an Schulen als sinnvoll ansehen(Bäsler 2019, S. 6). Hierbei geht sie auf die noch wenig ausgereifte Medienbildung an deutschen Schulen ein(Bäsler, ebd.). Eine Begründung hierfür stellen die Einstellung und Kompetenz der Lehrkräfte sowie die unzureichende Ausbildung an den Universitäten dar(Bäsler, ebd.). Nach Flick (2009, S. 39) sollte die Formulierung einer Fragestellung eindeutig und zielgerichtet sein. Bäslers Fragestellung weist eine Transparenz auf. Jedoch lässt sich bemerken, dass zwischen den teilnehmenden Lehramtsstudenten/innen nicht bezüglich der von ihnen zukünftig unterrichteten Klassenstufen differenziert wurde. Eventuell ließen sich hier aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Schüler/innen unterschiedliche Einschätzungen der Studenten/innen bezüglich der Wirkung von medialer Bildung feststellen.

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Der Feldzugang in der Untersuchung von Bäsler erfolgte über das Forschungsfeld des medialen Habitus bezüglich der Medienbildung und Medienerziehung. In der Forschungsarbeit orientierte sie sich handlungsleitend an dem Konzept der Forschungsarbeit des medialen Habitus nach Kommer und Biermann(2012). Sie bezieht sich auf das Habituskonzept in Anlehnung an Pierre Bourdieu(Bäsler, 2019). Als Forschungsdesign wurde die Querschnittsstudie gewählt (Bäsler 2019,S.187). Dabei wird der Querschnitt eines Bestandes zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogen (vgl. Flick 2009,S.81). Dies gelingt durch ein zeitlich festgelegte Befragungen, wodurch die adäquate Darstellung der momentanen Situation entsteht. Bäsler bildete ihrer Studie dafür zwei Kohorten (Medienuniversität und Vergleichsuniversität), welche im weiteren Verlauf der Studie gegenüber gestellt wurden (vgl. Bäsler 2019,S.66). Dieser Vergleich zwischen zwei Gruppen ist ebenfalls festgelegt für eine Querschnittsstudie (vgl. Flick 2009,S.82). Insgesamt wurden 1200 Studenten in Bezug auf ihre Medienbildung und Medienerziehung befragt. Über die Auswertung der Daten in ihren Stichproben ist Bäsler im weiteren Verlauf ihrer Arbeit vorgegangen. Ihr Feld bezieht sich dabei auf die Erfahrung der Studenten mit der Mediennutzung.

4. Erhebugsverfahren

Als Ausgangspunkt ihrer Forschung betrachtete Bäsler unter anderem die Studie zum medialen Habitus von Kommer und Biermann (2012) sowie die Studie von Blömeke (2003) zur medienpädagogischen Kompetenz ( Bäsler 2019, S.60). Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um ein nicht standardisiertes, halboffenes Leitfadeninterview und der Nutzung von verbalen Daten (Bäsler 2019, S. 62). Die Befragungen vollzog Bäsler entsprechend eines strukturierten, offenen und flexiblen Interviews. Dies meint, dass der Dialog keinem akkuratem Interviewleitfaden folgt. Es besteht die Möglichkeit die Reihenfolge der Fragen zu verändern. Dies machte sich die Autorin zu nutze. Ziel dieses flexiblen Interviews ist es, eine „individuelle Sicht des Interviewpartners auf das Thema zu erhalten“ (Flick 2009, S. 114). So hat sowohl er Interviewpartner als auch der Forschende Einfluss auf die Strukturierung und Durchführung des Interviews( Flick 1995, S. 158). Die Daten sind trotz dieser interaktiven Herangehensweise vergleichbar, da sie die Leitfragen in allen Interviews decken und an die Teilnehemer/innen herangetragen werden. Lediglich die Reihenfolge der Fragen weißt Unregelmäßigkeiten auf(Mayering 2016, S. 70). In der Studie wird außerdem nicht die Situation, sondern die Bewertung der Situation durch die Studenten Betrachtet. Bäsler führt jedoch auf, dass eine längsschnittliche Studie aufschlussreicher wäre und kritisiert damit ihre gewählte Methode(Bäsler 2019, S. 186).

5. Fixierung der Daten

Der Prozess der Datenfixierung besteht aus zwei Schritten. Dem der Aufzeichnung und dem der Transkription(Flick 1995, S. 160). Auch in Bäslers Forschungsarbeit sind diese zwei Anteile bei der Datenfixierung zu erkennen. Für die Datenerhebung wurde laut Bäsler(2019,S. 62) das Instrument des halb-offenen Leitfadeninterviews verwendet. Hieraus ergibt sich, dass Bäsler in ihrer Studie Interviews durchführte. Die Autorin beschreibt, dass Skype- Interviews im mp3-Format und telefonisch durchgeführte Interviews im amr-Format aufgezeichnet wurden(Bäsler 2019,S. 67). Eine Aussage über die Aufzeichnung der im persönlichen Gespräch erhobenen Daten tätigt sie nicht. Es lässt sich jedoch annehmen, dass auch diese Daten in mp3-Format fixiert wurden. Diese Form der Datenfixierung ermöglicht ein ungestörtes Gespräch zwischen den Interviewpartnern und vermeidet Störungen, die bei der schriftlichen Notation auftreten und den Redefluss behindern könnten(Flick 2009,S.160f.). Bäsler lässt hierdurch ein „natürliches“ Gespräch und das Weichen des „Interviewcharakters“ aus der Befragung entstehen(ebd.S.161). Die Transkription des in den Interviews erhobenen Datenmaterials wurde mit dem Programm f4 durchgeführt(Bäsler 2019,S. 67). Um Audiodateien im amr-Format in ein mp3-Format zu konvertieren,nutzte Bäsler einen Online-Dienst(ebd.). Die Autorin macht deutlich, dass die Transkriptionen durch externe, nicht projektbezogene Personen durchgeführt wurden, die zuvor eine Aufklärung über die durch Bäsler festgelegten Transkriptionsregeln erhielten. Diese wurden einfach gehalten(Bäsler,S. 67). Diese Vereinfachung ist dahingehend zu rechtfertigen, dass in der Studie eine soziologische Fragestellung erforscht wird und hierfür die Linguistik weniger relevant ist(Flick 2009,S.161f.). Durch diese Herangehensweise macht die Forscherin eine Übersichtlichkeit des Datenmaterials möglich(ebd.S.162).

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Zur Analyse und Interpretation der Daten verwendete Bäsler die qualitative Inhaltanalyse nach Mayring(Bäsler 2019,S. 62). Hier bedient man sich der induktiven Kategoriegewinnung(Bäsler 2019,S. 68). Es werden Forschungsfragen an das Datenmaterial herangetragen, um dieses für eine übersichtlichere Analyse zu kategorisieren. Um die unterschiedlichen Textabschnitte den Kategorien zuzuordnen, orientierte sich Bäsler an einem Kodierleitfadens(Bäsler 2019,S. 68). Da die Kategorien und theoretischen Zusammenhänge hierbei aus dem Datenmaterial gebildet werden, lässt sich eine Authentizität in der Studie feststellen(Flick, 2009,S. 164). Die Kategorisierung des Datenmaterials führt zu einer Reduktion und somit laut Flick(2009,S.165f.) zu der Möglichkeit einer übersichtlicheren Bearbeitung. Bäsler geht in ihrer Studie jedoch nicht darauf ein, welche Ausschlusskriterien über ein Ausschließen bestimmter Textpassagen entschied. Hier könnte man die Autorin mit subjektiver Beurteilung konfrontieren. Zur technischen Ausarbeitung verwendete die Forscherin das Programm MAXQDA( Bäsler 2019,S. 69).

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Geltungsbegründungen nach Flick, sind Vorgehensweisen zur Qualitätssicherung und Belegbarkeit der Ergebnisse durch den Forscher/in (Flick, 1995, S.167). Bäsler geht bezüglich der Gütekriterien konkret auf die Aspekte Reliabilität und die Validität ein(Bäsler 2019,S.76). Um die Studie zu belegen und deren Nachprüfbarkeit zu sichern, bedient die Autorin sich der Methode der Interkodierreliabilität(ebd.). Hierbei wird die Kategorienbildung von zwei oder mehreren Personen vollzogen, um sicher zu stellen, dass die Kategorien eine Objektivität aufweisen(Mayering 2010,S.117). Je größer die Anzahl an Personen, die orientiert an diesem Verfahren mit in die Kategorienbildung einbezogen werden, desto höher wird die Reliabilität der Studie ausfallen. Genau diesen Aspekt bemängelt die Autorin auch selbst in ihrer Reflexion. Dies ist ein anzusprechender Schwachpunkt der Studie(Bäsler 2019,S.186). Zu bemerken ist, dass Interkodierreliabilität an sich kritisch zu betrachten ist, da nur bei einfachen Analysen hohe Übereinstimmungen im Kodierverhalten vorliegen. Auf die Interkodierreliabilität ist somit keine hohe Zuverlässigkeit zurück zu führen(Mayering 2010,S.117). Um Validität zu ermöglichen, wurde das Außenkriterium angewandt. Dies beschreibt, dass an die betreffende Studie vergleichbare Forschungen herangezogen werden. Bäsler beschränkte sich bei diesem Vorgehen auf fünf weitere Studien mit thematischem Bezug zu ihrer(Bäsler 2019,S. 165). Hierzu beschreibt Mayering, dass die Gültigkeit dieser herangezogenen Werke belegbar sein muss (S.118 2010). Gemäß dessen, äußert sich Bäsler nicht. Sie bezieht keine Stellung zur Gültigkeit der „Vergleichsstudien“.

8. Forschung als Diskurs

Bei der Forschung als Diskurs können nach (Flick, 2009, S.170) Rückmeldungen über gesammelte Forschungsergebnisse an den Beforschten in 3 Stufen erfolgen. Laut Flick sollten zunächst Daten erhoben werden, anschließend interpretiert und am Ende der gesamte Forschungsbericht.

Gemeint ist, dass die Forschungsergebnisse bzw. Schlussfolgerungen, einzelne Thesen und Daten den Untersuchungspersonen selbst mitgeteilt und ggf. mit ihnen diskutiert werden, um die Gültigkeit der Ergebnisse zu unterstützen. Die Schlussfolgerungen sollen als valide gelten, wenn sie von den Beforschten als adäquat beurteilt werden und kann zu einem sicheren Ergebnis führen. (vgl. Mayring, 2016, S.148) Es dient dazu Aufschluss zu geben, ob ein Diskurs stattgefunden hat oder nicht.

Bäßler gibt keinen Aufschluss, ob eine Rückmeldung an die Beforschten Proband*innen existiert. Weiter lässt sich also daraus schließen, dass es keine kommunikative Validierung gibt. Es fehlt ein objektiver Austausch seitens Bäßler, da sie die Forschungsergebnisse subjektiv wiedergibt. Die Forschungsmethoden wurden von Bäßler dokumentiert. Der Forschungsdiskurs findet ‚‚ nach innen‘‘ (Flick, 2009, S.171) statt, da es sich um einen internen Diskurs innerhalb der Wissensgemeinschaft handelt und es somit in Frage zu stellen wie aussagekräftig die Forschung in ihrem Ergebnis ist.

9. Sonstiges

Literatur

Literaturverzeichnis Bäsler, S. A. (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin: Technische Universität Berlin.

Flick, U. (2009): Sozialforschung Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA- Studiengänge. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Mayring, Philipp (2010): Qualitative Inhaltsanalyse. 11.Auflage. Weinheim: Beltz.

Mayring, Philipp (2016): Einführung in die qualitative Sozialforschung. 6.Auflage. Weinheim: Beltz.

Kommentare

Diskussion

Stefanie Sagel, Eda Aydin, 2020/07/04 16:42

Bei den Studienanalysen zur unser gewählten Studie „Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften.“ von Bäsler, Sue-Ann (2019)“, bewerten wir das Tandem 07 mit Platz 4. Die Analyse lässt sich gut lesen und leicht verstehen. Es wurden freiwillige Aufgaben bearbeitet.

Leider mussten wir dennoch bei der Analysenbewertung feststellen, dass die Tandemgruppe Fehler in Bezug auf die „Rechtschreibung und Grammatik„ gemacht hat. In Absatz vier „Erhebungsverfahren“ finden sich einige Beispiele. Siehe Zeile 18: „ Stellungsname“, Zeile 19: „Frage Katalog“ und in Zeile 20: „Handlungsleitend“. Als Verbesserungsvorschlag könnten Kürzel ausgeschrieben werden. Siehe Absatz 2, Zeile 4 („bzw.“). Des Weiteren ist die Literaturangabe nicht richtig eingefügt worden. Schön wäre es, wenn die Theorien der anderen Wissenschaftler kurz beschrieben worden wären.

Marvin Scholz, 2020/07/05 13:31

Wir beurteilen die gewählte Studie „Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften“ von Tandem 07 mit dem dritten Platz.

Positiv aufgefallen ist uns, dass die beiden Punkte 'Erhebungsverfahren' und 'Fixierung der Daten' sehr ausführlich bearbeitet wurde. Es werden alle relevanten Informationen genannt und Vorgehensweisen durch eine wissenschaftliche Quelle (in eurem Fall Flick) belegt. Ebenso wurde ein Punkt zusätzlich bearbeitet, der nicht zur ersten Abgabe benötigt wurde.

Wie das Tandem vor uns bereits erklärt hat, gibt es viele Flüchtigkeitsfehler, die für die Endfassung verbessert werden sollten und die Literatur wurde falsch eingetragen. Wir würden es bevorzugen, wenn eine weitere oder mehrere wissenschaftliche Quelle verwendet werden, damit die Studie von Bäsler besser analysiert werden kann.

Stefanie Sagel, Eda Aydin , 2020/07/05 21:48

Wir meinten den 3. Platz und nicht wie oben getippt den 4.

Sebastian Düßel, 2020/07/06 14:59

Die Struktur zeigt sich klar auf den ersten Blick, sowie beim tieferen Lesen des Wikis von Tandem 07. Die Punkte „Erhebungsverfahren“ und „Fixierung der Daten“ sind ausführlich bearbeitet. Zu den gennanten Punkten wurde mehr als eine Quelle verwendet. Diese Ausarbeitung hilft uns unsere eigene noch einmal besser zu reflektieren, so können wir durch diese gelungene Struktur in Tandem 07 unsere überarbeiten. In diesem Tandem gehen die Schwerpunkte klar hervor. Verbessurungsvorschläge unserer Seite sind: Formatierung (Quellenangaben einheitlich), die Literaturangaben wurden in die Endfassung gesetzt wahrscheinlich verrutscht, sowie die Ausarbeitung noch einmal gegenlesen zu lassen.

Wir als Tandem 08 distanzieren uns von dem Ranking aus pädagogischer Sicht. Da jedes Wiki individuell ausgearbeitet wurde, zudem kann konstruktive Kritik und Verbesserung auch ohne Ranking vermittelt werden.

Melanie Naumann, 2020/07/06 20:50

Tandem 07 ist bei uns auf Platz 4. Teilweise finden wir, dass manche Punkte zu ausführlich bearbeitet worden sind. Gut finden wir, dass die Literatur von Flick mit eingebaut worden ist. Positiv ist jedoch eine klare Strukturierung der Sätze. Kleinere Rechtschreibfehler/Tippfehler sind vorhanden.

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