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Tandem 40

  • Tandempartner*in 1: Schwalbe; Lea Kristin
  • Tandempartner*in 2: Leibbrand; Felix

Entwurfsfassung

Verhältnis Theorie-Gegenstand

Fragestellung, Forschungsperspektiven

In ihrer Fragestellung möchte Zorn aus medienpädagogischer Perspektive die Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien von Laien-Konstrukteur*Innen analysieren. Dabei möchte sie ein besonderes Augenmerk auf die bisher wenig erforschte Konstruktionstätigkeit und ihre Charakteristika und deren Bildungsrelevanz legen. Außerdem widmet sie sich der bildungstheoretischen Relevanz von Software-Technologien digitaler Medien. (vgl. Zorn 2010, S.4) . In der Konzeption ihrer Studie versucht sie Ansätze von Perspektiven-Triangulation (vgl. Flick 1995, S.153) umzusetzen, indem sie verschiedene Interviewmethoden wechselnd nutzt und teilweise kombiniert.

Annäherung ans Feld

Der Feldzugang in Zorns Studie ist vermutlich auf ihre vorhergehende Arbeit an der Universität Bremen zurückzuführen. Dort führte und entwickelte sie Workshops zur eigenständigen Medienkonstruktion von Klienten durch. Aufgrund von beobachtetem positiven Feedback, auch zu eingenständiger Konzeption der Projekte durch die Teilnehmer, schien nach eigener Aussage eine Analyse von medialen Konstruktionstätigkeiten auf medienpädagogischer Basis von Interesse. (vgl. Zorn 2010, S. 3) Nach Flicks Kriterium der Position des Forschers in dem zu untersuchenden Feld (vgl. Flick 1995, S. 154), fällt auf, dass Zorn Unmittelbar mit dem zu beforschenden Feld , auch in der Vergangenheit, konvergiert und interagiert. Eine gewisse persönliche Voreingenommenheit durch die zuvor genannte Tätigkeit in Zorns Umfeld kann so nicht ausgeschlossen werden. Jedoch ist Zorn sich dessen bewusst und fokussiert, auch durch bereits beobachtete Ereignisse, absichtlich ihre medienpädagogische Perspektive auf die zum Teil autonome Konstruktion digitaler Medien und technologische Grundlagen. (vgl. Zorn 2010, S.34)

Sammlung der Daten

Zunächst führt Zorn Pretest-Interviews durch, um eine adäquate Methode zur optimalen Durchführung ihrer Studie zu finden. Als erste Methode dafür wählt sie Leitfadeninterviews mit Kindern und Erwachsenen. Dieses Interviewverfahren ist jedoch sehr monoton, da es auf festen Leitfäden basiert und so das Interesse der Klienten verringerte. Das Verfahren erwies sich folglich als unpassend, da das gewünschte Ergebnis durch die Befragung von Kindern ausblieb. Mit Hilfe eines Wechsels zum Narrativen Interview sollte die Position der Kinder hervorgehoben werden und durch teilweise freies Erzählen die Motivation gesteigert werden, um so eine höhere Objektivität zu erhalten. (vgl. Zorn 2010, S. 109)

Nach der Analyse der bis dahin geführten Interviews wählt sie schließlich Methoden aus dem problemzentrierten, dem fokussierten und dem episodischen Interview und präzisiert außerdem ihre weit gefasst Forschungsfrage, da besonders Kinder durch mangelnde Erfahrungen kein ausreichend zufriedenstellendes Ergebnis hervorbrachten. (vgl. Zorn 2010, S.108 ff.). Im Fokus steht die freie Äußerung und Offenlegung der Forschungsgrundlage, um bei dieser durch Zorn eigens methodisch angepasster Interviewformen eine möglichst hohe Transparenz der individuellen Fälle zu erzielen.(Zorn 2010 S. 113) Bei Problemen wird u.A. auf Medieneinsatz zurückgegriffen, welcher weitere Eindrücke der Probanten hervorbringen sollte.(Zorn 2010 S.115)

Die Kombination mehrerer und teilweise angepasster Analyseverfahren, wie zuvor beschrieben, wird als Prinzip der Datentriangulation bezeichnet, und dient dazu eine mehrperspektivische Sicht auf das zu beforschende Feld zu gewährleisten und so auch ein besseres Verständnis von Zusammenhängen zu ermöglichen.(vgl. Zorn 2010, S. 118)

Bei der Datenerhebung wird von Zorn hauptsächlich die Teilnehmende Beobachtung während Workshops oder bei Interviews angewandt. Bei dieser Form weist der Forscher eine hohe Flexibilität auf. Von reiner, passiver Beobachtung ohne Intervention bis hin zur aktiven Interaktion mit dem Klient ist eine Anpassung auf die im Moment relevante Thematik möglich. Dieses große Spektrum der Teilnahmeaktivität am Geschehen ermöglicht dem Forscher gezielt auf bestimmte, Interessante Aspekte einzugehen und Besonderheiten aufzuzeigen. (vgl. Flick 1995, S.191ff)

Eine dementsprechende Protokollierung nach Daten- bzw. Informatioinsbezug und sogar während besonderer Beobachtungen wurde sinngemäß angefertigt um Aspekte der Grounded Theory zu belegen und ein besseres kausales Verständnis individueller Situationen im Nachhinein zu gewährleisten. (vgl. Zorn 2010, S. 119)

Fixierung der Daten

In einem laut Zorn selbst aufwendigen Prozess der Datenauswertung (vgl. Zorn 2010, S. 122) legt sie die Interpretationsweise schrittweise fest, damit nach und nach die Theorie gebildet werden können. Generell geht sie in ihrer Auswertung und Fixierung der Daten sehr gewissenhaft vor und besitzt eine gute Selbstbeobachtung und reflexive Tiefe (vgl. Steinke 2000, S. 331). In ihrer Interviewauswertung geht sie nach den skizzierten Vorschlägen von Witzel (2010) vor und erstellte danachgehend ein Postskript zum PZI. Für die Kodierung zur GTM geht sie nach Strauss/Corbin 1996 vor. Weiterhin versucht sie ihr Vorgehen dem Forschungsgegenstand und den Forschungsbedingung anzupassen (vgl. Zorn 2010, S. 122). In ihrem Postskript legt sie ein besonderes Augenmerkmal auf die situativ und atmosphärisch bedingten Auffälligkeiten und Besonderheiten während der Interviews, um eine reflektierte Subjektivität (vgl. Steinke 2000, S. 331) zu gewährleisten. Diese versucht sie in einem erneut aufwendigen Verfahren zu korrigieren und modifizieren durch erneutes Abhören ausgewählter Passagen der Interviews (vgl. Zorn 2010, S .122). Weiterhin nutzt Zorn das zentrale Konzept der GTM, fortwährend Memos über den laufenden Forschungsprozess anzufertigen und diesen Verlauf anschließend in einem 150-seitigen Buch festzuhalten (vgl. Zorn 2010, S. 129).

Interpretation der Daten

In ihrer Datenauswertung orientiert sich Zorn an der Suche nach Sinndimensionen von Konstruktionstätigkeit. In einem aufwendigen Auswertungsprozess wertete sie die gesammelten Daten nach dem Grounded Theory Metholodogie Konzept(Strauss & Corbin 1996) sowie Vorschlägen zur Interviewauswertung nach Witzel (2000) aus. Zusätzlich adaptierte sie den Auswertungsprozess an ihren Forschungsgegenstand und ihre Forschungsbedingungen (vgl. Zorn 2010, S.122), um eine geeignete Auswertungsmethode zu erhalten. Beim Kodieren orientierte sie sich ebenso an Strauss und Corbin und wählte ein offenes Kodieren sowie axiales Kodieren.

Geltungsbegründung

Isabel Zorn geht in ihrer Forschung kritisch und reflexiv vor. Sie versucht dabei stets ihre Methoden zu modifizieren und sinnvoll zu interpretieren. Ausgehend von der Fragestellung ihrer Studie, entwickelt Zorn sechs Sinndimensionen, welche zum Verstehen und Reflektieren der Konstruktionstätigkeit mit digitalen Medien beitragen und dabei Relevanzkonzepte aufzeigen. Dabei werden unterschiedliche Aspekte aufgezeigt und versucht miteinander in den Zusammenhang gestellt zu werden (vgl. Zorn 2010, S. 378).

Forschung als Diskurs

In Zorns Studie gibt es einige Aspekte, welche einen Diskurs zulassen. Zum Einen ist Zorns Situierung im Forschungsumfeld zu erwähnen. Da die Forschende durch ihre berufliche Tätigkeit im Alltag direkt mit dem Forschungsfeld und den Probanden korrespondiert, wäre eine Voreingenommenheit im Themenbereich zu unterstellen. Diesem Sachverhalt ist sich Zorn jedoch bestens bewusst und reflektiert dies auch an verschiedenen Stellen kritisch (vgl.Zorn 2010, S. 451). Ebenfalls hält Zorn regen Austausch mit wissenschaftlichen Kollegen (vgl. Zorn 2010, S. 127) innerhalb - aber auch außerhalb des Themenbereiches, um so die Vorgehensweisen während der Datenerhebung und der Theoriebildung aus möglichst unabhängiger Perspektive zu Reflektieren und ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren (vgl. Zorn 2010, S. 460). Als weiteres reflektives, aber auch methodisches Hilfsmittel verwendet Zorn ein Forschungstagebuch, welches vornehmlich der Planbarkeit der Studie diente, jedoch auch die Möglichkeit bot, vorangegangene Prozesse zu reflektieren und u.A. auch das eigene Verhalten zu reflektieren (vgl. Zorn 2010, S. 129). Auffällig ist auch, dass eine Reflexion der Ergebnisse mit den Studienteilnehmern nach Flick fehlt, was die Glaubhaftigkeit und Nachvollziehbarkeit der Studie untermauert hätte (vgl. Flick 1995, S. 171). Im Bezug auf die wissenschaftliche Nützlichkeit und Perspektive der Studie hofft Zorn einen Weg für weitere Forschungen im Medienbildungssegment geebnet zu haben, und so die nach Zorn noch mangelhafte Konstruktionstätigkeiten in hiesigem Bereich vorantreiben zu können (vgl. Flick 1995, S.451).

Literatur

  • Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg. (1995).
  • Zorn, Isabel. „Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien - Eine qualitative Studie als Beitrag zur Medienbildung“. Bremen. (2010)

Zweiter Text: Begründete Einschätzung anderer Analysen

Ranking: 1. Platz 21, 2. Platz 41, 3. Platz 7, 4. Platz 11

Tandem 21, Platz 1

Die Studienanalyse von Tandem 21 ist vom Aufbau und der Struktur sehr gut gelungen. Zusammenhänge lassen sich gut erschließen und es besteht ein guter roter Faden. Flick wird gut einbezogen und in Sammlung der Daten sowie der Geltungsbegründung einbezogen. Generell ist der Teil Sammlung der Daten gut gelungen, da auf die wichtigsten Interviewformen gut eingegangen und diese erläutert werden. Ebenso positiv anzumerken ist, dass weiterführende Literatur verwendet, gut eingebunden und korrekt zitiert wurde.

Tandem 41, Platz 2

Die Studienanalyse von Tandem 41 ist inhaltlich sowie formal gut gelungen. Allgemein sind Methodiken z.B. über die Datenerhebung richtig und Nachvollziehbar beschrieben. Außerdem sind komplexe Theoretische Sachverhalte oft mit wichtiger Grundlagentheorie und der dazugehörigen Fachliteratur (Flick) versehen, was das Verständnis optimiert und ein Nachschlagen bei noch offenen Fragen zügig ermöglicht. Die Theorie wird in der Analyse gut hervorgehoben, zudem deren praktische Anwendung in der Studie gut erklärt und mit Zitaten sowie Stellenangaben ergänzt. Dies macht die Analyse gut verständlich. Kausale Zusammenhänge sind allgemein gut wiedergegeben und ein wahrnehmbarer roter Faden ist vorhanden. Das Vokabular ist, in Kombination mit dem angenehm verständlichen Schreibstiel recht fachspezifisch und gut gewählt, was das Lesen erleichtert. Einziger, kleiner Kritikpunkt ist die fehlende Einordnung der Rolle Zorns im Kontext. Ihre Rolle im Themenbereich ist durchaus relevant, was in der Analyse leider nicht erwähnt wird.

Tandem 7, Platz 3

Die Studienanalyse von Tandem 7 ist inhaltlich gut und strukturiert aufgebaut. Kurz und prägnant wird das wichtigste auf den Punkt gebracht. In einigen Sätzen könnten Rechtschreibung und Kommasetzung noch einmal überarbeitet werden, doch ansonsten lässt sich die Analyse gut lesen und nachvollziehen. Es besteht ein roter Faden, die Zusammenhänge werden klar dargestellt und die Unterpunkte gut erläutert. Zudem wurde weiterführende Literatur, wie zum Beispiel Kruse, gut genutzt und eingebunden, allerdings taucht diese nicht im Literaturverzeichnis auf. Auf Flick wird sich nur einmal im Absatz Sammlung der Daten bezogen und nicht korrekt zitiert, da im Literaturverweis 2009 angegeben wurde und im Literaturverzeichnis ein Werk von 2014 genannt wurde.

Tandem 11, Platz 4

Die Studienanalyse von Tandem 11 ist inhaltlich gut formuliert. Zusammenhänge und Kausalität der Aussagen sind oft verständlich, was einen groben Überblick über die Studie verschafft. Gelegentlich wäre es wünschenswert gewesen, wenn beschriebene Zusammenhänge (von z.B. Sinndimensionen) etwas detaillierter und ausführlicher beschrieben worden wären. Leider ist oft nicht ganz klar, was gemeint ist. Auch wären an einigen Stellen Begriffsdefinitionen- und Erklärungen hilfreich gewesen, um so mehr Einblicke in die Materie zu erhalten und Zusammenhänge besser zu verstehen. Ebenfalls wäre eine etwas ausführlichere Notation allgemeiner Zusammenhänge (z.B.Aufbau der Arbeit oder Erhebungsverfahren) wünschenswert gewesen. Allgemein fehlen Fachwortdefinitionen und dazugehörige Literatur (z.B. Flick), um ein fachliches Verständnis zu gewährleisten. Formell sind einige Rechtschreibfehler sowie mehrere „verschachtelte Sätze“ aufgefallen. Vor allem letzteres verkompliziert das Lesen sowie das rasche Verständnis der Analyse etwas. Durch klar formulierte Haupt-Nebensatzkonstruktionen anstelle zahlreicher Nebensätze wäre der Text etwas zugänglicher und verständlicher geworden.

Dritter Text: Endfassung

Einleitung

In der vorliegenden Dissertation von Isabel Zorn „Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien -Eine qualitative Studie als Beitrag zur Medienbildung“, wird eine qualitative Studie auf Basis der Grounded Theory Methodologie nach Strauss und Corbin [Strauss/Corbin, 1996 und Böhm et al.,1992a] (vgl. Zorn 2010, S.8) durchgeführt. Laut der Autorin liegt der Ursprung der Studie in Zorns jahrelanger Tätigkeit an der Universität Bremen in der Arbeitsgruppe “Digitale Medien in der Bildung (dimeb)”, welche sich mit der Entwicklung von Konstruktionstätigkeit im bereich der Medienbildung auseinandersetzt (vgl. Zorn 2010 S.459). Die hier gewonnenen mannigfaltigen Eindrücke veranlassten die Forscherin so zu einer wissenschaftlichen Studie und wurden darin verarbeiten. Das Erlangen der Promotion und den Vortrieb des Forschungsstands in vorliegendem Metier, sowie der Erkenntnisgewinn - auch durch tiefes, persönliches Interesse und engagement - unterstützen Zorns Motivation und formten ihre Intention dieses Forschungsprojektes (vgl. Zorn 2010 S. 459).

Verhältnis Theorie-Gegenstand

Zorns Studie weist grundlegend ein ausgeglichenes Verhältnis an wissenschaftlicher Datensammlung und theoretischer Verankerung der Daten auf. Erwähnenswert ist hier im Zuge der Grounded Theory Methology die Offenheit der theoretischen Vorgaben im Vorfeld der Studie, und der Fokus auf den Erkenntnisgewinn durch möglichst neutrale Befragungen von erwachsenen und minderjährigen Laien über deren Umgang mit Konstruktionstätigkeiten an digitalen Medien (vgl. Flick 1995 S. 150ff). Theoretische Grundlagen und angewandte Methodik werden durch den Autor vorgestellt und recht detailliert mit Verweiß auf Fachliteratur beschrieben, sowie deren Anwendung aber auch die individuelle Anpassung an die Ziele der Studie erklärt und erläutert (vgl. Zorn 2010 S. 88 ff) . Zorns Intention ist es, ein möglichst differenziertes, und im Prozess der Generierung von Daten, freies Outcome zu erreichen, durch welches sich Theorien aufstellen und belegen lassen und somit der Erkenntnisgewinn am Forschungsgegenstand Konstruktionstätigkeiten im Bereich Medienpädagogik ins Zentrum der Forschung gerückt wird (vgl. Zorn 2010 S. 96ff).

Fragestellung, Forschungsperspektiven

In ihrer Fragestellung möchte Zorn aus medienpädagogischer Perspektive die Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien von Laien-Konstrukteur*Innen analysieren. Dabei möchte sie ein besonderes Augenmerk auf die bisher wenig erforschte Konstruktionstätigkeit und ihre Charakteristika und deren Bildungsrelevanz legen. Außerdem widmet sie sich der bildungstheoretischen Relevanz von Software-Technologien digitaler Medien (vgl. Zorn 2010, S.4) . In der Konzeption ihrer Studie versucht sie Ansätze von Perspektiven-Triangulation (vgl. Flick 1995, S.153) umzusetzen, indem sie verschiedene Interviewmethoden wechselnd nutzt und teilweise kombiniert.

Annäherung ans Feld

Der Feldzugang in Zorns Studie ist vermutlich auf ihre vorhergehende Arbeit an der Universität Bremen zurückzuführen. Dort führte und entwickelte sie Workshops zur eigenständigen Medienkonstruktion von Klienten durch. Aufgrund von beobachtetem positiven Feedback, auch zu eigenständiger Konzeption der Projekte durch die Teilnehmer, schien nach eigener Aussage eine Analyse von medialen Konstruktionstätigkeiten auf medienpädagogischer Basis von Interesse (vgl. Zorn 2010, S. 3). Nach Flicks Kriterium der Position des Forschers in dem zu untersuchenden Feld (vgl. Flick 1995, S. 154), fällt auf, dass Zorn Unmittelbar mit dem zu beforschenden Feld , auch in der Vergangenheit, konvergiert und interagiert. Eine gewisse persönliche Voreingenommenheit durch die zuvor genannte Tätigkeit in Zorns Umfeld kann so nicht ausgeschlossen werden. Jedoch ist Zorn sich dessen bewusst und fokussiert, auch durch bereits beobachtete Ereignisse, absichtlich ihre medienpädagogische Perspektive auf die zum Teil autonome Konstruktion digitaler Medien und technologische Grundlagen (vgl. Zorn 2010, S.34).

Sammlung der Daten

Zunächst führte Zorn Pretest-Interviews durch, um eine adäquate Methode zur optimalen Durchführung ihrer Studie zu finden. Als erste Methode dafür wählte sie Leitfadeninterviews mit Kindern und Erwachsenen. Dieses Interviewverfahren ist jedoch sehr monoton, da es auf festen Leitfäden basiert und so das Interesse der Klienten verringerte. Das Verfahren erwies sich folglich als unpassend, da das gewünschte Ergebnis durch die Befragung von Kindern ausblieb. Mit Hilfe eines Wechsels zum Narrativen Interview sollte die Position der Kinder hervorgehoben werden und durch teilweise freies Erzählen die Motivation gesteigert werden, um so eine höhere Objektivität zu erhalten (vgl. Zorn 2010, S. 109).

Nach der Analyse der bis dahin geführten Interviews wählte sie schließlich Methoden aus dem problemzentrierten, dem fokussierten und dem episodischen Interview und präzisiert außerdem ihre weit gefasste Forschungsfrage, da besonders Kinder durch mangelnde Erfahrungen kein ausreichend zufriedenstellendes Ergebnis hervorbrachten (vgl. Zorn 2010, S.108 ff.). Im Fokus standen die freie Äußerung und Offenlegung der Forschungsgrundlage, um bei dieser durch Zorn eigens methodisch angepasster Interviewformen eine möglichst hohe Transparenz der individuellen Fälle zu erzielen (vgl. Zorn 2010 S. 113). Bei Problemen wurde u.A. auf Medieneinsatz zurückgegriffen, welcher weitere Eindrücke der Probanden hervorbringen sollte (vgl. Zorn 2010 S.115).

Die Kombination mehrerer und teilweise angepasster Analyseverfahren, wie zuvor beschrieben, wird als Prinzip der Datentriangulation bezeichnet, und dient dazu eine mehrperspektivische Sicht auf das zu beforschende Feld zu gewährleisten und so auch ein besseres Verständnis von Zusammenhängen zu ermöglichen (vgl. Zorn 2010, S. 118).

Bei der Datenerhebung wurde von Zorn hauptsächlich die Teilnehmende Beobachtung während Workshops oder bei Interviews angewandt. Bei dieser Form weist der Forscher eine hohe Flexibilität auf. Von reiner, passiver Beobachtung ohne Intervention bis hin zur aktiven Interaktion mit dem Klient ist eine Anpassung auf die im Moment relevante Thematik möglich. Dieses große Spektrum der Teilnahmeaktivität am Geschehen ermöglicht dem Forscher gezielt auf bestimmte, Interessante Aspekte einzugehen und Besonderheiten aufzuzeigen (vgl. Flick 1995, S.191ff).

Eine dementsprechende Protokollierung nach Daten- bzw. Informationsbezug und sogar während besonderer Beobachtungen wurde sinngemäß angefertigt um Aspekte der Grounded Theory zu belegen und ein besseres kausales Verständnis individueller Situationen im Nachhinein zu gewährleisten (vgl. Zorn 2010, S. 119).

Fixierung der Daten

In einem laut Zorn selbst aufwendigen Prozess der Datenauswertung (vgl. Zorn 2010, S. 122) legte sie die Interpretationsweise schrittweise fest, damit nach und nach die Theorie gebildet werden konnte. Generell geht sie in ihrer Auswertung und Fixierung der Daten sehr gewissenhaft vor und besitzt eine gute Selbstbeobachtung und reflexive Tiefe (vgl. Steinke 2000, S. 331).

In ihrer Interviewauswertung ging sie nach den skizzierten Vorschlägen von Witzel (2010) vor und erstellte danachgehend ein Postskript zum PZI. Für die Kodierung zur GTM ging sie nach Strauss/Corbin 1996 vor. Weiterhin versuchte sie ihr Vorgehen dem Forschungsgegenstand und den Forschungsbedingung anzupassen (vgl. Zorn 2010, S. 122).

In ihrem Postskript legte sie ein besonderes Augenmerkmal auf die situativ und atmosphärisch bedingten Auffälligkeiten und Besonderheiten während der Interviews, um eine reflektierte Subjektivität (vgl. Steinke 2000, S. 331) zu gewährleisten. Diese versuchte sie in einem erneut aufwendigen Verfahren zu korrigieren und modifizieren durch erneutes Abhören ausgewählter Passagen der Interviews (vgl. Zorn 2010, S .122).

Weiterhin nutzte Zorn das zentrale Konzept der GTM, fortwährend Memos über den laufenden Forschungsprozess anzufertigen und diesen Verlauf anschließend in einem 150-seitigen Buch festzuhalten (vgl. Zorn 2010, S. 129).

Interpretation der Daten

In ihrer Datenauswertung orientiert sich Zorn an der Suche nach Sinndimensionen von Konstruktionstätigkeit. In einem aufwendigen Auswertungsprozess wertet sie die gesammelten Daten nach dem Grounded Theory Metholodogie Konzept (Strauss & Corbin 1996) sowie Vorschlägen zur Interviewauswertung nach Witzel (2000) aus. Zusätzlich adaptierte sie den Auswertungsprozess an ihren Forschungsgegenstand und ihre Forschungsbedingungen (vgl. Zorn 2010, S.122), um eine geeignete Auswertungsmethode zu erhalten. Beim Kodieren orientiert sie sich ebenso an Strauss und Corbin und wählt ein offenes Kodieren sowie axiales Kodieren.

Geltungsbegründung

Isabel Zorn geht in ihrer Forschung kritisch und reflexiv vor. Sie versucht dabei stets ihre Methoden zu modifizieren und sinnvoll zu interpretieren. Ausgehend von der Fragestellung ihrer Studie, entwickelt Zorn sechs Sinndimensionen, welche zum Verstehen und Reflektieren der Konstruktionstätigkeit mit digitalen Medien beitragen und dabei Relevanzkonzepte aufzeigen. Dabei werden unterschiedliche Aspekte aufgezeigt und versucht miteinander in den Zusammenhang gestellt zu werden (vgl. Zorn 2010, S. 378).

Forschung als Diskurs

Literatur

  • Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg.(2014)
  • Steinke, I. (2000): Gütekriterien qualitativer Forschung. In: Flick, U., von Kardorff, E. & Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch, S. 319-331. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch.
  • Strauss, Anselm & Juliet Corbin (1996). Grounded theory : Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Weinheim, Beltz Psychologie Verlags Union.
  • Witzel, Andreas (2000). „Das problemzentrierte Interview.“ Forum Qualitative Sozialforschung (Online-Journal) 1(1): 26 Absätze.
  • Zorn, Isabel. „Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien - Eine qualitative Studie als Beitrag zur Medienbildung“. Bremen. (2010)

Kommentare

Diskussion

Celina Escobar Jordan, 2017/06/29 12:20

Tandem 40 steht für uns auf Platz 3. Inhaltlich sowie sprachlich ist die Analyse gut gelungen und präzise ausformuliert. Alle wichtigen Leitgedanken, um auf die Fragestellung zu erschließen, wurden angeführt und sauber ausgearbeitet. Der Aspekt der „Sammlung der Daten“ wurde detailliert erarbeitet. Hierbei wurden gute Vergleiche herangezogen wie z.B nach Flick 1995, dass das Spektrum der Teilnahmeaktivität am Geschehen es dem Forscher ermöglicht gezielt auf bestimmte interessante Aspekte einzugehen und Besonderheiten aufzuzeigen (vgl. Tandem 40). Der Abschnitt Geltungsbegründung wurde leider ausgelassen, was zu unserem Ranking führte. Zudem wurde die Literaturangabe zu Flick aus dem Jahr 1995 gewählt und angegeben wurde die Ausgabe 2014 im Literaturverzeichnis.

Lisa Sulzmann, 2017/07/12 10:02

Tandem 40 ist in seiner Studienanalyse ebenfalls ein guter Einbezug forschungsmethodischer Literatur -sogar im Rahmen jedes Unterkapitels - gelungen. Besonders durch die kritische Betrachtung der Rolle der Forscherin im Unterkapitel Annäherung ans Feld löst sich die Studienanalyse von der Ebene der reinen Beschreibung hin zu einer analytischen Ebene. Demgegenüber wirkt das Kapitel Fragestellung, Foschungsperspektiven leider eher oberflächlich, da Ziele der Studie zwar genannt, jedoch sehr nah am Original formuliert wurden. Das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung wird detailliert geschildert und einzelne Methoden sowie die Begründung der Verwendung dieser werden genannt. Das Kapitel Interpretation der Daten ist jedoch sehr knapp ausgefallen und das Verfahren wird daher leider nur sehr knapp angerissen. Die Einführung des Begriffs der Grounded Theory Methodology Konzept wäre zudem schon im vorangegangen Abschnitt sinnvoll, da bereits dort darauf Bezug genommen wird.

Simon Philipp, 2017/07/19 09:49

Tandem 40 hat sich bei der Annäherung des Feldes auch mit der vorherigen wissenschaftlichen Beschäftigung von Frau Zorn auseinander gesetzt, was wir als gute Recherche empfinden. Allerdings ist bei der Fragestellung keine wirkliche Fragestellung formuliert worden.Bei dem Abschnitt Sammlung der Daten war alles sehr klar strukturiert, und die Analyse der Untersuchung ist sehr gut gelungen! Bei der Datenerhebung hätten wir uns gewünscht, dass die Grounded Theory hier mehr ausgeführt worden wäre, außerdem fehlt uns bei der Fixierung der Daten ein Bezug zu den Sinndimensionen, da diese vorher nirgends genannt wurden. Trotzdem ordnen wir Tandem 40 auf Platz 2 ein, da es sehr deutlich ist, dass hier viel recherchiert, beziehungsweise in die Materie eingedrungen wurde, und klar wurde, dass alle Aspekte verstanden wurden.

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