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lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem09

Tandem 09

  • Tandempartner*in 1: Reining; Kim
  • Tandempartner*in 2: Lenhard; Anne

Entwurfsfassung

Verhältnis Theorie-Gegenstand

„Ein Weg, den qualitative Forscher beschreiten, ist die klassische Variante der Modellbildung aus den quantifizierenden Sozialwissenschaften: Der Wissenschaftler konstruiert vor Eintritt in das zu untersuchende Feld ‚am Schreibtisch’ ein Modell der dort vermuteten bzw. wirkenden Bedingungszusammenhänge. Hierzu greift er auf theoretische Wissensbestände aus der Literatur oder zuvor empirisch belegte Zusammenhänge zurück (Flick 1995, S.150).“ So geht auch Nader bei seiner Forschung auf Erinnerungen an die Volksschule auf vorhandene Literatur verschiedener Autoren ein (Nader 2015, S. 41f.). Des Weiteren nutzt Nader die Grounded-Theroy, ein typischer Ansatz und häufig der Rahmen einer qualitativen Forschung (Flick 1995, S. 150).

Fragestellung, Forschungsperspektiven

Nader formuliert insgesamt vier voneinander abhängige Forschungsfragen. Die zentrale Frage der historischen Sozialisationsforschung lautet: „Welche kollektiven Erinnerungen können in allen noch lebenden Alterskohorten hinsichtlich deren Volksschulzeit in Niederösterreich rekonstruiert werden?“ (Nader 2005, S. 16). Um ein sehr fein differenziertes Ergebnis, in zeitliche Gruppen eingeteilt, zu erlangen, werden alle Forschungspartner in entsprechende Alterskohorten eingeteilt, wodurch sich Frage zwei und drei ergeben. Es werden die Forschungsfragen, „Welche Unterschiede in den kollektiven Erinnerungen an die Volksschule können in den verschiedenen Absolventenkohorten festgestellt werden?“, sowie „Welche Gemeinsamkeiten in den kollektiven Erinnerungen an die Volksschule können in den verschiedenen Absolventenkohorten festgestellt werden? gestellt (Nader 2005, S. 17). Schließlich wird nach diesen beantworteten Fragen versucht eine Theorie von Volksschulerinnerungen aus der Perspektive der Absolventengeneration zu entwerfen und eine Erklärungen für die getätigten Beobachtungen zu finden, sodass sich die letzte Frage, „Welche Ursachen und Erklärungen können für die beobachteten Volksschulerinnerungen der unterschiedlichen Alterskohorten vermutet werden?, stellt (Nader 2005, S. 17). Nach Uwe Flick ist eine entscheidende Qualität von Fragestellungen ihre Spezifität und Fokussierung. „Sie sollen so eindeutig und zielgerichtet formuliert werden, dass sie genaue Vorgaben erlauben, was (wer und wie) gefragt bzw. beobachtet wird“ (Flick 2009. S. 39). Bei Nader wird diese Eindeutigkeit durch die Haupt- und vor allem Nebenfragen deutlich, insbesondere durch die letzte Frage, bei der nur wesentliche Daten vorliegen durften. Außerdem hält er sich daran zu vermeiden, dass die Fragen ungenau bleiben und die Studie mit zu vielen Fragestellungen überladen ist (Vgl. Flick 2009, S. 39). Zudem ist es sinnvoll die Fragestellungen auf verschiedenen Ebenen (Wissen, Handlungen, Situationen und Institutionen) bzw. an unterschiedlichen Einheiten (Personen, Gruppen, Gemeinden etc.) zu untersuchen (Vgl. Flick, 2009, S. 40). Nader befasst sich in seiner Forschung entsprechend mit den Erinnerungen bestimmter Gruppen.

Annäherung ans Feld

„Typischer – und häufiger der Rahmen qualitativer Forschung – ist der Ansatz der Grounded Theory„ (Flick 1995, S. 150). Dies ist auch der Feldeinstieg, den Nader bei gleichzeitiger Literaturrecherche wählt (vgl. Nader 2015, S. 21). Ein Einstieg, bei dem den Daten und dem untersuchten Feld eine Priorität gegenüber theoretischen Annahmen eingeräumt wird. Außerdem wird das dem zugrundegelegte Verhältnis von Theorie und Empire durch das Prinzip der Offenheit umrissen. „Das Prinzip der Offenheit besagt, dass die theoretische Strukturierung des Forschungsgegenstandes zurückgestellt wird, bis sich die Strukturierung des Forschungsgegenstandes durch die Forschungssubjekte herausgebildet hat (vgl. Flick 1995, S. 150). Deshalb wird der aktuelle Stand der Forschung Naders abgehandelt, der die neun Bereiche abdeckt, die aus einer vorangegangenen narrativen Interviewserie entwickelt wurden. Diese Methode lässt sich durch den Versuch kennzeichnen, eine möglichst vollständige Strukturierung der Datensammlung durch das Subjekt zu gewährleisten. Die zentrale Aufgabe des Forschers beschränkt sich im Hauptteil des Interviews darauf, den Fluss der Erzählung möglichst wenig zu stören oder zu behindern (vgl. Flick 1995, S. 158). Die Methode des narrativen Interviews wird häufig im Zusammenhang mit lebensgeschichtlich bezogenen Fragestellungen eingesetzt (vgl. Flick 2008, S. 355). Durch die Durchführung der Befragung durch Studenten (vgl. Nader 2015, S. 146) nimmt Nader eine eher zurückhaltende Rolle ein, was im Zusammenhang damit steht, dass der Forscher als zentrales kommunikatives „Erkenntnisinstrument“ bei der qualitativen Forschung nicht als „Neutrum“ im Feld und im Kontakt mit den […] Subjekten agieren kann, was so viel heißt, dass der Forscher eine bestimmte Rolle einnimmt oder aber zugewiesen bekommt (vgl. Flick 1995, S. 154).

Sammlung der Daten

Die vorliegende Forschung ist eine Explorationsstudie, bei der zuerst durch ein narratives Interview versucht wird, den Untersuchungsgegenstand aufzuarbeiten und mittels ergänzender Theoriearbeit zu festigen. Nach Flick soll dadurch eine möglichst vollständige Strukturierung der Datensammlung durch das Subjekt gewährleistet werden (Flick 1995, S.157). Anschließend wird ein Interview-Leitfaden entwickelt, der die ausgearbeiteten Kategorien dezidiert abfragt (Nader 2015, S.131). Für das Leitfaden-Interview wird eine Reihe von Fragen vorbereitet. Diese sollen das thematisch relevante Spektrum des Interviews und seines Gegenstands abdecken. Es wird ein Leitfaden erstellt, an dem sich der Interviewer orientiert. Die Reihenfolge der Fragen spielt keine Rolle. Auch die Formulierung muss nicht exakt sein. Somit ist es Ziel, die individuelle Sicht des Interviewpartners auf das Thema zu erhalten. Hierbei gibt es keine vorformulierten Antworten, schließlich soll ein freier und ergiebiger Dialog zwischen Interviewer und Interviewpartner stattfinden (Flick 2009, S. 113f.). Die Ergebnisse werden anschließend transkribiert und analysiert. Auf dieser Basis wird wiederum eine Deskription der Zusammensetzungen von Volksschulerinnerungen der verschiedenen Alterskohorten erstellt (Nader 2015, S. 131). „Aufgrund des Forschungsdesigns können jedoch nur Thematiken festgemacht werden, die für die jeweiligen Kohorten relevant waren, eine dezidierte Quantifizierung ist (noch) nicht möglich“ (Nader 2015, S. 131). Dies ist der Grund dafür, dass ein quantitativer Fragebogen entwickelt wird. „Mit dieser Datenerhebung ist es möglich, Volksschulerinnerungen auch zu quantifizieren und in zeitlichen Verläufen abzubilden. Den Abschluss der Arbeit bildet die Formung einer Theorie von Volksschulerinnerungen, welche die Erkenntnisse der beiden Analysen in sich zusammenführt (Nader 2015, S. 131).“ So kann am Ende des Prozesses eine Zusammenschau der sowohl qualitativen als auch quantitativen Ergebnisse stattfinden, welche eine empirische Basis für die Grundlage der vorgestellten Theorie von Erinnerungen an die Volksschule bildet (Nader 2015, S. 132).

Fixierung der Daten

Alle Interviews wurden elektronisch aufgezeichnet und im Anschluss transkribiert. Die Studierenden mussten einen Bericht über das analysierte Interview schreiben und zum Ende des Semesters eine Inhaltsanalyse. Diese Berichte wurden in Form von Metaanalysen zu einem finalen Bericht zusammengeführt und dieser ebenfalls analysiert. Daraus ergibt sich der Abschlussbericht. Quantitative Daten wurden dabei ausschließlich deduktiv bearbeitet.

Interpretation der Daten

Die Studenten selbst analysierten und bewerteten die Daten der Berichte, der durchgeführten Interviews. Die qualitative Analyse wurde mit der Software „Altlas.ti“ durchgeführt (Nader,S.147).

Geltungsbegründung

Um die aufgenommenen Interviews in Bezug auf Authentizität und Validität zu prüfen, wurde das Material und dessen Inhalt analysiert und mit der befragten Person auf Übereinstimmung geprüft. Dies bezieht sich auf den ersten Teil der Studie, den qualitativen Teil. Der zweite Teil besteht aus dem quantitativen Teil in Form eines Fragebogens, womit die Erkenntnisse standardisiert werden (Nader 2015, S.131).

Forschung als Diskurs

Die Befragten sind in dieser Studie diejenigen, die das Datenmaterial lieferten und die Studenten, die dieses zusammen mit Nader durchführten und analysierten. Mit Hilfe von Plakaten konnten gemeinsame Ziele & Wege ersichtlich gemacht werden (Nader, S.148). Dieser „Diskurs nach innen“ ist nach Flick Teil der qualitativen Forschung (Flick,1995 S.171).

Literatur

  • Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg. (2014).
  • Flick, Uwe. „Handbuch Qualitative Sozialforschung“. Weinheim. (1995)
  • Flick, Uwe. „Qualitative Forschung“. Hamburg. (2000)
  • Nader, Michael. „Was bleibt? Erinnerungen an die Volksschule. Eine empirische Studie zur Lehrprofessionalität.“ (2015)

Zweiter Text: Begründete Einschätzung anderer Analysen

Ranking: 1. Platz, 2. Platz, 3. Platz, 4. Platz (jeweils Tandem-Nummer eintragen)

Tandem 18, Platz 1

Positiv ist uns aufgefallen, dass eure gesamte Ausführung sehr verständlich und gut nachvollziehbar formuliert ist, sodass auch jemand, der die Dissertation nicht gelesen hat sofort versteht worum es geht. Am Ende hätten wir uns gewünscht, dass noch mehr Bezug auf Fachliteratur genommen wird.

Tandem 28, Platz 2

Positiv ist uns aufgefallen, dass viele verschiedene Fachliteraturen verwendet wurden. Allerdings erfordert das Verstehen der Ausführung, aufgrund der Formulierungen, einiges an Vorwissen.

Tandem 45, Platz 3

Positiv aufgefallen ist uns, dass auch ihr verschiedene Fachliteraturen verwendet habt und eure Ausführung auch verständlich ist. Auf Grammatik achten Bsp. „Zur Sicherung der Daten wurden diese anschließend auf der entsprechenden Lernplattform hochgeladen werden.“

Tandem 31, Platz 4

Positiv aufgefallen ist uns , dass ihr in eurer Ausführung eine gute Struktur/Aufteilung habt. Im Allgemeinen fehlt uns der Bezug zu der Fachliteratur, die eine solche Analyse ausmacht.

Dritter Text: Endfassung

Einleitung

Michael Nader beschäftigt sich in seiner Studie „Was bleibt? Erinnerungen an die Volksschule“ von 2015 mit der Frage, welche nachhaltigen Erinnerungen an die Volksschule bei ehemaligen Schülern längerfristig erhalten bleiben. Nader untersucht diese Erinnerungen in ihren unterschiedlichen Dimensionen und Facetten und beschreibt diese in ihrem Fortgang. Außerdem führt er einen Vergleich unterschiedlicher Alterskohorten in Bezug auf die Erinnerungen durch, (vgl. Nader, 2015, S. 12). „Der Kern dieser Arbeit besteht hauptsächlich aus einer sozialgeschichtlichen Analyse“ (Nader, 2015, S. 14). Zudem sollen die erkannten kollektiven Erfahrungshorizonte der unterschiedlichen Generationen verglichen werden, um dann eine Variable und Konstante in den Erinnerungen festhalten zu können. Ziel der Analyse ist, das Professionswissen von Volksschullehrern zu erweitern und ein vertieftes Verständnis dafür zu schaffen (vgl. Nader, 2015, S. 16). „ Der Untersuchungsgegenstand befindet sich somit an der Schnittstelle von Professionsforschung und historischer Bildungsforschung“ (Nader, 2015, S. 16). Für seine Studie hat Nader zwei empirische Zugänge gewählt: „Den Anfang macht eine qualitative Interviewserie, mit der induktive Erinnerungskategorien inhaltsanalytisch ausgearbeitet werden. Im Anschluss daran wird eine quantitative Untersuchung durchgeführt, welche die induktiv entstandenen Annahmen ergänzt und auch prüft.“ (Nader, 2015, S. 17 f.).

Verhältnis Theorie-Gegenstand

„Ein Weg, den qualitative Forscher beschreiten, ist die klassische Variante der Modellbildung aus den quantifizierenden Sozialwissenschaften: Der Wissenschaftler konstruiert vor Eintritt in das zu untersuchende Feld ‚am Schreibtisch’ ein Modell der dort vermuteten bzw. wirkenden Bedingungszusammenhänge. Hierzu greift er auf theoretische Wissensbestände aus der Literatur oder zuvor empirisch belegte Zusammenhänge zurück“ (Flick 1995, S.150). So geht auch Nader bei seiner Forschung auf Erinnerungen an die Volksschule auf vorhandene Literatur verschiedener Autoren ein (vgl. Nader 2015, S. 41 f.). Des Weiteren nutzt Nader die Grounded-Theroy, ein typischer Ansatz und häufig der Rahmen einer qualitativen Forschung (vgl. Flick 1995, S. 150).

Fragestellung, Forschungsperspektiven

Nader formuliert insgesamt vier voneinander abhängige Forschungsfragen. Die zentrale Frage der historischen Sozialisationsforschung lautet: „Welche kollektiven Erinnerungen können in allen noch lebenden Alterskohorten hinsichtlich deren Volksschulzeit in Niederösterreich rekonstruiert werden?“ (Nader 2005, S. 16). Um ein sehr fein differenziertes Ergebnis, in zeitliche Gruppen eingeteilt, zu erlangen, werden alle Forschungspartner in entsprechende Alterskohorten eingeteilt, wodurch sich Frage zwei und drei ergeben. Es werden die Forschungsfragen, „Welche Unterschiede in den kollektiven Erinnerungen an die Volksschule können in den verschiedenen Absolventenkohorten festgestellt werden?“, sowie „Welche Gemeinsamkeiten in den kollektiven Erinnerungen an die Volksschule können in den verschiedenen Absolventenkohorten festgestellt werden? (Nader 2005, S. 17) gestellt . Schließlich wird nach diesen beantworteten Fragen versucht eine Theorie von Volksschulerinnerungen aus der Perspektive der Absolventengeneration zu entwerfen und eine Erklärungen für die getätigten Beobachtungen zu finden, sodass sich die letzte Frage, „Welche Ursachen und Erklärungen können für die beobachteten Volksschulerinnerungen der unterschiedlichen Alterskohorten vermutet werden? (Nader 2005, S. 17) stellt. Nach Uwe Flick ist eine entscheidende Qualität von Fragestellungen ihre Spezifität und Fokussierung. „Sie sollen so eindeutig und zielgerichtet formuliert werden, dass sie genaue Vorgaben erlauben, was (wer und wie) gefragt bzw. beobachtet wird“ (Flick 2009. S. 39). Bei Nader wird diese Eindeutigkeit durch die Haupt- und vor allem Nebenfragen deutlich, insbesondere durch die letzte Frage, bei der nur wesentliche Daten vorliegen durften. Außerdem hält er sich daran zu vermeiden, dass die Fragen ungenau bleiben und die Studie mit zu vielen Fragestellungen überladen ist (vgl. Flick 2009, S. 39). Zudem ist es sinnvoll die Fragestellungen auf verschiedenen Ebenen (Wissen, Handlungen, Situationen und Institutionen) bzw. an unterschiedlichen Einheiten (Personen, Gruppen, Gemeinden etc.) zu untersuchen (vgl. Flick, 2009, S. 40). Nader befasst sich in seiner Forschung entsprechend mit den Erinnerungen bestimmter Gruppen.

Annäherung ans Feld

„Typischer – und häufiger der Rahmen qualitativer Forschung – ist der Ansatz der Grounded Theory„ (Flick 1995, S. 150). Dies ist auch der Feldeinstieg, den Nader bei gleichzeitiger Literaturrecherche wählt (vgl. Nader 2015, S. 21). Ein Einstieg, bei dem den Daten und dem untersuchten Feld eine Priorität gegenüber theoretischen Annahmen eingeräumt wird. Außerdem wird das dem zugrundegelegte Verhältnis von Theorie und Empire durch das Prinzip der Offenheit umrissen. „Das Prinzip der Offenheit besagt, dass die theoretische Strukturierung des Forschungsgegenstandes zurückgestellt wird, bis sich die Strukturierung des Forschungsgegenstandes durch die Forschungssubjekte herausgebildet hat (vgl. Flick 1995, S. 150). Deshalb wird der aktuelle Stand der Forschung Naders abgehandelt, der die neun Bereiche abdeckt, die aus einer vorangegangenen narrativen Interviewserie entwickelt wurden. Diese Methode lässt sich durch den Versuch kennzeichnen, eine möglichst vollständige Strukturierung der Datensammlung durch das Subjekt zu gewährleisten. Die zentrale Aufgabe des Forschers beschränkt sich im Hauptteil des Interviews darauf, den Fluss der Erzählung möglichst wenig zu stören oder zu behindern (vgl. Flick 1995, S. 158). Die Methode des narrativen Interviews wird häufig im Zusammenhang mit lebensgeschichtlich bezogenen Fragestellungen eingesetzt (vgl. Flick 2008, S. 355). Durch die Durchführung der Befragung durch Studenten (vgl. Nader 2015, S. 146) nimmt Nader eine eher zurückhaltende Rolle ein, was im Zusammenhang damit steht, dass der Forscher als zentrales kommunikatives „Erkenntnisinstrument“ bei der qualitativen Forschung nicht als „Neutrum“ im Feld und im Kontakt mit den […] Subjekten agieren kann, was so viel heißt, dass der Forscher eine bestimmte Rolle einnimmt oder aber zugewiesen bekommt (vgl. Flick 1995, S. 154).

Sammlung der Daten

Die vorliegende Forschung ist eine Explorationsstudie, bei der zuerst durch ein narratives Interview versucht wird, den Untersuchungsgegenstand aufzuarbeiten und mittels ergänzender Theoriearbeit zu festigen. Nach Flick soll dadurch eine möglichst vollständige Strukturierung der Datensammlung durch das Subjekt gewährleistet werden (vgl. Flick 1995, S.157). Anschließend wird ein Interview-Leitfaden entwickelt, der die ausgearbeiteten Kategorien dezidiert abfragt (vgl. Nader 2015, S.131). Für das Leitfaden-Interview wird eine Reihe von Fragen vorbereitet. Diese sollen das thematisch relevante Spektrum des Interviews und seines Gegenstands abdecken. Es wird ein Leitfaden erstellt, an dem sich der Interviewer orientiert. Die Reihenfolge der Fragen spielt keine Rolle. Auch die Formulierung muss nicht exakt sein. Somit ist es Ziel, die individuelle Sicht des Interviewpartners auf das Thema zu erhalten. Hierbei gibt es keine vorformulierten Antworten, schließlich soll ein freier und ergiebiger Dialog zwischen Interviewer und Interviewpartner stattfinden (vgl. Flick 2009, S. 113 f.). Die Ergebnisse werden anschließend transkribiert und analysiert. Auf dieser Basis wird wiederum eine Deskription der Zusammensetzungen von Volksschulerinnerungen der verschiedenen Alterskohorten erstellt (vgl. Nader 2015, S. 131). „Aufgrund des Forschungsdesigns können jedoch nur Thematiken festgemacht werden, die für die jeweiligen Kohorten relevant waren, eine dezidierte Quantifizierung ist (noch) nicht möglich“ (Nader 2015, S. 131). Dies ist der Grund dafür, dass ein quantitativer Fragebogen entwickelt wird. „Mit dieser Datenerhebung ist es möglich, Volksschulerinnerungen auch zu quantifizieren und in zeitlichen Verläufen abzubilden. Den Abschluss der Arbeit bildet die Formung einer Theorie von Volksschulerinnerungen, welche die Erkenntnisse der beiden Analysen in sich zusammenführt“ (Nader 2015, S. 131). So kann am Ende des Prozesses eine Zusammenschau der sowohl qualitativen als auch quantitativen Ergebnisse stattfinden, welche eine empirische Basis für die Grundlage der vorgestellten Theorie von Erinnerungen an die Volksschule bildet (vgl. Nader 2015, S. 132).

Fixierung der Daten

Alle Interviews wurden elektronisch aufgezeichnet und im Anschluss transkribiert. Die Studierenden mussten einen Bericht über das analysierte Interview schreiben und zum Ende des Semesters eine Inhaltsanalyse. Diese Berichte wurden in Form von Metaanalysen (Flick 1995, S.162) zu einem finalen Bericht zusammengeführt und dieser ebenfalls analysiert. Daraus ergibt sich der Abschlussbericht. Quantitative Daten wurden dabei ausschließlich deduktiv bearbeitet. Die ausgewählt Methode ist nicht vorgeschrieben (vgl. Flick, 1995,S. 161).

Interpretation der Daten

Die Studenten selbst analysierten und bewerteten die Daten der Berichte, der durchgeführten Interviews. Die qualitative Analyse wurde mit der Software „Altlas.ti“ durchgeführt (Nader,S.147).

Geltungsbegründung

Um die aufgenommenen Interviews in Bezug auf Authentizität und Validität zu prüfen, wurde das Material und dessen Inhalt analysiert und mit der befragten Person auf Übereinstimmung geprüft. Dies bezieht sich auf den ersten Teil der Studie, den qualitativen Teil. Der zweite Teil besteht aus dem quantitativen Teil in Form eines Fragebogens, womit die Erkenntnisse standardisiert werden (Nader 2015, S.131).

Forschung als Diskurs

Die Befragten sind in dieser Studie diejenigen, die das Datenmaterial lieferten und die Studenten, die dieses zusammen mit Nader durchführten und analysierten. Mit Hilfe von Plakaten konnten gemeinsame Ziele & Wege ersichtlich gemacht werden (Nader, S.148). Dieser „Diskurs nach innen“ ist nach Flick Teil der qualitativen Forschung (Flick,1995 S.171).

Literatur

  • Flick, Uwe. „Handbuch Qualitative Sozialforschung“. Weinheim. (1995)
  • Flick, Uwe. „Qualitative Forschung“. Hamburg. (2000)
  • Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg. (2014)
  • Nader, Michael. „Was bleibt? Erinnerungen an die Volksschule. Eine empirische Studie zur Lehrprofessionalität.“ (2015)
  • Flick, U. (1995): Handbuch Qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. 2. Auflage. Weinheim: Beltz / Psychologie Verlags Union.

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