Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


lehre:sose2017:sozialwissmeth:analysen:bockermann:tandem37

Tandem 37

  • Tandempartner*in 1: Schäufele; Randi Luise
  • Tandempartner*in 2: Tschackert; Jamie Lee

Entwurfsfassung

Verhältnis Theorie-Gegenstand

Fragestellung, Forschungsperspektiven

Iris Bockermann beschäftigt sich in ihrer explorativen Studie „Wo verläuft der Digital Divide im Klassenraum? – Lehrerhandeln und Digitale Medien“ (2012) mit dem „[…] Einsatz Digitaler Medien und Medienbildung […]“ (Bockermann, 2012, S.III) in Schulen. Der Mediale Einsatz ist ein fester Bestandteil des Bildungsauftrages von Schulen, jedoch ist die vertiefte Nutzung des Medieneinsatzes nur selten durch das Lehrpersonal gegeben (vgl. Bockermann, 2012, S.III). In ihrer Arbeit möchte Iris Bockermann den „Haltungen und Einstellungen von Lehrkräften zu Digitalen Medien und inwieweit diese sich in die Handlungspraxen im Bildungskontext einschreiben.“ (Bockermann, 2012, S.73) nachgehen. Nach Bockermann spielt dabei die individuelle Erfahrung und Nutzung von Medien der Lehrkräfte eine entscheidende Rolle. Die persönlichen Erfahrungen bestimmen demnach die „[…] Breite und Tiefe des Einsatzes […]“ (Bockermann, 2012, S.73) von Medien und stellen sich somit teils auch über den Bildungsauftrag (vgl. Bockermann, 2012, S.73). Bockermann wird dabei auf folgende Fragen eingehen. „Worauf referenzieren Lehrkräfte, wenn sie Digitale Medien verorten und interpretieren? Welche Gründe sind für das besondere Verhältnis von LehrerInnen zu Digitalen Medien im schulischen Kontext konstitutiv?“ und zuletzt ob es „[…] verallgemeinerbare Orientierungs- und Deutungsmuster“ gibt (Bockermann, 2012, S.74). Bockermann wird die Studie daher aus der Perspektive der Lehrkräfte untersuchen und nutzt somit die subjektive Methode (vgl. Bockermann, 2012, S.74; Flick, 1995, S.135).

Annäherung ans Feld

Die Autorin hat zwei Auswertungsverfahren in Ihrer Studie angewandt. Zum einen eine „Blog-Erhebung“, zum anderen „leitfadengestützte Interviews mit Lehrkräften von zwei Schulen“ (Bockermann, 2012, S. 47). Erstere sollte dabei die Haltungen und Einstellungen von „[…] Studierenden in der Lehramtsbildung […]“ (Bockermann, 2012, S.74) als Vorstudie rahmen, sich dem Feld erstmals nähern und somit erste Verhältnisbestimmungen schaffen. Nach der inhaltsanalytischen Auswertung, folgt die Hauptstudie. Durch „[…] narrativ fundiert[e] […]“ (Bockermann, 2012, S.79) Interviews, sollen die „[…] Erfahrungen und Orientierungen […]“ (Bockermann, 2012, S.79) der Lehrkräfte „[…] einen Zugang zur Handlungspraxis […]“ (Bockermann, 2012, S.79) eröffnen. Sowohl die Studierenden, als auch die Lehrkräfte in den befragten Schulen, haben bereits Schwerpunktsetzungen im Medialen Bereich. Auch zu beachten wäre, dass es sich bei der Vorstudie um eine recht homogene Altersgruppe handelt, anders als in der Hauptstudie, bei der eine größere Altersspanne vorhanden ist. Des Weiteren ist zu beachten, dass es sich bei der Blog-Erhebung um Studierende aus den Lehrveranstaltungen der Autorin handelt. Ob die Autorin zu den Lehrkräften der zwei befragten Schulen vor Beginn der Studie Kontakt hatte, ist nicht bekannt (vgl. Bockermann, 2012, S.75-79). Nach Flick hat Bockermann somit jeweils verschieden Positionen und Rollen, im Sinne der Befragten, während den Befragungen eingenommen. Dies hat wiederum Einfluss auf den Informationsfluss und kann somit zur Verschiebung von Daten führen (vgl. Flick 1995, S.143-145).

Sammlung der Daten

Die Beobachtung und die Befragung sind die zwei verschiedenen Methoden, um Daten einer Studie zu erheben (vgl. Flick, 2009, S. 67). Iris Bockermann hat sich für die Methode der Befragung entschieden, in Form zweier zuvor schon erwähnter Erhebungsverfahren. Die Autorin führte vorweg eine Vorstudie anhand einer Blog-Erhebung durch, bei welcher die Aussagen angehender Lehrkräfte, zu ihren „[…] Haltungen und Einstellungen […]“ (Bockermann, 2012, S. 74) zu Digitalen Medien, eine erste Annäherung an das Untersuchungsfeld ermöglichen und somit „[…] Hinweise zu Orientierungen und Bewertungen im Hinblick auf Digitale Medien im schulischen Kontext aus Studierendensicht […]“ (ebd, S. 75) geben sollen (vgl. ebd, S. 74 f). Diese Blogeinträge wurden einer „[…] qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen, […] [wobei] die Systematisierung qualitativer Aspekte im Fokus [stand]“ (ebd, S. 76). In ihrer Hauptstudie führte Iris Bockermann leitfadengestützte durchschnittlich 70 minütige ExpertInnen-Interviews mit 18 Lehrkräften durch (vgl. Bockermann, 2012, S. 76). Sie wählte bewusst zwei junge Schulen aus, mit Medien- und naturwissenschaftlich-technologischen Profil, wodurch sie sich einen offenen und erhöhten Gesprächsaustausch erhoffte (vgl. ebd, S. 78f). Da es bei Interviews um „[…] Stellungnahmen, Einschätzungen und Selbstauskünfte […]“(ebd, S. 76) des Interviewten geht, nimmt sie eine Verzerrung der Antworten in Kauf, da sie davon ausgeht, dass Lehrkräfte sozialtechnologische Bildung besitzen und somit wissen, „[…] was gesagt werden sollte, darf oder muss und was […] gemieden werden sollte“ (ebd, S. 76). Das besondere an einem ExpertInnen-Interview, laut Meuser und Nagel (2002) ist, dass Privates und Biographisches nicht beachtet wird und Experte/Expertin als RepräsentantInnen einer Gruppe auftreten (vgl. Flick, 1995, S.214; Bockermann, 2012, S. 77-79). Da die Autorin jedoch „[…] eine Offenheit in alle Richtungen benötigt […]“ (Bockermann, 2012, S. 78), da sie sowohl das „Betriebswissen“ als auch der persönliche Hintergrund der Lehrkräfte interessiert, bezieht sie sich auf den ExpertInnenbegriff von Gläser und Laudel, welcher besagt, dass das ExpertInnen-Interview lediglich eine Methode ist, das besondere Wissen der Experten zu erfassen (vgl. ebd, S. 78). „Die Interviews sind narrativ fundiert und zielen […] auf die Artikulation von Erfahrungen und Orientierungen […]“ (ebd, S. 79).

Fixierung und Interpretation der Daten

Die Datenauswertung läuft anhand von drei Schritte ab. Diese gliedern sich in Transkription, Analyse und Systematisierung der Ergebnisse (vgl. Bockermann, 2012, S. 89). Bei Ersterem legte Bockermann viel Wert auf eine vollständige Transkription und lediglich die Beachtung des gesagten Inhaltes. Bockermann prüfte unterschiedliche Auswertungsverfahren, u.a. die Verfahren, Grounded Theory, das thematische Codieren und die Inhaltsanalyse, welche sie schlussendlich gewählt hat (vgl. ebd, S. 90). Dabei ist es ihr wichtig, dass „[…] die Interpretation des Materials nicht einzelfalltypisch […] [erfolgt], sondern entlang thematischer Einheiten […]“(ebd, S. 90). Bei der Inhaltsanalyse wird das gewonnene Material in Kategorien eingeordnet und hat als Ziel, eine Klassifikation der Inhalte (vgl. Flick, 2009, S. 148). Zur Auswertung wurde die Software MaxQDA benutzt (vgl. Bockermann, 2012, S. 91). Bei der Analyse wurde das induktive Verfahren angewendet, wobei „[…] die Generierung von thematischen Codes durch das mehrmalige genaue Lesen und Prüfen […]“ (ebd, S. 91), auf Grundlage der im Leitfaden bestimmten Themenfelder, erfolgte. Die Ergebnisse der Vorstudie wurden in Excel-Grafiken visualisiert und ebenfalls inhaltsanalytisch ausgewertet (vgl. ebd, S. 91). Die Analyseergebnisse der leitfadengestützten ExpertInnen-Interviews wurden in einer konzeptuellen Matrize dargestellt (vgl. ebd, S. 91 f).

Geltungsbegründung

Forschung als Diskurs

Literatur

-Flick, Uwe (2014): „Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge“. Hamburg.

-Bockermann, Iris (2012): Wo verläuft der Digital Divide im Klassenraum? Lehrerhandeln und Digitale Medien. Online publiziert auf dem Server der Deutschen Nationalbibliothek: http://d-nb.info/1071992643 (Letzter Zugriff: 31.05.2017)

-Flick, Uwe (1995): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. 7. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Zweiter Text: Begründete Einschätzung anderer Analysen

Ranking: 1. Platz, 2. Platz, 3. Platz, 4. Platz (jeweils Tandem-Nummer eintragen)

Tandem 03, Platz 1

Die Analyse ist inhaltlich sowie sprachlich sehr gut gelungen. Sie ist sehr verständlich geschrieben und folgt einem roten Faden. Es wurde gendergerechte Sprache verwendet. Für das allgemeine Verständnis wurde eine knappe, aber ausreichende Einleitung verfasst. Es wurde ausreichend forschungsmethodische Literatur verwendet, wobei eindeutig fremdes und eigens Gedankengut differenziert wurde. Des Weiteren wurde sie sehr sinnvoll eingesetzt und dient somit dem besseren Verständnis der Analyse. Innerhalb der Analyse wurde einheitlich Zitiert, allerdings ist das Literaturverzeichnis nicht einheitlich, es fehlt das Zugriffsdatum der Quellenangabe zur Studie und es fehlt eine vollständige Quellenangabe (Flick, 1995). Zuletzt ist die Kennzeichnung der Sekundärzitate problematisch und sollte überarbeitet werden.

Tandem 39, Platz 2

Die Analyse ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich gut gelungen. Sie umfasst einen guten Einstieg, welcher die Studie und Bockermanns Vorgehen gut und präzise wiederspiegelt. Es ist ein roter Faden erkennbar, wodurch einem das Lesen leichter fällt und verständlicher macht. Zudem wurde eine gendergerechte Sprache benutzt. Forschungsmethodische Literatur wurde sinnvoll und ausreichend verwendet. Es wurde einheitlich zitiert, wodurch man gut eigenes von fremden Gedankengut unterscheiden kann. Im Inhaltsverzeichnis fehlt allerding eine Quelle (Runkler 2010), welche man noch ergänzen sollte. Des Weiteren ist die Kennzeichnung der Sekundärzitate kritisch zu sehen und bedarf noch einer Überarbeitung.

Tandem 22, Platz 3

Die Analyse ist inhaltlich gut gelungen und gibt die Vorgehensweise Bockermanns gut wieder. Besonders gelungen ist die Einleitung, welche kurz aber treffend die Kernaussage/Thematik der Studie darstellt. Es wurde ausreichend forschungsmethodische Literatur verwendet, wobei nicht immer erkenntlich ist, ob es sich um direktes oder indirektes zitieren handelt, da unter andrem die beiden Abkürzungen „vgl.“ und „Zit.“ im gleichen Zusammenhang benutzt wurden, jedoch etwas Unterschiedliches aussagen. Zudem wurde teils nicht einheitlich zitiert oder die Quelle schon vor das Zitat geschrieben (siehe z.B. Fragestellung). Das Literaturverzeichnis ist einheitlich und alle Quellen sind darin enthalten. Sprachlich ist es an manchen Stellen etwas unklar (siehe Annäherung ans Feld), jedoch ist es sehr gut, dass eine gendergerechte Sprache verwendet wurde.

Tandem 02, Platz 4

Die Analyse ist inhaltlich gut gelungen und enthält alle wichtigen Informationen. Die Einleitung gibt einen guten ersten Überblick zum Thema. Es wurde ausreichend forschungsmethodische Literatur verwendet, die das allgemeine Verständnis unterstützt. Die Quellenangaben im Literaturverzeichnis sind vollständig und fast einheitlich (Quellenangabe zu Bockermann: Verlag und Veröffentlichungsort oder Internetlink fehlt). Zudem wurde teils gendergerechte Sprache verwendet, allerdings sollte diese noch vereinheitlicht werden. Innerhalb der Analyse wurde nicht einheitlich zitiert, dadurch wird nicht klar, ob es sich um ein indirektes oder direktes Zitat handelt (siehe Interpretation der Daten und Geltungsbegründung). Des Weiteren wurde bei der Geltungsbegründung nur auf den Punkt der Validität eingegangen, wobei zu Beginn des Abschnittes von drei Gütekriterien gesprochen wird. Die Analyse ist sprachlich etwas schwer zu verstehen. Als Verbesserungsvorschlag könnte man teils Sätze verkürzen und die einzelnen Sätze mehr zueinander in Bezug setzen, um somit Sätze besser nachvollziehen zu können.

Dritter Text: Endfassung

Einleitung

Die Dissertation „Wo verläuft der Digital Divide im Klassenraum?“ wurde von Iris Bockermann (2012) verfasst. Diese behandelt den Digitalen Einsatz von Medien und die Medienbildung in Schulen, durch das Lehrpersonal (vgl. Bockermann 2012, S. III).

Verhältnis Theorie-Gegenstand

Den Hauptuntersuchungsgegenstand in Bockermanns Studie bilden die LehrerInnen als ExpertInnen und deren Einstellung zu digitalen Medien (vgl. Bockermann 2012, S. 76). Bockermann begibt sich auf ein neues Forschungsfeld, da es bisher noch keine genauen Hypothesen über die Einstellung und den Einsatz von digitalen Medien durch aktive Lehrkräfte gibt, sondern dieses Forschungsfeld lediglich aus Sicht Studierender erforscht wurde, wie bspw. durch Kommer, Biermann und Blömke (vgl. ebd., S. 69). Zu Beginn der Studie werden deshalb keine konkreten Hypothesen genannt, was bestätigt, dass es sich um eine qualitative Forschung handelt (vgl. Flick 2009, S. 41f), jedoch orientiert sich Iris Bockermann an von ihr aufgestellten Fragestellungen, anhand derer sie ihre Untersuchung durchführt (vgl. Bockermann 2012, S. 74). Die Forscherin hat keine Erwartungshaltung den LehrerInnen gegenüber und arbeitet nach dem Prinzip der Offenheit (vgl. ebd., S. 78f). Durch die inhaltliche Analyse möchte sie dem Verhalten der Lehrkräfte gegenüber digitalen Medien auf den Grund gehen und wichtige Erkenntnisse gewinnen, sodass sie zu Antworten auf ihre Leitfragen kommen kann (vgl. ebd., S. 79).

Fragestellung, Forschungsperspektiven

Iris Bockermann beschäftigt sich in ihrer explorativen Studie „Wo verläuft der Digital Divide im Klassenraum? – Lehrerhandeln und Digitale Medien“ (2012) mit dem „[…] Einsatz Digitaler Medien und Medienbildung […]“ (Bockermann 2012, S. III) in Schulen. Der Mediale Einsatz ist ein fester Bestandteil des Bildungsauftrages von Schulen, jedoch ist die vertiefte Nutzung des Medieneinsatzes nur selten durch das Lehrpersonal gegeben (vgl. ebd., S. III). In ihrer Arbeit möchte Iris Bockermann den „Haltungen und Einstellungen von Lehrkräften zu Digitalen Medien und inwieweit diese sich in die Handlungspraxen im Bildungskontext einschreiben.“ (ebd., S. 73) nachgehen. Nach Bockermann spielt dabei die individuelle Erfahrung und Nutzung von Medien der Lehrkräfte eine entscheidende Rolle (vgl. ebd., S. 73). Die persönlichen Erfahrungen bestimmen demnach das Ausmaß des Einsatzes von Medien und stellen sich somit teils auch über den Bildungsauftrag (vgl. ebd., S. 73). Bockermann wird dabei auf folgende Fragen eingehen: „Worauf referenzieren Lehrkräfte, wenn sie Digitale Medien verorten und interpretieren? Welche Gründe sind für das besondere Verhältnis von LehrerInnen zu Digitalen Medien im schulischen Kontext konstitutiv?“ (ebd., S. 74) und zuletzt ob es „[…] verallgemeinerbare Orientierungs- und Deutungsmuster“ (ebd., S. 74) gibt. Bockermann wird die Studie daher aus der Perspektive der Lehrkräfte untersuchen und nutzt somit die subjektive Methode (vgl. ebd., S. 74; vgl. [a]Flick 1995, S. 135).

Annäherung ans Feld

Die Autorin hat zwei Auswertungsverfahren in Ihrer Studie angewandt. Zum einen eine „Blog-Erhebung“ (Bockermann 2012, S. 74), zum anderen „leitfadengestützte Interviews mit Lehrkräften von zwei Schulen“ (ebd., S. 74). Erstere sollte dabei die Haltungen und Einstellungen von LehramtsstudentenInnen als Vorstudie rahmen, sich dem Feld erstmals nähern und somit erste Verhältnisbestimmungen schaffen (vgl. ebd., S. 74). Nach der inhaltsanalytischen Auswertung der Vorstudie, folgt die Hauptstudie (vgl. ebd., S. 75ff). Diese soll anhand „[…] narrativ fundiert[er] […]“ (ebd., S. 79) Interviews, die Praxiserfahrungen und Orientierungen der Lehrkräfte darstellen und somit einen Einblick zur Handlungspraxis eröffnen (vgl. ebd., S. 79). Sowohl die Studierenden, als auch die Lehrkräfte in den befragten Schulen, haben bereits Schwerpunktsetzungen im Medialen Bereich (vgl. ebd., S. 75ff). Auch zu beachten wäre, dass es sich bei der Vorstudie vermutlich um eine homogenere Altersgruppe handelt, anders als in der Hauptstudie, bei der eine größere Altersspanne vorhanden sein kann (vgl. ebd., S. 74). Des Weiteren ist zu beachten, dass es sich bei der Blog-Erhebung um Studierende aus den Lehrveranstaltungen der Autorin handelt (vgl. ebd., S. 75). Ob die Autorin zu den Lehrkräften der zwei befragten Schulen vor Beginn der Studie Kontakt hatte, ist nicht bekannt. Nach Flick hat Bockermann somit jeweils verschieden Positionen und Rollen, im Sinne der Befragten, während den Befragungen eingenommen. Dies hat wiederum Einfluss auf den Informationsfluss und kann somit zur Verschiebung von Daten führen (vgl. [a]Flick 1995, S. 143ff).

Sammlung der Daten

Die Beobachtung und die Befragung sind die zwei verschiedenen Methoden, um Daten einer Studie zu erheben (vgl. [a]Flick 2009, S. 67). Iris Bockermann hat sich für die Methode der Befragung entschieden, in Form zweier zuvor schon erwähnter Erhebungsverfahren. Die Autorin führt vorweg eine Vorstudie anhand einer Blog-Erhebung durch, bei welcher die Aussagen angehender Lehrkräfte, zu ihrer Meinung und Haltung (vgl. Bockermann 2012, S. 74) gegenüber Digitalen Medien, eine erste Annäherung an das Untersuchungsfeld ermöglichen (vgl. ebd., S. 74f). Diese Blogeinträge werden inhaltlich qualitativ analysiert (vgl. ebd., S. 76). In ihrer Hauptstudie führt Iris Bockermann leitfadengestützte durchschnittlich 70 minütige ExpertInnen-Interviews mit 18 Lehrkräften durch (vgl. ebd., S. 76). Sie wählt bewusst zwei junge Schulen aus, mit Medien- und naturwissenschaftlich-technologischen Profil, wodurch sie sich einen offenen und erhöhten Gesprächsaustausch erhofft (vgl. ebd., S. 78f). Da es bei Interviews um „[…] Stellungnahmen, Einschätzungen und Selbstauskünfte […]“(ebd., S. 76) des Interviewten geht, nimmt sie eine Verzerrung der Antworten in Kauf, da sie davon ausgeht, dass Lehrkräfte sozialtechnologische Bildung besitzen und somit wissen, welche Aussagen wichtig und bedeutungsvoll sind und welche nicht (vgl. ebd., S. 76). Das besondere an einem ExpertInnen-Interview, laut Meuser und Nagel (2002) ist, dass Privates und Biographisches nicht beachtet wird und Experte/Expertin als RepräsentantInnen einer Gruppe auftreten (vgl. [a]Flick 1995, S. 214; Bockermann 2012, S. 77ff). Da die Autorin jedoch einen breiten und umfangreichen Überblick benötigt, da sie sowohl das „Betriebswissen“ als auch der persönliche Hintergrund der Lehrkräfte interessiert, bezieht sie sich auf den ExpertInnenbegriff von Gläser und Laudel, welcher besagt, dass das ExpertInnen-Interview lediglich eine Methode ist, das besondere Wissen der Experten zu erfassen (vgl. Bockermann 2012, S. 78). „Die Interviews sind narrativ fundiert und zielen […] auf die Artikulation von Erfahrungen und Orientierungen […]“ (ebd., S. 79).

Fixierung und Interpretation der Daten

Die Datenauswertung läuft anhand von drei Schritten ab. Diese gliedern sich in Transkription, Analyse und Systematisierung der Ergebnisse (vgl. Bockermann 2012, S. 89). Bei Ersterem legt Bockermann viel Wert auf eine vollständige Transkription und lediglich die Beachtung des gesagten Inhaltes (vgl. ebd., S. 90). Bockermann prüft unterschiedliche Auswertungsverfahren, u.a. die Verfahren, Grounded Theory, das thematische Codieren und die Inhaltsanalyse, welche sie schlussendlich gewählt hat (vgl. ebd., S. 90). Dabei ist es ihr wichtig, dass die Interpretation anhand verschiedener Themen erfolgt, sodass Gemeinsamkeiten erkannt werden können und nicht am Einzelfall analysiert wird (vgl. ebd., S. 90). Bei der Inhaltsanalyse wird das gewonnene Material in Kategorien eingeordnet und hat als Ziel, eine Klassifikation der Inhalte (vgl. Flick 2009, S. 148). Zur Auswertung wurde die Software MaxQDA benutzt (vgl. Bockermann 2012, S. 91). Bei der Analyse wurde das induktive Verfahren angewendet, wobei „[…] die Generierung von thematischen Codes durch das mehrmalige genaue Lesen und Prüfen […]“ (ebd., S. 91), auf Grundlage der im Leitfaden bestimmten Themenfelder, erfolgte (vgl. ebd., S. 91). Die Ergebnisse der Vorstudie wurden in Excel-Grafiken visualisiert und ebenfalls inhaltsanalytisch ausgewertet (vgl. ebd., S. 91). Die Analyseergebnisse der leitfadengestützten ExpertInnen-Interviews wurden in einer konzeptuellen Matrize dargestellt (vgl. ebd., S. 91f).

Geltungsbegründung

In der qualitativen Forschung geht es darum, nachvollziehbar und transparent zu arbeiten (vgl. [a]Flick 1995, S. 488f). Um bestimmen zu können, ob der/die AutorIn dies erfüllt hat, gibt es gewisse Gütekriterien anhand derer man sich orientieren kann. Diese wären entweder klassische Kriterien wie Validität, Reliabilität und Objektivität oder neuere methodenangemessene Gütekriterien (vgl. ebd., S. 488f). Anzumerken wäre hierbei, dass die klassischen Kriterien hauptsächlich in der quantitativen Forschung Anwendung finden und diese auch nicht explizit in der Studie von Bockermann auftreten (vgl. Flick 2009, S. 270). Somit treten methodenangemessene Gütekriterien wie die Reformulierung der Validität (kommunikative Validierung), die Triangulation (unterschiedliche Methodenanwendung u. Datensorten) und die Glaubwürdigkeit bei Bockermanns Studie in den Vordergrund (vgl. ebd., S. 226, 271ff). Die Studie ist strukturiert aufgebaut. Bockermann beginnt mit einer Vorstudie, die das Feld näherbringen soll und die Studie rahmt (vgl. Bockermann 2012, S. 74). Diese Blog-Erhebung wird durch eine Excel-Grafik dargestellt (vgl. ebd., S. 91). In dieser werden Widersprüche und Reibungspunkte dargestellt und interpretiert (vgl. ebd., S. 91). Darauf folgen die leitfadengestützten Interviews der Lehrkräfte, welche in einer konzeptuellen Matrize zusammengefasst werden und die Analyseergebnisse verdichtet und geordnet darstellen soll (vgl. ebd., S. 91f). Somit ist das Gütekriterium der Triangulation nach Flick erfüllt (vgl. Flick 2009, S. 226). Auch die kommunikative Validierung hat Iris Bockermann mit einem Treffen der befragten Lehrkräfte nach der Auswertung der Interviews erfüllt (vgl. Bockermann 2012, S. 86; vgl. Flick 2009, S. 271f). Bockermann hat stets strukturiert gearbeitet und begründet weshalb sie das jeweilige Verfahren anwendet und letztendlich im Fazit die Studie reflektiert und eigene Erwartungen revidiert (vgl. Bockermann 2012, S. 163).

Forschung als Diskurs

Nach Durchführung der Hauptstudie hat Bockermann erneut Kontakt zu den befragten Lehrkräften aufgenommen (vgl. Bockermann 2012, S. 86). Dadurch bezieht sie die Erforschten mit ein und erfüllt somit dieses Kriterium nach Flick (vgl. [b]Flick 1995, S. 170). Bockermann kann somit eine Vergrößerung ihres Forschungsgewinns erzielen (vgl. [b]Flick 1995, S. 170). Zudem reflektiert Bockermann im Fazit ihre eigenen Forschungsergebnisse kritisch und stellt neue bzw. Erweiterungen ihrer Forschungsfrage auf (vgl. Bockermann 2012, S. 159, 170f).

Literatur

-Bockermann, Iris (2012): Wo verläuft der Digital Divide im Klassenraum? Lehrerhandeln und Digitale Medien. Online publiziert auf dem Server der Deutschen Nationalbibliothek: http://d-nb.info/1071992643 (Letzter Zugriff: 31.05.2017)

-[a]Flick, Uwe (1995): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. 7. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

-[b]Flick, Uwe (1995): Stationen des qualitativen Forschungsprozesses. In: Flick, Uwe; Kardoff, Ernst; Keupp, Heiner; Rosenstiel, Lutz v.; Wolff, Stephan (Hrsg.). Handbuch Qualitative Sozialforschung. 2. Auflage. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

-Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen Ein Überblick für die BA Studiengänge. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Kommentare

Diskussion

Geben Sie Ihren Kommentar ein. Wiki-Syntax ist zugelassen:
 
lehre/sose2017/sozialwissmeth/analysen/bockermann/tandem37.txt · Zuletzt geändert: 2020/11/04 21:41 (Externe Bearbeitung)