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lehre:sose2014:sozialwissmeth:analysen:tandem23

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 +**Verhältnis Theorie-Gegenstand** 
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 +In der qualitativen Forschung „Das gehört jetzt irgendwie zu mir“Mobilisierung von Jugendlichen aus den neuen Bundesländern zum Engagement in einem UmweltverbandEine Fallstudie am Beispiel der BUNDjugend.“ Im Jahre 2001 von Corinna Fischer, wird untersucht, was Jugendliche antreibt sich in einem Umweltverband zu engagieren.  
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 +Die Autorin beschäftigt sich mit der „Untersuchung um politische Engagement von Jugendlichen in Umweltgruppen in Ostdeutschland“. Ausschlaggebend dafür sind folgende Themenfelder „Engagement, Jugend, Umweltschutz, Gruppen und Ostdeutschland“ (vgl. Fischer, 2001, S.10). Fischer bezieht sich dabei detailliert auf theoretische Vorannahmen und Erkenntnisse bisheriger Forschung. Zudem setzt sie sich kritisch mit den bestehenden Theorien auseinander. Ihre gewählte methodische Theorie ist die „Grounded Theory“ nach Glaser, Strauss und Corbin (vgl. Fischer, 2001, S.108). Das Basisdesign dieser Studie ist eine Fallstudie über Gruppen der „Jugend für Umwelt und Naturschutz Deutschland“.  
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 +**Fragestellung, Forschungsperspektiven** 
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 +In dieser Dissertation von Corinna Fischer wird im Einstieg der folgenden Frage nachgegangen: „Was treibt Jugendliche heute an, sich in einem Umweltverband zu engagieren?“ (vgl. Fischer, 2001, S.1). Die endgültige Fragestellung lautet: „Welche sind die subjektiven Gründe, Anreiz und Motive ostdeutscher Jugendliche für ihr Engagement in einem Umweltverband? Wie werden sie in Interaktion konstruiert? In welche sozialen Kontexte werden sie eingebettet und wie gestalten die Jugendlichen diese Kontexte selber mit? Welche Entwicklung finden dabei im Laufe der Zeit statt?“( vgl. Fischer, 2001, S.105).  
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 +Ausschlaggebend für die Fragestellung war das Projekt “Umweltängste von Jugendlichen in den neuen Bundesländern“ der „Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.“ (vgl. Fischer, 2001, S.3). Die drei Präzisierungen „Handlungsorientierung, Konzentration auf Positivbeispiele und ostdeutsche Jugendliche“ wurden vorgenommen. Der Fokus lag dabei auf motivationsfördernden Faktoren (vgl. Fischer, 2001, S.6). 
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 +**Annäherung ans Feld** 
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 +Geplant war Umweltgruppen zu befragen. Mithilfe des Projektkoordinators und über die Mitarbeit der Autorin im „NBL-Projekt“ wurde der Kontakt zu vier Gruppen hergestellt (vgl. Fischer, 2001, S.129).  
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 +Die Autorin Frau Fischer führt die Interviews selbst (vgl. Fischer, 2001, S.136). Zwischen dem Interviewer und dem Interviewten sollte ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden, dies gelang indem die Interviewerin von Befragten zum Essen oder Übernachten eingeladen wurde und vertrauliche Informationen ausgetauscht wurden (vgl. Fischer, 2001, S.146). Jedoch bestand hier die Gefahr, dass die Autorität verloren ging. Fischer strukturiert die Daten selbst, wobei ebenfalls die Gefahr besteht, dass die Objektivität verloren geht. Außerdem zieht die Autorin keine Schlüsse aus ihrer Methode. Zudem fokussierte sich die Befragung auf ostdeutsche Jugendliche, hierbei ist kritisch zu hinterfragen, warum die Fokussierung auf ostdeutsche Jugendliche beschränkt ist (vgl. Fischer, 2001, S.6).  
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 +**Sammlung der Daten** 
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 +Die Daten Sammlung erfolgt durch teilstrukturierte, problemzentrierte Einzelinterviews und teilstrukturierte, problemzentrierte Gruppendiskussionen. Dadurch sollten unterschiedliche Arten von Informationen erhoben werden. Die Erwartung dieser Methode ist, dass Unterschiedliche Motive, Überlegungen und Emotionen zu Sprache gebracht werden(vgl. Fischer, 2001, S.136).  
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 +Wie bereits erwähnt wurden die Interviews von der Autorin selbst geführt, welches auf Tonband aufgezeichnet wurden (vgl. Fischer, 2001, S.136). Die Interviews beschränkten sich anfangs auf wenige offene Fragen, welches nach einer Weile umfangreicher wurde (vgl. Fischer, 2001, S.137). Durch die gewählte Methode, kann es aus 4 verschiedenen Gründen (Erhebungssituation, Erinnerungen an die eigene Biographie, Gruppendynamik und Beobachtung) zur Verzerrung kommen (vgl. Fischer, 2001, S.145).  
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 +Der gewählte Interviewstil der Autorin war diskursiv: „Die Interviewerin brachte sich in die Interviews mit eigenen Stellungnahmen, Vermutungen und Vorschlägen ein, konfrontierte die Interviewpartner mit Widersprüchen in ihren Aussagen oder mit Informationen, die gegen ihre Darstellung sprachen, gab aber auch eigene Wissenslücken und Irrtümer offen zu. Dadurch wurde eine alltagsnahe Situation geschaffen, da die Interviewerin vielen der Jugendlichen bereits als Unterstützerin des Projektteams bekannt war. Meinungsaustausch und Feedback wurden daher als natürlich betrachtet und erwartet.“ Aufgrund dieses Interviewstils entstand eine Harmonische Atmosphäre in der Gruppe (vgl. Fischer, 2001, S.139). 
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 +**Fixierung der Daten** 
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 +Die durchgeführten Interviews wurden auf dem Tonband aufgezeichnet. Zum erleichtern der Zuordnung wurden die Sprecher um eine Sprechprobe gebeten (vgl. Fischer, 2001, S.136). Zudem wurden zu den Interviews Gedächtnisprotokolle erstellt mit folgenden Angaben: „Name der Gruppe / Person - Datum und Zeit - Ort - Anwesende Personen - (beim ersten Besuch): Gruppendaten, Vorgeschichte, Verlauf der Zeit vor und nach dem Interview, die mit Befragten verbracht wurde: Wer war anwesend, was geschah, welche Themen wurden besprochen, was wurde über Vorhaben und Zustand der Gruppe gesagt? - Atmosphäre - Eigene Überlegungen und Gefühle“ (vgl. Fischer, 2001, S.137). Die Interviewerin mussten bei unverständlichen Tonaufnahmen die Ergebnisse selbst notieren. Außerdem wurde bei unverständlichen Textstellen interpretiert oder die Textstelle ausgelassen, was zur Verfälschung der Ergebnisse führte (vgl. Fischer, 2001, S.149). Die Daten wurden transkribiert, welches die Interviewerin selbst vornahm, um Fehler zu vermeiden (vgl. Fischer, 2001, S.149).  
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 +**Interpretation der Daten 
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 +Die Auswertung der Transkripte und der Protokolle der Interviewsituation erfolgte durch die speziell für qualitative Daten eingerichtete Softwarepaket “ATLAS/ti”. Das Computerprogramm ATLAS/ti erfolgte nach der Methodik der Grounded Theory, welches sich auf die Kategorien und Codes bezieht, zudem werden die Verhältnisse zwischen Ober-und Untercodes aufzeigt. Das Besondere am Konzept ist hier der kontinuierliche Vergleich.  
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 +Zu Beginn wurden die Texte in chronologischer Reihenfolge durchgegangen. Dem zufolge wurden Abschnitte, die ein zusammenhängendes Thema enthielten markiert und mit mehreren Codes versehen. Diese Codierung dient für eine Überschaubare Wiederfindung von der Textstellen (vgl. Fischer, 2001, S.140). 
 +Nebenbei erfolgte die Verknüpfung mit anderen Kategorien, die identifiziert und aufgezeigt wurden (vgl. Fischer, 2001, S.142). Im nächsten Schritt erfolgte die Auswahl der Oberkategorien, welche die Einflussfaktoren auf die Motivation zum Engagement darstellen sollten. 
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 +**Geltungsbegründung** 
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 +Die vier klassischen Güterkriterien sind: „Truth value (Validität), Applicability (Verallgemeinerbarkeit), Consistency (Reliabilität) und Neutrality (Objektivität)“ (vgl. Fischer, 2001, S.117&118). Frau Fischer wendet folgende Güterkriterien „Validität, Verallgemeinerbarkeit und Relevanz“ in ihrer Studie an (vgl. Fischer, 2001, S.119). Für die Erfüllung dieser Kriterien werden die Strategien der Multiperspektivität, Selbstreflexion, argumentativen Geltungsbegründung und kommunikativen Validierung angewendet (vgl. Fischer, 2001, S.128). Bei der gewählten Methode treten jedoch methodenspezifische Geltungsprobleme auf. Dadurch kann der Datenerhebung aus vier verschiedenen Gründen zur Verzerrung unterliegen: Erhebungssituation, Erinnerungen an die eigene Biographie, Gruppendynamik und Beobachtung (vgl. Fischer, 2001, S.145). 
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 +**Forschung als Diskurs 
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 +Ziel der Forschung war Jugendliche in einem Umweltverband zu engagieren. Ein Faktor worauf sich die Untersuchung konzentrierte war die Motivation (vgl. Fischer, 2001, S.6).  
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 +Die angewandte Methode (Zeichnen, Vortragen) schaffte eine Harmonische alltags nahe Atmosphäre. Aufgrund dessen konnten sich die Akutere mit wenig Komplexen Gedankengängen an der Gruppendiskussion beteiligen, welches zu einem Vertrauensbasis führte (vgl. Fischer, 2001, S.139). Durch die erschaffene wohlfühl Atmosphäre wurde die Motivation der Jugendliche angeknüpft, welches ausschlaggebend für die aktive Teilnahme war. 
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 +**Literatur** 
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 +Fischer, Corinna; “Das gehört jetzt irgendwie zu mir”. Mobilisierung von Jugendlichen aus den neuen Bundesländern zum Engagement in einem Umweltband; Eine Fallstudie am Beispiel der BUNDjugendM; Berlin; 2001  
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 +Flick, Uwe: Stationen des qualitativen Forschungsprozesses. In: Flick, Uwe (Hrsg.); Kardorff, Ernst von (Hrsg.); Keupp, Heiner (Hrsg.); Rosenstiel, Lutz von (Hrsg.); Wolff, Stephan (Hrsg.): Handbuch qualitative Sozialforschung : Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. München: Beltz-Psychologie-Verl.-Union, 1991.  
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 +Seminar Sozialwissenschaftliche Methoden EW 2014 – „07 Sitzung moodle 7.Sitzung: Analysieren einer Studie“ (SoSe 2014) Prof. Dr. Petra Grell – 28.05.2014
  
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