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Tandem 06

  • Tandempartner 1: Marvin Scholz
  • Tandempartner 2: Laman Guliyeva

Entwurfsfassung

1. (Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung)

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Sue-Ann Bäsler beschäftigt sich in ihrer Forschungsarbeit aus dem Jahr 2019 mit dem medialen Habitus und der medienpädagogischen Ausbildung von Lehramtstudierenden. Dabei wird untersucht, ob und inwiefern sich medienpädagogische Ausbildung im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung einerseits und der mediale Habitus von Lehramtstudierenden andererseits gegenseitig bedingen und damit eingehend eine Formung des medialen Habitus stattfinden kann (vgl. Bäsler 2019, S. 59). Trotz den letztjährigen Bemühungen und Verbesserungen der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Medienbildung und in der technischen Ausstattung an deutschen Schulen, ist die medienpädagogische Ausbildung von Lehrkräften noch immer kein wesentlicher Bestandteil des Lehramtstudiums (vgl. Bäsler 2019: S. 6). Daraus lässt sich ableiten, dass das Forschungsinteresse aus sozialen Umständen entstanden ist.

Bäslers Forschungsarbeit stellt sich aus zwei konkreten Fragestellungen zusammen. Nach Flick (2009: S. 39) ist das Stellen von mehreren Unterfragestellungen in einer Forschungsarbeit möglich, weshalb Bäsler ihre beiden Fragestellungen versucht, mit ihren sechs formulierten Unterfragestellungen zu beantworten. Ebenso gibt Flick vor, dass eine Forschungsfrage zielgerichtet und eindeutig gestellt sein muss (vgl. Flick 2009: S. 39). Jedoch stellt sich bei der Interpretation der Forschungsfragen von Bäsler die Frage, ob sich die medienpädagogische Ausbildung ausschließlich auf das deutsche Lehramtstudium bezieht, oder es auf die internationale Ausbildung abgerichtet wird. In der Forschungsarbeit wird lediglich von der deutschen Lehramtausbildung gesprochen, weswegen eine Konkretisierung der Fragestellung auf das Land möglich gewesen wäre. Außerdem ist unklar, ob sich die Fragestellungen auf das allgemeine Lehramtstudium bezieht, oder auch auf einzelne Bereiche, wie beispielsweise die Elemantarstufe und Sekundarstufe 1 + 2. [244 Wörter]

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Nach Mayring (2002, S. 21) benötigt der Anfang einer Analyse eine genaue und umfassende Beschreibung des Gegenstandbereiches. Dies berücksichtigt auch Bäsler in ihrer Forschungsarbeit und geht nach dem Prinzip der qualitativen Inhaltsanalyse vor, indem sie zu Beginn einen Einblick in vorausgehenden Forschungsergebnissen zum medialen Habitus und zur medienpädagogischen Kompetenzen gibt (Bäsler 2019, S. 9-33). Anschließend erklärt Bäsler wesentliche Grundbegriffe, ihre Forschungsfragen und die Anwendung ihrer Methoden.

Der Feldzugang in Bäslers Forschung erfolgt distanziert. Sie rekrutierte Probanden*innen in zwei Phasen. Zum einen Probanden*innen aus einer Universität mit fest integriertem Medienbezug in der Lehrkräftebildung (Medienuni) und zum anderen Probanen*innen aus einer Universität, ohne curricular festgelegten Medienbezug in der Lehrkräftebildung (Vergleichsuni) (vgl. Bäsler 2019, S. 63). Bäsler entwickelte einen Interviewleitfaden, der aus vier zentralen Fragen und einer These bestand, welche sich an den Haupt- und Unterfragestellungen der Forschungsarbeit orientierten (vgl. Bäsler 2019, S. 64). Das Interview wird Mithilfe eines Telefoninterviews (Bäsler 2019, S. 63) durchgeführt, wodurch eine Gewisse Distanz zwischen den Studenten und Forscher gegeben sein soll. Ebenso nimmt die Forscherin dadurch eine Zuhörende Rolle ein, dringt nicht in das Feld ein und beeinflusst es nicht.

Da die Befragungen zu einem gewissen Zeitpunkt durchgeführt werden, wurde als Forschungsdesign eine Querschnitsstudie gewählt (Bäsler 2019, S. 187), wobei der Querschnitt eines Zustandes zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogen wurde (vgl. Flick 2009, S. 81). Ebenso hinterfragt Bäsler ihre eigene Forschungsarbeit kritisch, da sie im Nachhinein eine Längsschnitstudie bevorzugen würde, um eine präzisere Beantwortung der Forschungsfrage zu ermöglichen (vgl. Bäsler 2019, S. 187). [250 Wörter]

4. Erhebugsverfahren

Zur Erhebung der Daten verwendete Bäsler ein halbstrukturiertes Leitfadeninterview, das heißt sie arbeitet ausschließlich mit verbalen Daten. Bäsler wählte diese Form des Interviews, um die Interviewssituation flexibler gestalten zu können, da die Abfolge der Fragen beliebig gewählt werden kann (vgl. Bäsler 2019, S. 62). Nach Flick (2009, S. 310) dient die Formulierung der Fragen dazu, den Interviewten zu ermöglichen, die subjektive Sicht auf bestimmte Dinge darlegen zu können. Die Studierenden sollten also persönliche Meinungen und Auffassungen äußern, wobei sie vier Fragen und eine These zu bearbeiten und beantworten hatten. Die Interviewten können anders als bei einem Fragebogen von der Reihenfolge der Fragen abweichen und müssen keine keine exakte Formulierung beim Stellen einer Frage einhalten (vgl. Flick 2009, S. 114).

Wie im vorherigen Punkt bereits beschrieben, besteht die Stichprobe aus zwei Kohorten, zum einen die „Medienuni“ und zum anderen die „Vergleichsuni“ (vgl. Bäsler 2019, S. 66). Das Problem dieser Stichprobe ist jedoch, dass die Kohorte „Medienuni“ heterogen verteilt ist und hingegen alle Probanden*innen der „Vergleichsuni“ einen technikbezogenen Studiengang besuchen, was die Verwendung von digitalen Medien stark beeinflusst (vgl. Bäsler 2019, S. 66). Bei der Sammlung der Daten wurde das Alter der Proband*innen berücksichtig, welches durchschnittlich bei Mitte zwanzig lag (vgl. Bäsler 2019, S. 66). [201 Wörter]

5. Fixierung der Daten

Der Prozess der Fixierung besteht im wesentlichen aus drei Schritten, der Aufzeichnung (Transkription) und der Konstitution einer ‚neuen‘ Realität durch den erstellten Text (vgl. Flick 1995, S. 160). Auch in Bäslers Forschungsarbeit sind drei Schritte der Fixierung der Daten zu erkennen. Der erste Schritt ist hier der erste Überblick über alle Kategorien, der zweite Schritt die Verschriftlichung aller Kategorien und zuletzt die Interpretation des Kategoriesystems.

Die Proband*innen wurden via Skype und telefonisch Interviewt, die gleichzeitig aufgenommen wurden. Hierbei wurden die aufnahmen der Skype Aufzeichnung in einem mp3-Format gespeichert und die telefonischen Aufzeichnungen im am-Format gesichert. Zur Verschriftlichung der Daten, wurden die telefonischen Aufnahmen ebenso in ein mp3-Format konvertiert (vgl. Bäsler 2019, S. 67). Bei der Verschriftlichung wurde durch eine klare Regelung, ohne Sprechpausen und Überlappungen für eine hohe Objektivität gesorgt (vgl. Bäsler 2019, S. 67). Das in Bäslers Studie entstandene Datenmaterial erstreckte sich auf insgesamt 8-13 Seiten eines Word-Dokumentes pro Interviewte Person, welches in einem rtf-Format gespeichert wurde. [162 Wörter]

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Zur Analyse und Interpretation wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (Mayring 2010) verwendet. Diese qualitative Analyse besteht aus vier verschiedenen Grundprinzipien: Die Einordnung in ein Kommunikationsmodell, Regelgeleheit, zentrale Kategorien und aus den Gütekriterien (vgl. Bäsler 2019, S. 68). Um die Daten zu Kategorisieren, wurde die induktive Kategoriegewinnung verwendet, wobei die gesammelten Daten aussortiert werden und auf ihre Qualität geprüft werden. Mithilfe des Kodierleitfaden, wird genau formuliert, wann bestimmte Textpassagen einer Kategorie zugeordnet wird. Das Ziel der qualitativen Inhaltsanalyse ist die Reduzierung der Datenmenge, um ein überschaubares Abbild zu schaffen (vgl. Mayering 2016, 222 ff.). Bäsler konnte durch dieses Verfahren eine umfangreiche Datenmenge von mehreren hundert Seiten auf drei Seiten reduzieren. Zur Computergestützten Auswertung wurde das Programm MAXQDA benutzt. Dafür wurde das Sieben-Schritte-Modell von Kuckartz verwendet (vgl. Bäsler 2019, S. 69). [132 Wörter]

7. (Geltungsbegründung und Gütekriterien)

8. (Forschung als Diskurs)

9. (Sonstiges)

Literatur

Bäsler, Sue-Ann (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin: Technische Universität Berlin

Flick, Uwe (1995): Handbuch Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden & Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz

Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Mayring, Philipp (2002): Einführung in die qualitative Sozialforschung. 5. Auflage. Weinheim und Basel: Beltz

Mayring, Philipp (2010): Qualitative Inhaltsanalyse. 11. Auflage. Weinheim: Beltz

Mayring, Philipp (2016): Einführung in die qualitative Sozialforschung. 6. Auflage.Weinheim: Beltz

Überarbeitete Endfassung

1. Forschungsgegenstand und theoretische Verankerung

Die von Sue-Ann Bäsler verfasste Studie „Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: Der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenzen bei angehenden Lehrkräften“ befasst sich mit dem Forschungsgegenstand der medienpädagogischen Ausbildung der angehenden Lehrpersonen und dem medialen Habitus der Individuen. Es wird die These aufgestellt, dass die „[…] Medienbildung eine wichtige Investition in den Menschen [ist], um Teilhabe, Persönlichkeitsentwicklung und individuelle Lebensgestaltung zu ermöglichen […]“ (Bäsler 2019, S. 6). Trotz der anscheinend hohen Wichtigkeit der Medienbildung, wird während der Lehrpersonalausbildung wenig bis kaum auf die Medienkompetenz- und Medienpädagogischebildung eingegangen und oft vernachlässigt. Bäsler sieht dieses Problem als essenziell und versucht durch ihre Studie die Miststände der medienpädagogischen Ausbildung aufzudecken und langfristig positiv zu beeinflussen. Dabei verwendet die Forscherin das theoretische Habituskonzept von Pierre Bourdieu (1983, 1987, 2005), sowie das sich daraus entwickelte Konzept „medialer Habitus“ von Kommer und Biermann (2012) und das Modell „medienpädagogische Kompetenz“ nach Blömke (2000) als theoretische Verankerung (vgl. Bäsler 2019, S. 9f.).

2. Fragestellung und Forschungsperspektive

Sue-Ann Bäsler beschäftigt sich in ihrer Forschungsarbeit aus dem Jahr 2019 mit dem medialen Habitus und der medienpädagogischen Ausbildung von Lehramtstudierenden. Dabei wird untersucht, ob und inwiefern sich medienpädagogische Ausbildung im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung einerseits und der mediale Habitus von Lehramtstudierenden andererseits gegenseitig bedingen und damit eingehend eine Formung des medialen Habitus stattfinden kann (vgl. Bäsler 2019, S. 59). Trotz den letztjährigen Bemühungen und Verbesserungen der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Medienbildung und in der technischen Ausstattung an deutschen Schulen, ist die medienpädagogische Ausbildung von Lehrkräften noch immer kein wesentlicher Bestandteil des Lehramtstudiums (vgl. Bäsler 2019, S. 6). Daraus lässt sich ableiten, dass das Forschungsinteresse aus sozialen Umständen entstanden ist.

Bäslers Forschungsarbeit stellt sich aus zwei konkreten Fragestellungen zusammen. Nach Flick (2009, S. 39) ist das Stellen von mehreren Unterfragestellungen in einer Forschungsarbeit möglich, weshalb Bäsler ihre beiden Fragestellungen versucht, mit ihren sechs formulierten Unterfragestellungen zu beantworten. Ebenso gibt Flick vor, dass eine Forschungsfrage zielgerichtet und eindeutig gestellt sein muss (vgl. Flick 2009, S. 39). Jedoch stellt sich bei der Interpretation der Forschungsfragen von Bäsler die Frage, ob sich die medienpädagogische Ausbildung ausschließlich auf das deutsche Lehramtstudium bezieht, oder es auf die internationale Ausbildung abgerichtet wird. In der Forschungsarbeit wird lediglich von der deutschen Lehramtausbildung gesprochen, weswegen eine Konkretisierung der Fragestellung auf das Land möglich gewesen wäre. Außerdem ist unklar, ob sich die Fragestellungen auf das allgemeine Lehramtstudium bezieht, oder auch auf einzelne Bereiche, wie beispielsweise die Elemantarstufe und Sekundarstufe 1 + 2.

3. Feldzugang und Annäherung an das Feld

Nach Mayring (2002, S. 21) benötigt der Anfang einer Analyse eine genaue und umfassende Beschreibung des Gegenstandbereiches. Dies berücksichtigt auch Bäsler in ihrer Forschungsarbeit und geht nach dem Prinzip der qualitativen Inhaltsanalyse vor, indem sie zu Beginn einen Einblick in vorausgehenden Forschungsergebnissen zum medialen Habitus und zur medienpädagogischen Kompetenzen gibt (Bäsler 2019, S. 9-33). Anschließend erklärt Bäsler wesentliche Grundbegriffe, ihre Forschungsfragen und die Anwendung ihrer Methoden.

Der Feldzugang in Bäslers Forschung erfolgt distanziert. Sie rekrutierte Probanden*innen in zwei Phasen. Zum einen Probanden*innen aus einer Universität mit fest integriertem Medienbezug in der Lehrkräftebildung (Medienuni) und zum anderen Probanen*innen aus einer Universität, ohne curricular festgelegten Medienbezug in der Lehrkräftebildung (Vergleichsuni) (vgl. Bäsler 2019, S. 63). Bäsler entwickelte einen Interviewleitfaden, der aus vier zentralen Fragen und einer These bestand, welche sich an den Haupt- und Unterfragestellungen der Forschungsarbeit orientierten (vgl. Bäsler 2019, S. 64). Das Interview wird mithilfe eines Telefoninterviews (Bäsler 2019, S. 63) durchgeführt, wodurch eine gewisse Distanz zwischen den Studenten*innen und Forscher*innen gegeben sein soll. Ebenso nimmt die Forscherin dadurch eine zuhörende Rolle ein, dringt nicht in das Feld ein und beeinflusst es nicht.

Da die Befragungen zu einem gewissen Zeitpunkt durchgeführt werden, wurde als Forschungsdesign eine Querschnitsstudie gewählt (Bäsler 2019, S. 187), wobei der Querschnitt eines Zustandes zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogen wurde (vgl. Flick 2009, S. 81). Ebenso hinterfragt Bäsler ihre eigene Forschungsarbeit kritisch, da sie im Nachhinein eine Längsschnittstudie bevorzugen würde, um eine präzisere Beantwortung der Forschungsfrage zu ermöglichen (vgl. Bäsler 2019, S. 187).

4. Erhebungsverfahren

Zur Erhebung der Daten verwendete Bäsler ein halbstrukturiertes Leitfadeninterview, das heißt sie arbeitet ausschließlich mit verbalen Daten. Bäsler wählte diese Form des Interviews, um die Interviewsituation flexibler gestalten zu können, da die Abfolge der Fragen beliebig gewählt werden kann (vgl. Bäsler 2019, S. 62). Nach Flick (2009, S. 310) dient die Formulierung der Fragen dazu, den Interviewten zu ermöglichen, die subjektive Sicht auf bestimmte Dinge darlegen zu können. Die Studierenden sollten also persönliche Meinungen und Auffassungen äußern, wobei sie vier Fragen und eine These zu bearbeiten und beantworten hatten. Die Interviewten können anders als bei einem Fragebogen von der Reihenfolge der Fragen abweichen und müssen keine exakte Formulierung beim Stellen einer Frage einhalten (vgl. Flick 2009, S. 114).

Wie im vorherigen Punkt bereits beschrieben, besteht die Stichprobe aus zwei Kohorten, zum einen die „Medienuni“ und zum anderen die „Vergleichsuni“ (vgl. Bäsler 2019, S. 66). Das Problem dieser Stichprobe ist jedoch, dass die Kohorte „Medienuni“ heterogen verteilt ist und hingegen alle Probanden*innen der „Vergleichsuni“ einen technikbezogenen Studiengang besuchen, was die Verwendung von digitalen Medien stark beeinflusst (vgl. Bäsler 2019, S. 66). Bei der Sammlung der Daten wurde das Alter der Proband*innen berücksichtig, welches durchschnittlich bei Mitte zwanzig lag (vgl. Bäsler 2019, S. 66).

5. Fixierung der Daten

Der Prozess der Fixierung besteht im wesentlichen aus drei Schritten, der Aufzeichnung (Transkription) und der Konstitution einer ‚neuen‘ Realität durch den erstellten Text (vgl. Flick 1995, S. 160). Auch in Bäslers Forschungsarbeit sind drei Schritte der Fixierung der Daten zu erkennen. Der erste Schritt ist hier der erste Überblick über alle Kategorien, der zweite Schritt die Verschriftlichung aller Kategorien und zuletzt die Interpretation des Kategoriesystems.

Die Proband*innen wurden via Skype und telefonisch interviewt, währenddessen die Interviews gleichzeitig aufgenommen wurden. Hierbei wurden die Aufnahmen der Skype Aufzeichnung in einem mp3-Format gespeichert und die telefonischen Aufzeichnungen im am-Format gesichert. Zur Verschriftlichung der Daten wurden die telefonischen Aufnahmen ebenso in ein mp3-Format konvertiert (vgl. Bäsler 2019, S. 67). Bei der Verschriftlichung wurde durch eine klare Regelung, ohne Sprechpausen und Überlappungen, für eine hohe Objektivität gesorgt (vgl. Bäsler 2019, S. 67). Das in Bäslers Studie entstandene Datenmaterial erstreckte sich auf insgesamt 8-13 Seiten eines Word-Dokuments pro interviewte Person, welches in einem rtf-Format gespeichert wurde.

6. Auswertungsverfahren und Interpretation

Zur Analyse und Interpretation wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (Mayring 2010) verwendet. Diese qualitative Analyse besteht aus vier verschiedenen Grundprinzipien: Die Einordnung in ein Kommunikationsmodell, Regelgelegenheit, zentrale Kategorien und aus den Gütekriterien (vgl. Bäsler 2019, S. 68). Um die Daten zu Kategorisieren, wurde die induktive Kategoriegewinnung verwendet, wobei die gesammelten Daten aussortiert werden und auf ihre Qualität geprüft werden. Mithilfe des Kodierleitfaden, wird genau formuliert, wann bestimmte Textpassagen einer Kategorie zugeordnet wird. Das Ziel der qualitativen Inhaltsanalyse ist die Reduzierung der Datenmenge, um ein überschaubares Abbild zu schaffen (vgl. Mayering 2016, 222 ff.). Bäsler konnte durch dieses Verfahren eine umfangreiche Datenmenge von mehreren hundert Seiten auf drei Seiten reduzieren. Zur Computergestützten Auswertung wurde das Programm MAXQDA benutzt. Dafür wurde das Sieben-Schritte-Modell von Kuckartz verwendet (vgl. Bäsler 2019, S. 69).

7. Geltungsbegründung und Gütekriterien

Bäsler verwendet in ihrer Studie zwei verschiedene Qualitätskriterien, Zum einen die Reliabilität (Zuverlässigkeit) und zum anderen die Validität (Gültigkeit) und stellt mithilfe der Interkodierreliabilität die Sicherheit der Studie da (vgl. Bäsler 2019, S. 76).

Reliabilität

Um die Reliabilität zu gewährleisten, muss eine Kategorisierung mehrerer Personen stattfinden. Jedoch findet in Bäsler Studie die Kategorisierung nur von einer weiteren Person statt, was zu einer geringen Nachvollziehbarkeit führt. Dieses Problem sah auch Bäsler bereits und ging innerhalb ihrer Studie auf diese Schwachstelle ein, dass das Kategorieseren mehrerer Personen zu einer höheren Reliabilität führe (vgl. Bäsler 2019, S. 186). Hierbei verweist die Forscherin auch bereits auf Mayring, der die Interkodierreliabilität an sich sehr problematisch findet, da es nur bei einfachen Analysen zu hohen Übereinstimmungen im Kodierverhalten kommt und somit die Interkodierreliabilität keine hohe Zuverlässigkeit aufweist (vgl. Mayring 2010, S. 117).

Im Anhang der Studie sind außerdem der gesamte Interviewleitfaden (Bäsler 2019, S. 220-234), ein Beispieltext eines Interviews (Bäsler 2019, S. 236-245) und ein Beispiel eines Codings (Bäsler 2019, S. 247-250) zu finden, wodurch eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit erreicht werden soll.

Validität

Um die Gültigkeit der Studie zu gewährleisten, verwendet die Forscherin das sogenannte Außenkriterium (vgl. Bäsler 2019, S. 76f.). Das Außenkriterium besagt, dass vergleichbare Studien zur Untersuchung herangezogen werden. Die Validität soll in Bäslers Studie durch das heranziehen fünf thematisch ähnlicher Studien gewährleistet sein, jedoch geht die Forscherin nicht auf die Gültigkeit der herangezogenen Studien ein.

8. Forschung als Diskurs

In der Studie von Frau Bäsler wird sehr ausführlich auf das Rekrutieren ihrer Befragten, auf die Durchführung der Interviews und auf die Erhebung der Daten eingegangen. Jedoch ist der Studie nicht zu entnehmen, ob es nach der Erhebung der Daten zu einem abschließenden Diskurs mit den Befragten gekommen ist. Nach Mayring (2016) muss jedoch eine kommunikative Validierung verwendet werden, um die Gültigkeit der Ergebnisse der Interviews zu gewährleisten (Mayring 2016, S. 148). Da Frau Bäsler jedoch keinen Diskurs mit den Befragten in betracht gezogen hat, ist die Gültigkeit der erhobenen Daten fragwürdig. Ein Forschungsdiskurs erfolgt lediglich aus Bäslers Perspektive und wird leider auch nicht mit vergleichbaren Ergebnissen von hervorgehenden Studien verglichen, weshalb der Forschungsdiskurs sehr subjektiv stattfindet. Frau Bäsler hat mit ihrer Studie grundlegend aufgezeigt, wie wichtig die Ausbildung von medienpädagogischen Kompetenzen ist und wie sich das Lehrangebot von Universitäten unterscheidet.

Literatur

Bäsler, Sue-Ann (2019): Lernen und Lehren mit Medien und über Medien: der mediale Habitus und die Ausbildung medienpädagogischer Kompetenz bei angehenden Lehrkräften. Berlin: Technische Universität Berlin

Flick, Uwe (1995): Handbuch Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden & Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz

Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Mayring, Philipp (2002): Einführung in die qualitative Sozialforschung. 5. Auflage. Weinheim und Basel: Beltz

Mayring, Philipp (2010): Qualitative Inhaltsanalyse. 11. Auflage. Weinheim: Beltz

Mayring, Philipp (2016): Einführung in die qualitative Sozialforschung. 6. Auflage.Weinheim: Beltz

Kommentare

Diskussion

Eda Aydin, 2020/07/04 18:08

Bei den Studienanalysen zur unser gewählten Studie von Bäsler, Sue-Ann (2019), bewerten wir das Tandem 06 mit Platz 1. Für uns ist diese Gruppe auf dem 1. Platz, da die Analyse gut strukturiert war. Außerdem haben sie in ihrem Text immer die selbe Zeitformen benutzt, was die anderen Tandems nicht berücksichtigt haben. Die Gruppe hat sehr viele Fremdwörter benutzt, wodurch der Text auch professionell wirkt. Außerdem hat die Gruppe viele Quellen benutzt, was nicht alle Tandems gemacht haben.

Zuerst war der Einstieg in den Text schwierig, aber im Laufe des Textes wurde es verständlicher. Wir haben kaum Rechtschreibfehler gefunden, dennoch ist uns aufgefallen dass bei dem 6. Punkt in der 2. Zeile ein Rechtschreibfehler ist: „Regelgeleheit“.

Ein Verbesserungsvorschlag von unserer Seite wäre, dass man die Wörteranzahl nicht am Ende jedes Absatzes hinzufügt.

Sebastian Düßel, 2020/07/06 14:26

Diese Ausarbeitung, hat uns sehr gut gefallen. Die ausgearbeitete Struktur geht klar hervor. Beim Lesen der Ausarbeitung von Tandem 06 ist der rote Faden klar ersichtlich. Es scheint, dass die Quellen optimal genutzt wurden. Als Verbesserung würden wir anmerken: nach dem Ausarbeiten die Ausarbeitung erneut von einer dritten Person gegenlesen zu lassen, dies fällt uns ebenfalls schwer. Ein weiterer Punkt, den wir anmerken möchten: das Lesen und die Struktur sowie die Formulierungen haben uns sehr gut gefallen. Dies kann unserem Tandem helfen unsere Schwachpunkte zu finden.

Wir als Tandem 08 distanzieren uns von dem Ranking aus pädagogischer Sicht. Da jedes Wiki individuell ausgearbeitet wurde, zudem kann konstruktive Kritik und Verbesserung auch ohne Ranking vermittelt werden.

Melanie Naumann, 2020/07/06 20:21

Das Tandem 06 ist für uns auf Platz 1. Die Studienanalyse gefällt uns sehr gut. Die Sätze sind verständlich formuliert und man kann diesen gut folgen. Gut finden wir auch, dass ihr mehrere Quellen verwendet habt, wie beispielsweise von Uwe Flick. Es sind kleine Tippfehler/Rechtschreibfehler vorhanden.

Sandra Lühn, 2020/07/07 08:27

Nach einer genauen Analyse der einzuschätzenden Analysen der Tandems 5,6, 8 und 13 über Ann- Sue Bäßlers Arbeit sehen wir Tandem 6 auf dem ersten Platz. die konkrete Arbeit ist insgesamt hervorragend belegt. Bei jedem Punkt wurde Bezug auch die 'Fuchs Folie' genommen. So ist es nachvollziehbar wie sie auf das jeweilige Ergebnis der unterschiedlichen Unterpunkte gekommen sind. Dabei ist die Vorgehensweise wie Bäßler ihre Arbeit mit Bezug auf Flick in einem genauen Verhältnis definiert bzw. beschrieben. Zudem ist die Ausarbeitung der Analyse sachlich gehalten.

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