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lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:leimbach:tandem35

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Tandem 35

  • Tandempartnerin 1: Tahiri Tay Tay, Nisma
  • Tandempartnerin 2: Baltaci, Rumeysa

Entwurfsfassung

1. Verhältnis Theorie-Gegenstand

Wird ausgeführt in der Endfassung.

2. Fragestellung/ Forschungsperspektiven

Fragestellungen können auf verschiedene Arten ausgeführt werden. „Im Kontext von Sozialforschung {sollten sie} eine gesellschaftliche relevante Problemstellung aufgreifen.“ (Flick 2006, S.38) Die Zweckmäßigkeit ist dies, worauf eine Fragestellung abzielt. Dementsprechend können „neue Erkenntnisse, neue Lösungsvorschläge“ (ebd., S.38) dafür gewonnen werden. Mithilfe der Problematik/Fragestellung wird die Forschungsperspektive eingegrenzt, dadurch dass definiert wird, welche Richtung die Forschung verfolgt. Auf diese Weise findet eine Eingrenzung bzw. Ausschließung von Themen statt. (vgl. ebd., S.39) In dieser Studie hat Leimbach die „Optimierung der Zusammenarbeit von Schule, Eltern und ihren Kindern […]“. (Leimbach 2015, S.6) untersucht. Sein Untersuchungsgedanke möchte erforschen, inwieweit Schüler_innen mit türkischen Migrationshintergrund ihren schulischen Werdegang mitgestalten, relevante Einflüsse wahrnehmen und erkennen, um dieses auf das Bezugsfeld Eltern-Schule-Schüler_innen zu übertragen, der wiederum den Schulerfolg, in Zusammenarbeit mit Eltern, erhöhen soll. (vgl. ebd., S.6) Es wird ein explorativer Vorgang gewählt, bei denen Interviews durchgeführt werden, womit ausgegangen wird, dass mithilfe der Interviews nicht nur negative, sondern zugleich auch positive Aspekte, die sich auf den Schulerfolg austragen können, resultiert. (vgl. ebd., S.7) Im Mittelpunkt der Studie stehen daher Schüler_innen und deren Erfahrungsfeld mit Schule-Eltern Konstrukt und dessen „Erwartungen und Erfahrungen im Hinblick auf die Bedingungen {die} für einen erfolgreichen Schulabschluss {relevant sind}.“ (Leimbach 2015, S.7)

3. Annäherung ans Feld

Für eine Annäherung ist es relevant, dass die subjektive Sichtweise der Schüler_innen möglichst unverfälscht bleibt, weshalb ihr Verhalten durch Protokolle oder Momentaufnahmen etc. dokumentiert werden soll (vgl. Leimbach 2015, S.48). Da die Studie sich damit beschäftigt, wie sich Schüler_innen selbst als Handelnde begreifen und inwieweit sie dazu fähig sind gute Leistungen zu erzielen, ist es relevant die damit zusammenhängenden Faktoren und Einflüsse festzuhalten (vgl. ebd., S.52). Leimbach hält fest, dass die Jugendlichen sich in einem Prozess der Identitätsfindung befinden, der zwangsläufig Unsicherheiten über das eigene Verhalten und diesem zugrunde liegende Wertorientierungen mit sich bringe, und fügt hinzu, dass das Bedürfnis nach Orientierung und Akzeptanz besonders ausgeprägt sei (vgl. Leimbach, S.53). Des Weiteren ist fest zu halten, dass durch Datenblätter erste Hinweise, bezüglich des sozialen und kulturellen Kapitals durch Einfluss der Eltern, und erste Fakten im Zusammenhang mit familialen Situationen und den Lernfeldern auf den Erfahrungshintergründen der Interviewpartner erfasst werden (vgl. Leimbach, S.83). Außerdem sollte nicht nur eine „Bestätigung von Hypothesen“ (Leimbach, S.73 f.) als Ziel vor Augen gesetzt werden, sondern die Herausarbeitung von dem Besonderen des Einzelfalls, um somit möglicherweise „typische Fälle zu finden, […] eine oder mehrere Personen zu ermitteln, die typisch für eine bestimmte Form von Bedeutungszuschreibungen oder Handlungsbegründungen etc. sind“ (Reinders 2012, S.115). Leimbach strebt im Bezug zu neuen Erkenntnissen nach einer größtmöglichen Varianz: „Will man neue Erkenntnisse gewinnen, sollte das ideale Sample möglichst nicht zu homogen sein, denn je homogener ein Sample, umso unwahrscheinlicher ist es, neue Erkenntnisse an Hand von abweichendem Verhalten zu gewinnen. Stattdessen ist größtmögliche Varianz anzustreben, um die Chancen auf eine umfangreichere Typisierung zu erhöhen“ (ebd., S.74).

4. Sammlung der Daten/Erhebungsverfahren

Analog wird mit der Auswahl der Methode der Datenauswertung verfahren. Um die erwünschten Daten zu erheben, entscheidet sich Leimbach für das leitfadengestützte problemzentrierte Interview (vgl. Leimbach 2015, S.66), welches auf die Erforschung von Prozessen und Auswirkung der Individualisierung im Verlauf von Sozialisation zielt, denn „Die Konstruktionsprinzipien des problemzentrierten Interviews […] zielen auf eine möglichst unvoreingenommene Erfassung individueller Handlungen sowie subjektiver Wahrnehmungen und Verarbeitungs- weisen gesellschaftlicher Realität“ (Witzel 2000, keine Seitenangabe). Des Weiteren hält Leimbach an einem Zitat von Reinders fest, wie eine Forschung im Kontext des Symbolischen Interaktionismus auszusehen hat: „Forschung als Kommunikation heißt dann erstens, sich in der Form mit den Interviewten auseinander- zusetzen, die dieser {diese} im Alltag zur Bedeutungsaushandlung nutzt {nutzen}: dem Gespräch. Zweitens folgt daraus, dass diese Kommunikation den Regeln folgen muss, die der Interviewte kennt und denen er folgen kann. Drittens müssen auch die Inhalte der Kommunikation verständlich und nach- vollziehbar sein. Umgekehrt muss auch der Forschende die vom Interviewten transportierten Inhalte verstehen“ (Reinders 2012, S.37). Da die Studie herausfinden soll, ob und in welchem Maße Schüler_innen sich selbst als Handelnde begreifen, die ihren Schulerfolg improvisieren, besteht das Sample aus Schülern/-innen, im Alter von 13 und 14 Jahren, mit türkischem Migrationshintergrund an einem deutschen Gymnasium (vgl. Leimbach 2015, S.52) (vgl. Leimbach 2015, S.64). Das bilinguale Aufwachsen beeinflusst sowohl das Ausdrucksniveau als auch die Fähigkeit, über ihre eigene Situation zu reflektieren. Deshalb ist es relevant, dass die auszuwählende Interviewvariante folgendes gewährleistet: „die zu erwartende Heterogenität in sprachlicher Ausdrucksfähigkeit und Reflexionsniveau in Gänze zu erfassen und missverständliche Passagen zu klären“ (vgl. ebd., S.64). Die gewählte Methode muss mit den erkenntnistheoretischen Grundlagen übereinstimmen. Die Interviewmethode soll sowohl zu den Bestimmungsmerkmalen der Befragtengruppe passen als auch den Erfahrungen und Fähigkeiten des Interviewers angepasst werden, damit die Problem Zentrierung und die Gegenstands- und Prozessorientierung gegeben sind, um die Offenheit des Forschungsprozesses zu garantieren (vgl. Leimbach 2015, S.69 f.). Zusätzlich ist darauf zu achten, dass der Interviewer ebenfalls einen türkischen Migrationshintergrund und eigene Interviewerfahrung mitbringt, um die Befragung vorerst in eine Vertrauensbasis lenken zu können, umso ein stärkeres Empathie Gefühl einbringen zu können (Leimbach, S.69). Durch Kurzfragebögen, Aufzeichnungen oder Nachinterview Protokoll können Daten und Informationen strukturierter erhoben und besser festgehalten werden, womit die Interviews um Einiges mehr entlastet sind (vgl. Leimbach 2015, S.69).

5. Fixierung der Daten

Wird ausgeführt in der Endfassung.

6. Interpretation der Daten

„In statistischen Analysen […] {hat sich gezeigt, dass} bestimmte Ereignisse gemeinsam auftreten oder in ihrer Häufigkeit oder Stärke zusammenhängen […]“, (ebd., S.68) dass nennt und stützt vorläufig nicht die Begründung für ein bestimmtes Resultat. Relevant ist daher, die Interpretation der Daten, da es das Erkennen und Beantworten solcher Zusammenhänge ermöglicht (vgl. Flick 2006, S.68). Das Verfahren, dass in der Studie verwendet wird, ist die qualitative Inhaltsanalyse. „Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2010) ist ein Auswertungsverfahren für qualitative Daten, das theorie- und regelgeleitete sowie methodisch kontrollierte Auswertungen ermöglicht. Die qualitative Inhaltsanalyse zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie nicht nur die Aufdeckung gegenstandsbezogener Einzelfaktoren, sondern auch die Konstruktion der möglichen Zusammenhänge zwischen mehreren Faktoren ermöglicht.“ (Studi-Lektor, URL: https://studi-lektor.de/tipps/qualitative-forschung/qualitative-inhaltsanalyse.html) Leimbach teilt die Auswertung der Interviews in vier Spezifizierungen, so können die durchgeführten Interviews, auf diese Weise gezielter untereinander verglichen, analysiert und interpretiert werden. Das Ziel nach der Analyse der Daten ist es, die Relation zwischen Schüler_innen, Eltern und Schule zu optimieren, dass mithilfe einer Bewertung stattfindet (vgl. Leimbach 2015, S.111).

7. Geltungsbegründung

Wird ausgeführt in der Endfassung.

8. Forschung als Diskurs

Wird ausgeführt in der Endfassung.

Literatur

  • Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg. (2014).

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Analyse der anderen Tandemgruppen

Begründete Einschätzung anderer Analysen

Ranking: 1. Platz: Tandem 36, 2. Platz: Tandem 34, 3. Platz: Tandem 43, 4. Platz: Tandem 44

Tandem 36, Platz 1

Unserer Meinung nach bekommt Tandem 36 den 1. Platz. Die Analyse ist relativ kurz und präzise geschrieben und somit sehr dezent gestaltet, so dass nur Bezug auf das Ausschlaggebende der Studie genommen wurde. Somit ist diese unkompliziert strukturiert und eingängig zu lesen, sodass der Leser aufmerksam auf das Wesentliche wird. Zusätzlich finden wir, ist eine klare Struktur erkennbar.

Tandem 34, Platz 2

Wir haben Tandem 34 auf Platz 2 gesetzt, da diese Gruppe einen guten Einblick in die Studie verleiht. An dieser Stelle loben wir die gelungene Einleitung. Ein roter Faden wird deutlich im Verlauf der Analyse. Das Zitieren wurde einheitlich gehalten. Gleichzeitig haben sie ihre Literatur erweitert um ein bis zwei Quellen, was wir als gut empfinden.

Allerdings ist aufgrund der zu genauen Analysefähigkeit, die Analyse etwas zu lang geworden. Wir sind der Meinung dass die Länge Desinteresse hervorruft.

Tandem 43, Platz 3

Unserer Meinung erhält Tandem 43 den 3. Platz. Die Einleitung verleiht einen übersichtlichen Einstieg, jedoch haben wir ebenso Rechtschreibfehler bemerkt, welche wiederum einen weniger guten Eindruck erwecken. Im Allgemeinen ist die Analyse überwiegend strukturiert aufgebaut, ebenfalls ist uns aufgefallen, dass an einigen Stellen etwas zu stark danebengegriffen wurde bzw. am Thema vorbei geschrieben wurde. Zugleich haben wir erkannt, dass nicht immer korrekt und einheitlich zitiert wurde. Nach Benennung des Autors wurde oftmals das Komma vergessen.

Tandem 44, Platz 4

Positiv finden wir, dass sie die Analyse sehr fleißig angegangen sind, was an der Bearbeitung aller Analysenpunkte zu erkennen ist. Ebenfalls ist die Einleitung gut gelungen, dass einem den kurzen und direkten Zugang zum Thema eröffnet.

Betrachten wir jedoch die Analyse im Ganzen fällt uns auf, dass aufgrund der unterschiedlichen Vielzahl an Quellen, die Analyse etwas von eigentlichen Thema abschweift und die Struktur/roter Faden etwas verloren geht an einigen Stellen. Es wurden auch zusätzliche Informationen erwähnt, die vielmehr irrelevant sind und eher Details darstellen, wodurch die Analyse etwas lang geraten ist. Einige Rechtschreibfehler sind uns aufgefallen, die keinen guten Eindruck hinterlassen. Aufgrund dessen haben wir Tandem 44 auf Platz 4 gesetzt.

Endfassung

Die 2015 veröffentlichte Studie „Verschenkte Chancen – Schülerinnen und Schüler als Gestalter ihrer Schulkarrieren?“ wurde von Burkhard Leimbach verfasst. Die Studie beschäftigt sich mit der „Befragung von Schülerinnen und Schülern mit türkischem Migrationshintergrund bezüglich der Einstellung zu „schülerorientierter Elternarbeit“ am Gymnasium“ (Leimbach 2015, S.1).

Verhältnis Theorie-Gegenstand

Leimbach entschied sich für das qualitative Forschungsdesign, da er auf eine Methode zurückgreifen wollte, die die Probanden „[…]in ihrer subjektiven Wahrnehmung der Welt ernst nimmt, die dieses Denken, Handeln und Verarbeiten dokumentiert und eine Interpretation zu ihrem Verstehen zulässt und die die Möglichkeit eröffnet, auch nicht Erwartetes und Ungeplantes fruchtbar herauszuarbeiten.“ (Leimbach 2015, S.49) Schüler_innen mit türkischem Migrationshintergrund wurden deshalb ausgewählt, da sie die „größte Migrantengruppe in Deutschland“ (Leimbach 2015, S.16) repräsentieren, was jedoch ihren Schulerfolg betrifft, sind sie meist bei Ranglisten eher weiter unten auffindbar (vgl. Leimbach 2015, S.16). Aufgrund der breiten Forschungsperspektive der Studie, ist eine einzelne Festlegung des Gegenstandes nicht möglich, was im Grunde genommen besser wäre, da auf solche Weise eine detailliertere Forschung stattfinden kann. „(s)tandardisierte Methoden benötigen für die Konzipierung ihres Erhebungsinstruments (…) eine feste Vorstellung über den Untersuchungsgegenstand, wogegen qualitative Forschung für das Neue im Untersuchten, das Unbekannte im scheinbar Bekannten offen sein kann“ (Flick, von Kardorff & Steinke 2000, S.17) (Leimbach 2015, S.50). Dabei wird deutlich, dass einer von Leimbachs Untersuchungsgegenstand der Schulerfolg sein könne. Da er das Schule-Eltern-Verhältnis aus Perspektive der Schüler_innen bearbeitet. Herausfinden möchte er damit, inwiefern Eltern Einfluss auf den Schulerfolg ihrer Kinder haben.

Fragestellung/Forschungsperspektiven

Fragestellungen können auf verschiedene Arten ausgeführt werden. „Im Kontext von Sozialforschung {sollten sie} eine gesellschaftliche relevante Problemstellung aufgreifen.“ (Flick 2006, S.38) Das Ziel einer Fragestellung ist die Zweckmäßigkeit. Dementsprechend können „neue Erkenntnisse, neue Lösungsvorschläge“ (ebd., S.38) dafür gewonnen werden. Mithilfe der Fragestellung wird die Forschungsperspektive eingegrenzt, dadurch dass klar vordefiniert wird, in welche Richtung die Forschung sich bewegen soll. Auf diese Weise findet eine Eingrenzung bzw. Ausschließung von Themen statt (vgl. Flick 2006, S.39). Leimbachs Studie befasst sich damit, inwieweit Schüler_innen mit türkischem Migrationshintergrund ihren schulischen Werdegang mitgestalten, relevante Einflüsse wahrnehmen und erkennen. Um dies, daraufhin auf das Verhältnis Eltern-Schule-Schüler_innen zu übertragen, der wiederum den Schulerfolg, in Zusammenarbeit mit Eltern, erhöhen soll (vgl. Leimbach 2015, S.6). Bei einem explorativen Vorgang wird davon ausgegangen, dass mithilfe der Interviews nicht nur negative, sondern zugleich auch positive Aspekte, die sich auf den Schulerfolg austragen können, resultieren lassen (vgl. ebd., S.7). Im Mittelpunkt der Studie stehen daher Schüler_innen und deren Erfahrungsfeld mit Schule-Eltern Konstrukt und dessen „Erwartungen und Erfahrungen im Hinblick auf die Bedingungen {die} für einen erfolgreichen Schulabschluss {wichtig sind}.“ (Leimbach 2015, S.7)

Annäherung ans Feld

Die Interviews, die für die Studie mit den Schüler_innen durchgeführt wurden, finden in zwei Zyklen statt. An der Studie teilgenommen haben fünf türkischstämmige Schüler_innen teilgenommen und wurden zu der Fragestellung befragt. Für eine Annäherung ist es relevant, dass die subjektive Sichtweise der Schüler_innen möglichst unverfälscht bleibt, weshalb ihr Verhalten durch Protokolle oder Momentaufnahmen etc. dokumentiert werden soll (vgl. Leimbach 2015, S.48). Da die Studie sich damit beschäftigt, wie sich Schüler_innen selbst als Handelnde begreifen und inwieweit sie dazu fähig sind gute Leistungen zu erzielen, ist es relevant die damit zusammenhängenden Faktoren und Einflüsse festzuhalten (vgl. ebd., S.52). Leimbach hält fest, dass die Jugendlichen sich in einem Prozess der Identitätsfindung befinden, der zwangsläufig Unsicherheiten über das eigene Verhalten und diesen zugrundeliegenden Wertorientierungen mit sich bringe. Zusätzlich fügt er hinzu, dass das Bedürfnis nach Orientierung und Akzeptanz besonders ausgeprägt sei (vgl. Leimbach 2015, S.53). Außerdem sollte nicht nur eine „Bestätigung von Hypothesen“ (Leimbach, S.73 f.) als Ziel vor Augen gesetzt werden, sondern die Herausarbeitung von dem Besonderen des Einzelfalls. Um somit möglicherweise „typische Fälle zu finden, […] eine oder mehrere Personen zu ermitteln, die typisch für eine bestimmte Form von Bedeutungszuschreibungen oder Handlungsbegründungen etc. sind“ (Reinders 2012, S.115). Leimbach strebt im Bezug zu neuen Erkenntnissen nach einer größtmöglichen Varianz: „Will man neue Erkenntnisse gewinnen, sollte das ideale Sample möglichst nicht zu homogen sein, denn je homogener ein Sample, umso unwahrscheinlicher ist es, neue Erkenntnisse anhand von abweichendem Verhalten zu gewinnen. Stattdessen ist größtmögliche Varianz anzustreben, um die Chancen auf eine umfangreichere Typisierung zu erhöhen“ (Leimbach 2015, S.74).

Sammlung der Daten/Erhebungsverfahren

Um die erwünschten Daten zu erheben, entscheidet sich Leimbach für das leitfadengestützte problemzentrierte Interview (vgl. Leimbach 2015, S.66), welches auf die Erforschung von Prozessen und Auswirkung der Individualisierung im Verlauf von Sozialisation zielt, denn „Die Konstruktionsprinzipien des problemzentrierten Interviews […] zielen auf eine möglichst unvoreingenommene Erfassung individueller Handlungen sowie subjektiver Wahrnehmungen und Verarbeitungs- weisen gesellschaftlicher Realität“ (Witzel 2000, keine Seitenangabe) (Leimbach 2015, S.66). Des Weiteren hält Leimbach an einem Zitat von Reinders fest, wie eine Forschung im Kontext des Symbolischen Interaktionismus auszusehen hat: „Forschung als Kommunikation heißt dann erstens, sich in der Form mit den Interviewten auseinanderzusetzen, die dieser {diese} im Alltag zur Bedeutungsaushandlung nutzt {nutzen}: dem Gespräch. Zweitens folgt daraus, dass diese Kommunikation den Regeln folgen muss, die der Interviewte kennt und denen er folgen kann. Drittens müssen auch die Inhalte der Kommunikation verständlich und nachvollziehbar sein. Umgekehrt muss auch der Forschende die vom Interviewten transportierten Inhalte verstehen“ (Reinders 2012, S.37) (Leimbach 2015, S.57). Da die Studie herausfinden soll, ob und in welchem Maße Schüler_innen sich selbst als Handelnde begreifen, die ihren Schulerfolg improvisieren, besteht das Sample aus 13- und 14- jährigen, mit türkischem Migrationshintergrund an einem deutschen Gymnasium (vgl. Leimbach 2015, S.52) (vgl. Leimbach 2015, S.64). Das bilinguale Aufwachsen beeinflusst sowohl das Ausdrucksniveau als auch die Fähigkeit, über ihre eigene Situation zu reflektieren. Deshalb ist es relevant, dass die auszuwählende Interviewvariante folgendes gewährleistet: „die zu erwartende Heterogenität in sprachlicher Ausdrucksfähigkeit und Reflexionsniveau in Gänze zu erfassen und missverständliche Passagen zu klären“ (vgl. ebd., S.64). Die Interviewmethode soll sowohl zu den Bestimmungsmerkmalen der Befragtengruppe passen als auch den Erfahrungen und Fähigkeiten des Interviewers angepasst werden, damit die Problem Zentrierung und die Gegenstands- und Prozessorientierung gegeben sind, um die Offenheit des Forschungsprozesses zu garantieren (vgl. ebd., S.69 f.). Zusätzlich ist darauf zu achten, dass der Interviewer ebenfalls einen türkischen Migrationshintergrund und eigene Interviewerfahrung mitbringt, um die Befragung vorerst in eine Vertrauensbasis lenken zu können, umso ein stärkeres Empathie Gefühl einbringen zu können (Leimbach 2015, S.69). Durch Kurzfragebögen, Aufzeichnungen oder Nachinterview Protokoll können Daten und Informationen strukturierter erhoben und besser festgehalten werden, womit die Interviews um Einiges mehr entlastet sind (vgl. ebd., S.69).

Fixierung der Daten

Vor dem Interviewbeginn werden Datenblätter zur Vorbereitung ausgegeben und ausgewertet. Dieses Datenblatt soll dazu fixieren, an genauere und persönlichere Daten des Interviewpartners zu gelangen (vgl. Leimbach, S. 83). „Das Datenblatt enthält Fragen nach Geburtsort, Schulabschluss, erlernten Berufen, ausgeübten Tätigkeiten der Eltern, nach Anzahl, Alter und Tätigkeit der Geschwister, nach dem Gebrauch von Deutsch und Türkisch, nach dem häuslichem Lernumfeld und Peergroup - Kontakten.“ (Leimbach 2015, S. 83) Für die Auswertung der Datenmaterialien stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Diese Methoden sollen eine strukturierte Auswertung ermöglichen, so „dass am Ende im besten Falle Typisierungen, generalisierende Vermutungen oder gar Hinweise auf Hypothesen stehen können.“ (Leimbach 2015, S. 86) Außerdem wird das Interview zusätzlich mit Kurzfragebögen ergänzt, somit werden erste Eindrücke vermerkt und dokumentiert (vgl. Leimbach 2016, S. 67)

Interpretation der Daten

„In statistischen Analysen […] {hat sich gezeigt, dass} bestimmte Ereignisse gemeinsam auftreten oder in ihrer Häufigkeit oder Stärke zusammenhängen […]“, (Flick, S.68) dass nennt und stützt vorläufig nicht die Begründung für ein bestimmtes Resultat. Relevant ist daher, die Interpretation der Daten, da es das Erkennen und Beantworten solcher Zusammenhänge ermöglicht (vgl. ebd., 2006, S.68). „Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2010) ist ein Auswertungsverfahren für qualitative Daten, das theorie- und regelgeleitete sowie methodisch kontrollierte Auswertungen ermöglicht. Die qualitative Inhaltsanalyse zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie nicht nur die Aufdeckung gegenstandsbezogener Einzelfaktoren, sondern auch die Konstruktion der möglichen Zusammenhänge zwischen mehreren Faktoren ermöglicht.“ (Mayring, 2010) Leimbach teilt die Auswertung der Interviews in vier Spezifizierungen, auf diese Weise können die durchgeführten Interviews gezielter untereinander verglichen, analysiert und interpretiert werden. Das Ziel nach der Analyse der Daten ist es, die Relation zwischen Schüler_innen, Eltern und Schule zu optimieren, dass mithilfe einer Bewertung stattfindet (vgl. ebd., 2015, S.111). Aufgefallen ist bei den Interviews, dass das Elterliche Schulengagement oder wie es in der Studie benannt wird „aktive Rolle bei der Unterstützung des Lernprozesses“ (Leimbach 2015, S.290), von allen Interviewten wertgeschätzt und positiv benannt wurde. Daraus lässt sich schließen, dass Eltern eine unterstützende Funktion für Schüler_innen in ihrem Schulprozess einnehmen. In einigen Fällen findet eine „Umkehrung des Fürsorgeprinzips zwischen Kindern und Eltern“ (Leimbach 2015, S.183) statt. Sie möchten vermeiden die Hilflosigkeit ihrer Eltern zu offenbaren, aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse und des Wissens. Infolgedessen findet das Einbeziehen der Eltern in den Schulalltag eher eingeschränkt statt. (vgl. ebd., S.183)

Geltungsbegründung

Es gibt bestimmte Kriterien zur Beurteilung der Qualität der Daten, die bei einem Messvorgang erhoben werden, diese sind: 1. Objektivität, 2. Reliabilität und 3. Validität

Die Objektivität beschreibt die „Unabhängigkeit einer wissenschaftlichen Aussage von subjektiven Einschätzungen und Bewertungen“ (Gabler Wirtschaftslexikon). Bei der Reliabilität handelt es sich um ein Gütekriterium, welches bei der Messung theoretischer Konstrukte berücksichtigt wird, wie beispielsweise bei Motivation, Einstellung, Preisbereitschaft etc. (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon). Validität beschreibt ein Gütekriterium, welches darüber informiert, inwiefern ein Testverfahren gültig ist. Sie wird als Messmethode verstanden und ist abhängig von der Objektivität und Reliabilität. Es existieren verschiedene Arten von Validität, wie bspw. Vorhersagevalidität, Übereinstimmungsvalidität, Inhaltliche Validität und Konstruktvalidität (vgl. DocCheck 2005, Dr. Högemann).

Forschung als Diskurs

Es kann kein allgemeines Ergebnis resultiert werden, dass anwendbar und übertragbar ist, um den Schulerfolg von Schüler_innen zu lösen. Aus Tandem 34 (Forschung als Diskurs) möchten wir zitieren „Leimbach kontrastiert die widersprüchlichen Denkmuster und damit einhergehenden Verhaltensweisen der Eltern in Bezug auf die Schule“ (Leimbach, 2015, S. 42-43). Hiermit wird ersichtlich, dass sie nicht direkt Einfluss auf ihre Kinder haben, sondern eher auf transparente Weise Mitwirkende sind.

Literatur

  • Flick, Uwe. „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg.(2014)
  • Mayring, Philipp „Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken“ (11., aktual. u. überarb. Aufl.). Weinheim (2010 [1983])

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