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lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem28

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lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem28 [2017/09/15 15:11]
tandem28b [Fragestellung, Forschungsperspektiven]
lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem28 [2020/11/04 21:41] (aktuell)
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 ====Einleitung ==== ====Einleitung ====
 +In der im Juni 2015 veröffentlichten Dissertation „Was bleibt? Erinnerungen an die Volksschule" erarbeitet der Autor Michael Nader empirisch, die Erinnerungen ehemaliger Volksschüler in Österreich. 
 +Sein Ziel ist es, ein erhöhtes Verständnis und Bewusstsein für langfristige Handlungskonsequenzen des Lehrpersonals zu schaffen, indem er Kollektivschicksale herausarbeitet. (Vgl. Nader 2015, S. 16)
  
 +Ziel dieser Studienanalyse ist es, Naders Vorgehen zu beschreiben und hinsichtlich der gängigen wissenschaftlichen Anforderungen und Erwartungen , gegenüber Forschungsstudien zu prüfen.
 ==== Verhältnis Theorie-Gegenstand==== ==== Verhältnis Theorie-Gegenstand====
  
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 ==== Annäherung ans Feld==== ==== Annäherung ans Feld====
  
 +Analog der Vorgangsweise der Grounded Theory geschieht der Feldeinstieg bei gleichzeitiger Literaturrecherche. Nader beschreibt, dass deshalb der aktuelle Stand der Forschung abgehandelt wird, der die neun Bereiche abdeckt, die aus einer vorangegangenen narrativen Interviewserie entwickelt wurden (vgl. Nader 2009, S.21). Im Anschluss der qualitativen Interviewserie, mit der induktive Erinnerungskategorien inhaltsanalytisch ausgearbeitet werden, wird eine quantitative Untersuchung durchgeführt, welche die induktiv entstandenen Annahmen ergänzen und auch prüfen soll (vgl. Nader 2009, S.21).
 ==== Sammlung der Daten==== ==== Sammlung der Daten====
  
 +Bei der vorliegenden Studie wird ein Mixed-Method-Design angewendet, welches voraussetzt, dass qualitative und quantitative Methoden kombiniert werden. Dabei geht es vor allem darum, die Gegensätzlichkeit der qualitativen und quantitativen Forschung zu überwinden (vgl. Flick 2009, S.230).
  
 +Mittels vorangegangener, narrativer Interviews wird versucht, den Untersuchungsgegenstand aufzubereiten und die dabei induktiv entstandene Struktur mittels ergänzender Theoriearbeit zu festigen. Daran wird anschließend ein Interviewleitfaden entwickelt, der die herausgearbeiteten Kategorien abfragt. Das Leitfadeninterview wird mit einer Anzahl an Respondenten durchgeführt, transkribiert und inhaltlich analysiert (vgl. Nader 2009, S.131). Für das Leitfadeninterview wird eine Reihe von Fragen vorbereitet, die das thematisch relevante Spektrum des Interviews und seines Gegenstandes abdecken sollen, wozu ein Leitfaden erstellt wird, an dem der Interviewer sich orientiert (vgl. Flick 2009, S.113). Angesichts der in dieser Phase entstandenen Erkenntnisse wird eine Deskription der Zusammensetzungen von Volkschulerinnerungen der verschiedenen Alterskohorten erstellt. Aufgrund des Forschungsdesigns können allerdings nur Thematiken festgemacht werden, die für die jeweiligen Kohorten relevant waren, eine dezidierte Quantifizierung ist noch nicht möglich. Daher wird infolgedessen ein quantitativer Fragebogen entwickelt mit dem versucht wird, die auf qualitativ-explorativem Wege entstandene Theorie zu operationalisieren. Mit dieser Datenerhebung ist es dann möglich, die Volksschulerinnerungen zu quantifizieren und in zeitlichen Verläufen abzubilden. Das Ende der Arbeit bildet die Formung einer Theorie von Volksschulerinnerungen, welche die Erkenntnisse der beiden Analysen in sich zusammenführt (vgl. Nader 2009, S.131).
 ==== Fixierung der Daten==== ==== Fixierung der Daten====
  
 +Im Rahmen der von Nader durchgeführten Seminare, wurden Studierende in einer Einheit beschult, wie ein Leitfadeninterview korrekt durchgeführt werden soll. (Vgl. Nader S.147). Flick sieht eine starke Abhängigkeit zwischen den Kompetenzen des Interviewers und der erfolgreichen Durchführung eines Interviews. (Vgl. (2) Flick 2007, S. 200) Er sieht durch Interviewtrainings die Möglichkeit, zu einheitlichen Zielvorgaben zu gelangen und so eine gute Vergleichbarkeit der gesammelten Daten gewährleistet. (Vgl. Ebd. S.200, 201) Die Interviews wurden in Form von Tonaufnahmen festgehalten. (Vgl. Nader S. 147). Auf diese Weise entstanden im ersten Schritt insgesamt 516 Interviews. In der Literatur findet man bezüglich der Aufzeichnung von Interviews unterschiedliche Sichtweisen. Einerseits sieht Flick, dass die Anwesenheit der weitverbreiteten Aufzeichnungsmedien während eines Interviews, heutzutage wohl niemanden mehr verunsichern. (Vgl. Flick 2007, S .372) Andererseits empfiehlt er den Einsatz von Technik während eines Interviews möglichst gering zu halten um die Rahmenbedingungen während des Gesprächs möglichst natürlich zu erhalten. (Vgl. Ebd. S. 373) Die Transkription der Daten erfolgte bei Nader ebenfalls durch die Studierenden. Diese nutzen dazu alle eine vorgegebene Software sowie ein „konsensuell finalisiertes, deduktives Kategoriensystem“. (Vgl. Nader S.147-148). In der Transkription von Daten gibt es keinen einheitlichen Standard. Flick erachtet es als Sinnvoll, den Umfang einer Transkription, bewusst in Relation zu seinem Nutzen zu wählen. (Vgl.(2) Flick 2007 S. 379-380) Die nächste Aufgabe der Studierenden war es nun, bis zum Ende des Semesters einen analytischen Bericht (nach Formatvorlage zwecks Einheitlichkeit) über das durchgeführte Interview zu verfassen. (Vgl. Nader S.147/148). „Die Texte, die auf diesem Weg entstehen, Konstruieren die untersuchte Wirklichkeit auf besondere Weise und machen sie als empirisches Material interpretativen Prozeduren zugänglich.“ (Vgl.(2) Flick 2007 S. 384)
 ==== Interpretation der Daten==== ==== Interpretation der Daten====
  
 +Die darauffolgende Metaanalyse der eingereichten Berichte beschränkte sich nach Plagiatsprüfung, auf 262 und wurde von Nader selbst durchgeführt. (Vgl. Nader S. 139, S.152) Hierbei interpretierte Nader vorrangig die Kategorienbeschreibungen im qualitativen Sinn und betont, dass eine Quantifizierung der Daten in diesem Stadium der Forschung nicht möglich sei. (Vgl. Nader S. 152/153) Nader verfasste aus den Studierendenberichten einen Abschlussbericht und äußert, dass es nun Notwendig sei einen quantitativen Fragebogen zu erstellen, um Entwicklungsverläufe nach Häufigkeiten darstellen zu können. (Vgl. Nader S.154) Flick erachtet eine Kombination von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden, als sinnvoll, wenn in der Studie verschiedene Ansätze und Gesichtspunkte behandelt werden und diese nur mit Hilfe von verschiedener Methoden möglich ist. (Vgl.(1)Flick 2016, S. 235)
 ==== Geltungsbegründung==== ==== Geltungsbegründung====
  
 +In Kapitel 6.3 seiner Dissertation, verweist Nader auf die kontroverse Diskussion, ob Gütekriterien der quantitativen Forschung auch zur Bewertung von qualitativer Forschung herangezogen werden können. (Vgl. Nader S. 139) Auch Flick diskutiert dieses Problem und sieht Vertrauenswürdigkeit als zentrales Kriterium der qualitativen Forschung um eine hohe Glaubwürdigkeit zu erlangen. (Vgl.(1) Flick 2016 S. 271 ff.) Nader geht bei der Beschreibung seiner Forschung sehr detailliert vor und benennt auch auftretende Probleme und seine Lösungen. Als Beispiel bei der Durchführung ist das Interviewtraining (Vgl. Nader S. 147) zu sehen – bei der Datenauswertung des quantitativen Fragebogens betont Nader bewusst, „dass die Respondenten beider Interviewserien nicht ident mit den Personen sind, die den quantitativen Fragebogen ausgefüllt haben. Wäre dies der Fall gewesen, so hätten sich die beiden Untersuchungen einen abgekapselten Referenzrahmen geschaffen, der sich selbst bestätigt hätte.“ (Vgl. Ebd. S.237f.)
  
 ==== Forschung als Diskurs==== ==== Forschung als Diskurs====
  
 +In seiner Studie nutzt Nader zunächst die qualitative Methode des Leitfadeninterviews um dann, mit Hilfe eines quantitativen Fragebogens die ersten Forschungsergebnisse zu bestätigen. Die Kombination beider Forschungsmethoden ist in diesem Zusammenhang sinnvoll und die Vorgehensweise erscheint schlüssig. Flick sieht eine solche Triangulation, methodisch ebenfalls als sinnvoll an verweist allerdings auf Forschungsbedarf in der Methodik und Vorgehensweise, um beiden „Forschungslagern“ gerecht zu werden. (Vgl.(2) Flick S. 557)
 ==== Literatur ==== ==== Literatur ====
-  * Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg.(2014) 
  
 +- Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg. (2009).
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 +- (2). Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg. (2016).
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 +- (3). Flick, Uwe „qualitative Sozialforschung. Eine Einführung.“ Hamburg (2007)
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 +- Nader, Michael (2015): Was bleibt? Erinnerungen an die Volksschule. Eine empirische Studie zur Lehrprofessionalität.
 ===== Kommentare ===== ===== Kommentare =====
  
 ~~DISCUSSION~~ ~~DISCUSSION~~
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