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lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem07

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lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem07 [2018/03/05 13:04]
tandem07b [Fragestellung, Forschungsperspektiven]
lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:nader:tandem07 [2020/11/04 21:41] (aktuell)
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 ====Einleitung ==== ====Einleitung ====
  
-Die Dissertation „Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien“ von Isabel Zorn, veröffentlicht im Jahr 2010 an der Universität Bremen, ist eine qualitative Studie als Beitrag zur Medienbildung (vgl. Zorn, 2010: I). Isabel Zorn analysiert die Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien anhand von Interviews beziehungsweise Gesprächen von Jugendlichen und Erwachsenen, die als Laien in dem Bereich der Konstruktionstätigkeit beteiligt sind (vgl. Zorn, 2010: 112). Der Zeitraum der Interviews erstreckt sich über 21 Monate (vgl. Zorn, 2010: 105). Entwickelt wurden sechs Sinndimensionen von Konstruktionstätigkeiten, in denen sich Reflexivierungen und teilweise Veränderungen von Selbst-, Welt- und Technologieverhältnissen zeigen (vgl. Zorn, 2010: IV).+Die Dissertation „Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien“ von Isabel Zorn, veröffentlicht im Jahr 2010 an der Universität Bremen, ist eine qualitative Studie als Beitrag zur Medienbildung (vgl. Zorn, 2010: I). Zorn analysiert die Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien anhand von Interviews beziehungsweise Gesprächen von Jugendlichen und Erwachsenen, die als Laien in dem Bereich der Konstruktionstätigkeit beteiligt sind (vgl. Zorn, 2010: 112). Der Zeitraum der Interviews erstreckt sich über 21 Monate (vgl. Zorn, 2010: 105). Entwickelt wurden sechs Sinndimensionen von Konstruktionstätigkeiten, in denen sich Reflexivierungen und teilweise Veränderungen von Selbst-, Welt- und Technologieverhältnissen zeigen (vgl. Zorn, 2010: IV).
 ==== Verhältnis Theorie-Gegenstand==== ==== Verhältnis Theorie-Gegenstand====
  
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 ==== Fragestellung, Forschungsperspektiven==== ==== Fragestellung, Forschungsperspektiven====
  
-Die Dissertation von Zorn, untersucht aus der Sicht der Medienpädagogik, Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien durch Laien- Konstrukteur/innen als eine spezifische Form von Mediengestaltung, welche sich auf die Gestaltung der technologischen Grundlage eines Mediums bezieht (vgl Zorn, 2010: IV). Bislang wurden technologieorientierte und andere Mediengestaltungstätigkeiten voneinander getrennt. Aus diesem Grund wurde in der Medienpädagogik die Konstruktionstätigkeit wenig erforscht (vgl. Zorn, 2010: 4). Das Verständnis von Konstruktionstätigkeit war für die Forscherin einer der zentralen Aspekte des Forschungsprozesses (vgl. Zorn, 2010: 6). Im Verlauf der Analyse der Daten hat sich die Frage nach Bildungsprozessen entwickelt (vgl. Zorn, 2010: 4f). Speziell wurden Fragen entwickelt, welche auf die Sinndimensionen der Konstruktionstätigkeit, aus der Sicht der Befragten, welche sich mit dem Konstruktionsprozess beschäftigen, eingehen (vgl. Zorn, 2010: 6). Einige der analyseleitenden Fragen sind zum Beispiel: „ Wie nehmen Informatik-Laien ihre eigenen Konstruktionstätigkeiten wahr? Wodurch unterscheiden sie das Konstruieren von Digitalen Medien von anderen Tätigkeiten? Wie Kontextualisierung sie diese Erfahrungen? Welche Bezüge entwickelt sie zwischen ihrer entwickelnden Tätigkeit und ihrer Lebenswelt?“ (Zorn, 2010: 6). Hierbei wird nochmals deutlich, dass das Ziel der Arbeit grundlegend die konstruierenden Tätigkeiten in Abgrenzung zu nutzenden, konsumierenden und gestaltenden Tätigkeiten ist (vgl. Zorn, 2010: 6). Isabel Zorn distanziert sich ausdrücklich davon, Erkenntnisse nur über eine Art  von Konstruktionstätigkeit zu gewinnen oder Aussagen über eine bestimmte Zielgruppe zu treffen (vgl. Zorn, 2010: 6).+Die Dissertation von Zorn, untersucht aus der Sicht der Medienpädagogik, Konstruktionstätigkeit mit Digitalen Medien durch Laien- Konstrukteur/innen als eine spezifische Form von Mediengestaltung, welche sich auf die Gestaltung der technologischen Grundlage eines Mediums bezieht (vgl Zorn, 2010: IV). Bislang wurden technologieorientierte und andere Mediengestaltungstätigkeiten voneinander getrennt. Aus diesem Grund wurde in der Medienpädagogik die Konstruktionstätigkeit wenig erforscht (vgl. Zorn, 2010: 4). Das Verständnis von Konstruktionstätigkeit war für die Forscherin einer der zentralen Aspekte des Forschungsprozesses (vgl. Zorn, 2010: 6). Im Verlauf der Analyse der Daten hat sich die Frage nach Bildungsprozessen entwickelt (vgl. Zorn, 2010: 4f). Speziell wurden Fragen entwickelt, welche auf die Sinndimensionen der Konstruktionstätigkeit, aus der Sicht der Befragten, welche sich mit dem Konstruktionsprozess beschäftigen, eingehen (vgl. Zorn, 2010: 6). Einige der analyseleitenden Fragen sind zum Beispiel: „ Wie nehmen Informatik-Laien ihre eigenen Konstruktionstätigkeiten wahr? Wodurch unterscheiden sie das Konstruieren von Digitalen Medien von anderen Tätigkeiten? Wie Kontextualisierung sie diese Erfahrungen? Welche Bezüge entwickelt sie zwischen ihrer entwickelnden Tätigkeit und ihrer Lebenswelt?“ (Zorn, 2010: 6). Hierbei wird nochmals deutlich, dass das Ziel der Arbeit grundlegend die konstruierenden Tätigkeiten in Abgrenzung zu nutzenden, konsumierenden und gestaltenden Tätigkeiten ist (vgl. Zorn, 2010: 6). Zorn distanziert sich ausdrücklich davon, Erkenntnisse nur über eine Art  von Konstruktionstätigkeit zu gewinnen oder Aussagen über eine bestimmte Zielgruppe zu treffen (vgl. Zorn, 2010: 6).
 ==== Annäherung ans Feld==== ==== Annäherung ans Feld====
  
-Die Abhandlung gliedert sich allgemein in einen Theorieteil und einen Empirieteil, in dessen Folge sich die Diskussion der Ergebnisse anschließt (vgl. Zorn, 2010: 7). Die Wahl der Methode Grounded Theory Methodology, welche im Folgenden mit GTM abgekürzt wird, legt die Wissenschaftlerin nicht begründet in ihrer Arbeit dar, sondern geht darauf ein wieso sie es für sinnvoll hält, die Auswahl durch eine Abgrenzung zu anderen Methoden darzulegen (vgl. Zorn, 2010: 96f). Um nochmals zu verdeutlichen was das Ziel der Arbeit ist, zielt die Theoriebildung darauf aus, zu beschreiben und zu erklären wie die Konstruktionstätigkeit zu verstehen ist. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Spezifika der Digitalen Medien mit den Handlungen, Motiven und Konsequenzen für die Konstrukteur/innen in Zusammenhang gesetzt (vgl. Zorn, 2010: 96). Hierbei wird auf die Hypothesengenerierung nicht die Hypothesenprüfung eingegangen (vgl. Zorn, 2010: 96). Die GTM befasst sich „bewusster mit dem Problem, wie man aus empirischen Daten soziologische Theorien entwickeln kann.Sie liefert empirisch abgesicherte Theoriebausteine zu Bedingungen, Strategien und Konsequenzen eines Untersuchungsphänomens als Elementen sozialer Prozesse“ (Brüsemeister, 2008: 181f). Dies trifft für den Untersuchungsgegenstand der Konstruktionstätigkeit lernender Konstrukteur/innen mit Digitalen Medien bei Isabel Zorn zu (vgl. Zorn, 2010: 97). Dabei wurde der Untersuchungsgegenstand wenig systematisch untersucht und die Fragestellung weit genug gefasst um die Forschungsperspektive nicht von Beginn an zu eng zu fassen. (vgl. Zorn, 2010: 97).+Die Abhandlung gliedert sich allgemein in einen Theorieteil und einen Empirieteil, in dessen Folge sich die Diskussion der Ergebnisse anschließt (vgl. Zorn, 2010: 7). Die Wahl der Methode Grounded Theory Methodology, welche im Folgenden mit GTM abgekürzt wird, legt die Wissenschaftlerin nicht begründet in ihrer Arbeit dar, sondern geht darauf ein wieso sie es für sinnvoll hält, die Auswahl durch eine Abgrenzung zu anderen Methoden darzulegen (vgl. Zorn, 2010: 96f). Um nochmals zu verdeutlichen was das Ziel der Arbeit ist, zielt die Theoriebildung darauf aus, zu beschreiben und zu erklären wie die Konstruktionstätigkeit zu verstehen ist. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Spezifika der Digitalen Medien mit den Handlungen, Motiven und Konsequenzen für die Konstrukteur/innen in Zusammenhang gesetzt (vgl. Zorn, 2010: 96). Hierbei wird auf die Hypothesengenerierung nicht die Hypothesenprüfung eingegangen (vgl. Zorn, 2010: 96). Die GTM befasst sich „bewusster mit dem Problem, wie man aus empirischen Daten soziologische Theorien entwickeln kann.Sie liefert empirisch abgesicherte Theoriebausteine zu Bedingungen, Strategien und Konsequenzen eines Untersuchungsphänomens als Elementen sozialer Prozesse“ (Brüsemeister, 2008: 181f). Dies trifft für den Untersuchungsgegenstand der Konstruktionstätigkeit lernender Konstrukteur/innen mit Digitalen Medien bei Zorn zu (vgl. Zorn, 2010: 97). Dabei wurde der Untersuchungsgegenstand wenig systematisch untersucht und die Fragestellung weit genug gefasst um die Forschungsperspektive nicht von Beginn an zu eng zu fassen. (vgl. Zorn, 2010: 97).
 ==== Sammlung der Daten==== ==== Sammlung der Daten====
  
-Anhand ihrer Fragestellung und des Forschungsgegenstandes hat Isabel Zorn zu Beginn der Studie erste Entscheidungen über Datenmaterialien, die für die Untersuchung erhoben werden sollen getroffen (vgl. Zorn, 2010: 100). Die Datenerhebung folgt einem zirkulären Prozess und wird in ersten Analyseschritten ausgewertet (vgl. Zorn, 2010: 100). Um den Aspekt des zirkulären Prozesses nochmals aufzugreifen, geht die Autorin auf die Methode des theoretischen Samplings ein (vgl. Zorn, 2010: 100). Unter theoretischem Sampling nach Glaser und Strauss 1967 wird die Generierung von Theorie zielender Prozesse der Datensammlung verstanden (vgl. Flick, 2009: 93). A. Strauss bezeichnet dies, als „ein Verfahren, bei dem sich der Forscher auf einer analytischen Basis entscheidet, welche Daten als nächstes zu erheben sind und wo er diese finden kann“ (Strauss, 1991: 70). Zorn interviewt Erwachsene und Jugendliche, die unterschiedliche Konstruktionstätigkeiten mit unterschiedlichen Technologien durchgeführt haben (vgl. Zorn, 2010: 101). Ihre Teilnehmerauswahl soll aufgrund des theoretischen Vorwissens so konzipiert werden, dass möglichst minimale und maximale Variationen der Phänomene resultieren (vgl. Zorn, 2010: 101).+Anhand ihrer Fragestellung und des Forschungsgegenstandes hat Zorn zu Beginn der Studie erste Entscheidungen über Datenmaterialien, die für die Untersuchung erhoben werden sollen getroffen (vgl. Zorn, 2010: 100). Die Datenerhebung folgt einem zirkulären Prozess und wird in ersten Analyseschritten ausgewertet (vgl. Zorn, 2010: 100). Um den Aspekt des zirkulären Prozesses nochmals aufzugreifen, geht die Autorin auf die Methode des theoretischen Samplings ein (vgl. Zorn, 2010: 100). Unter theoretischem Sampling nach Glaser und Strauss 1967 wird die Generierung von Theorie zielender Prozesse der Datensammlung verstanden (vgl. Flick, 2009: 93). A. Strauss bezeichnet dies, als „ein Verfahren, bei dem sich der Forscher auf einer analytischen Basis entscheidet, welche Daten als nächstes zu erheben sind und wo er diese finden kann“ (Strauss, 1991: 70). Zorn interviewt Erwachsene und Jugendliche, die unterschiedliche Konstruktionstätigkeiten mit unterschiedlichen Technologien durchgeführt haben (vgl. Zorn, 2010: 101). Ihre Teilnehmerauswahl soll aufgrund des theoretischen Vorwissens so konzipiert werden, dass möglichst minimale und maximale Variationen der Phänomene resultieren (vgl. Zorn, 2010: 101).
 ==== Fixierung der Daten==== ==== Fixierung der Daten====
  
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