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lehre:sose2014:sozialwissmeth:analysen:tandem01



Tandem 01

  • Tandempartner 1: Burcu Ulu
  • Tandempartner 2: Blerina Sadiku

Gliederung:

1. Einleitung 2. Theorie- und Gegenstandsverhältnis 3. Annäherung an das Feld 4. Datenfixierung- und Interpretation 5. Geltung der Erkenntnisse 6. Schlusswort 7. Literatur

1. Einleitung

Die folgende Studienanalyse befasst sich mit der qualitativen Sozialforschung der von Alexander Lutter verfassten Dissertation „Wie sich Schülerinnen und Schüler ‚Integration‘ vorstellen. Eine empirische Untersuchung zum Bürgerbewusstsein am Beispiel Migration.“ Lutters Intention ist es den Erfahrungshorizont der Schüler zum Thema Migration und Integration zu erkunden, da die subjektiven Aneignungsperspektiven und Verstehenswege von Schüler/Innen für Lutter noch weitgehend unerforscht sind. (S.7)

2. Theorie- und Gegenstandsverhältnis

Das Erkenntnisinteresse Lutters lässt sich in folgenden Punkten unterteilen. Zum einen nach der Assoziation, die den Schüler/Innen mit dem Begriff der Integration einhergeht und folglich mit der Deutung dieser. Und es sei zu klären inwiefern diese Denkmuster von Vielfalt und Gemeinsamkeit geprägt sind. (vgl. S. 12) Dieses Erkenntnisinteresse begründet er mit der Feststellung, dass „bislang (…) eine systematische Forschung (…), die danach fragt, wie lebensweltliche Zugänge mit wissenschaftlichen Erklärungskonzepten didaktisch fruchtbar vermittelt werden können und welche Lernwege dabei entdeckt werden können.“, gänzlich mangeln. Lutter geht von der Annahme aus, dass durch fruchtbare Hinweise für nachhaltige Vorstellungsänderungen und die Entwicklung empirisch basierter Lehr- und Lerndesigns, durch die Beachtung der Schülerperspektiven ein Nutzen gezogen werden kann. (vgl. S.12) Anhand einem mehrstufig anzulegenden Untersuchungsprozess, der Didaktischen Strukturierung, sollen Erkenntnissinteressen der Untersuchung folgendermaßen gegliedert werden: (1) Konzeptuelle Vorstellung der Schüler/Innen, (2) kritische Untersuchung fachlicher Erklärungsansätze zur Integration, (3) Erklärung, inwiefern die Konzeptsysteme der Schüler/Innen durch Aspekte von Vielfalt und Gemeinsamkeit geprägt sind (4) kritische Einschätzung. Dieses Modell ist mit Flicks Perspektive der „Rekonstruktion subjektiver Handlungsfelder“ (Flick, S.152-153) zu vergleich.

3. Annäherung an das Feld

Die Begründung für den Zugriff auf qualitative Methoden müsse aus den spezifischen Bedingungen, Zielsetzungen und Erkenntnisinteressen herausgearbeitet werden, welches zur Folge hat, dass das konstitutive Prinzip der Methodenwahl deren spezifischen Gegenstandsangemessenheit ist. „Der Erschließung von Strukturen und Inhalten von Vorstellungen unterliegt komplexer methodischer Zugänge, wie sie qualitative Vorgehensweisen implizieren.„ (S.105) Lutter gestaltet die Rolle des Forschers als Teil des Erkenntnisprozesses und betrachtet das Verhältnis zwischen dem Forscher und der Beforschten als einen „kommunikativen Dialog zwischen Forschenden und Beforschten.“ Dialogische Erhebungsdaten bezeichnen zumeist qualitative Interviewtechniken, welche er folglich als Vorgehen für seine Datensammlung beansprucht. Das Interviewverfahren soll dabei „themenorientiert“ ablaufen. Sein Untersuchungsziel dabei ist die „Erfassung unterschiedlicher subjektiv empfundener Facetten von Vorstellungen in ihrer Verschiedenheit und in ihrer gemeinsam lebensweltlichen Prägung.“ (S.109) Der genaue Verlauf des Interviews lässt sich durch folgende Aspekte kennzeichnen: Es wurde ein Sampling mit 6 Schüler/Innen aus der 11. Klasse, im Alter von 17-19, mit und ohne Migrationshintergrund durchgeführt. Die Gestaltung des Interviews soll von Flexibilität und Offenheit geprägt sein, was zur Annahme führt, dass der Interviewer frei, offen und situationsangemessen interviewen soll und in bestimmten Situationen gezielt nachfragen kann. Weiterhin soll eine flexible und situationsangemessene Reaktion auf spontane Äußerung, auf Seiten der Beforschten, sicher gestellt werden. Ob diese gelockerte Atmosphäre tatsächlich gewährleistet werden kann, lässt sich in Frage stellen, da nach Lutter der Forscher „Kein Bestandteil der inneren schulischen Struktur sein“ (S.113) darf und somit ein Fremder sein muss.

4. Datenfixierung- und Interpretation

Die Interviews werden durch Tonaufzeichnungen festgehalten und folglich zur besseren Aufbereitung transkribiert und dienen somit als Grundlage für die Auswertung. Festzuhalten ist jedoch, dass „bei jedem einzelnen Aufbereitungsschritt ist im Zweifelsfall jedoch die Tonaufzeichnung als entscheidend zu betrachten.“ (S.120) Im Punkt 4.6.1.2 Redigieren der Aussagen legt Lutter fest, auf welche Weise die verschriftlichten Interviews für die inhaltliche Auswertung aufbereitet werden sollen. Diese seien das „Selegieren inhaltstragender Aussagen“; das „Auslassen von Redundanzen und Füllseln“; das „Überführen in eigenständige Aussagen“ und zuletzt das „Paraphrasieren“ (S. 121-122) Lutter ist sich beim Transkriptionsverfahren bewusst, dass eigene Interpretationen mit einfließen können, daher sollen die Transkripts wiederholt überprüft beziehungsweise erneut abgeglichen werden. Das Auswertungsverfahren von Lutter ist von zwei hauptsächlichen Komponenten geprägt. Zum einen die Auswertung selbst und zum anderen die Strukturierung. Die Auswertung kennzeichnet sich durch das Ordnen der Aussagen. „In diesem Arbeitsschritt werden die Aussagen thematischen Komplexen zugeordnet.“ (S.124) Die Strukturierung ist zum einen durch die Explikation bestimmt. Hierbei sollen Charakteristika des Verständnisses erschlossen, sprachliche Aspekte ausgelegt und Brüche und bestehende Probleme identifiziert werden. (vgl. Tabelle S.126) Weiterhin folgen die Schritte der Einzelstrukturierung, Identifizierung und Klassifizierung zu Konzepten. Durch diese genaue und systematische Beschreibung der Vorgehensweise erinnert die Studie mehr an eine quantitative, anstatt einer qualitativen Forschung.

5. Geltung der Erkenntnisse

Anders als in der quantitativen Forschung müssen bei der qualitativen differenzierte Gütekriterien angelegt werden. „Um die vorliegende Studie in einen angemessenen Rahmen von Qualitätsmerkmalen einzubinden- d.h., spezifisch anhand der zu Grunde liegenden Forschungsbedingungen zu konkretisieren, wird im Folgenden zunächst ein allgemeines Rahmengefüge von Gütekriterien skizziert.“ (S.29) Lutters erstes Gütekriterium ist die in 2.4.2 beschriebene „Intersubjektive Nachvollziehbarkeit“, dabei sollen „die Verfahrensweisen weithin durch die Dokumentation struktureller Forschungsentscheidungen anhand ihrer relevanten Bedingungen transparent angelegt, und somit nachvollziehbar werden können.“ (S.30) Weiterhin stellt Lutter das Kriterium „Indikation des Forschungsprozesses“ auf. Dabei handelt es sich um „ein umfassend angelegtes Kriterium, das den gesamten Forschungsprozess auf seine Angemessenheit hin prüft.“ (S.31) Sein drittes Kriterium ist die „Empirische Verankerung“, welche „die Angemessenheit einer vornehmlich aus den gewonnen Daten heraus begründbaren Theoriebildung“ (S.32) beschreibt. Des Weiteren folgt das Gütekriterium der „Limitation“, diese „leuchtet den Geltungsbereich der Untersuchungsergebnisse im qualitativen Kontexten aus.“ (S.33) Sein fünftes Gütekriterium ist die „Reflektierte Subjektivität“, welche „auf die Rolle des Forschenden innerhalb der Durchführung qualitativer Forschung“ (S.33) verweist. Sein letztes Kriterium ist die „Relevanz“. Dabei sollten folgende Fragen an die Theoriebezüge gerichtet werden: „Entwickelt die formulierte Fragestellung hinreichende Relevanz?, Worin lässt sich der spezifische Beitrag der generierten Theorie ausmachen?“ (S.34) Wie jedoch diese detaillierte Beschreibung seiner Gütekriterien konkret in seiner Forschung angewendet wird, bleibt dem Leser offen.

6. Schlusswort

Wie auch schon selbst Lutter in seiner Dissertation anmerkt ist eine systematische Forschung im Thema Integration und Migration heutzutage mangelhaft. Sein Ziel eine Verbesserung der Unterrichts- und Lernförderung ist somit hoch anzurechnen. Ob jedoch seine Forschungsergebnisse repräsentativ sind und die abstrakte Realität darstellen, lässt sich unserer Meinung nach in Frage stellen. Positiv anzumerken ist jedoch die detaillierte Beschreibung seiner Vorgehensweise, welche er stets mit Begründung untermauert.

7. Literatur Lutter, Andreas: Wie sich Schülerinnen und Schüler 'Integration' vorstellen. Eine empirische Untersuchung zum Bürgerbewusstsein am Beispiel Migration. Online verfügbar unter: http://oops.uni-oldenburg.de/913/1/lutwie09.pdf

Flick, Uwe; Stationen des qualitativen Forschungsprozesses; In: Flick/Kardoff/Rosenstiel/Wolff 1995, Seite 147-173.

Flick, Uwe; Sozialforschung. Methoden und Anwendungen; Ein Überblick für die BA-Studiengänge; 2. Auflage; Rowohlt Verlag; Reinbek; 2009.

Seminar, Sozialwissenschaftliche Methoden EW 2014 – „07 Sitzung moodle: Analysieren einer Studie“ (SoSe 2014) Prof. Dr. Petra Grell; 28.05.2014.

Zweiter Text: Begründete Einschätzung anderer Analysen

Das Ranking ist wie auch vielen anderen uns ebenfalls schwer gefallen. Es war zwischen einigen Tandems nicht einfach in der Bewertung zu unterscheiden. Unsere Kriterien für eine gute Studienanalyse waren vorallem die inhaltliche Struktur, wurde ein roter Faden eingehalten oder nicht und ob die Analyse für den Leser deutlich und verständlich verfasst wurde. Abschließend kann von unserer Seite gesagt werden, dass alle Tandems eine gute Analyse der Studie abgelegt haben und wir nur in Details unterschieden haben.

Tandem 16

Auf Platz eins haben wir Tandem 16. Dieses hat für uns rundum eine sehr gelungene Studienanalyse verfasst. Es wurden einfache und verständliche Sätze verwendet, die für den Leser gut zu lesen sind. Weiterhin wurde viel in eigenen Worten verfasst, welches zu einem besseren Verständnis der Studie beiträgt. Jeder Punkt ist für uns klar strukturiert und enthält die wichtigsten Aspekte der Studie. Ein roter Faden ist somit gewehrleistet.

Tandem 22

Auf Platz zwei setzen wir Tandem 22. Positiv anzumerken ist, dass die Analyse klar und deutlich gegliedert und inhaltlich ein roter Faden zu erkennen ist. Was uns weiterhin an der Studie positiv aufgefallen ist, ist das nicht nur beschrieben und erklärt wurde, sondern auch einige Aspekte der Studie bewertet wurden. Negativ anzumerken ist jedoch, dass ein außenstehender Leser wohlmöglich keinen umfassenden und klaren Eindruck von der Studie hätte. An manchen Stellen hätte man einfachere und kürzer formulierte Sätze verwenden können.

Tandem 5

Auf Platz drei ist bei uns Tandem 5. Der Text ist inhaltlich gut strukturiert und weist einen roten Faden auf. Der Leser bekommt durch die Analyse ein klares und deutliches Bild von der Studie, da die Wortwahl einfach und verständlich gehalten wurde. Weiterhin ist die ausführliche Literaturangabe positiv anzumerken. Einige inhaltliche Punkte hätten unserer Meinung eventuell näher beschrieben werden können um einen besseren Eindruck von der Studie zu bekommen.

Tandem 6

Bei Tandem 6 viel uns das Ranking schwer, da es sich mit Tandem 5 sehr ähnlich ist. Auch hier ist ein verständlicher, gut strukturierter Text vorzufinden, welcher für den Leser leicht zu lesen ist. Es wurden zwar alle vorgegebenen Punkte der Analyse eingehalten, jedoch mangelt es ein wenig an der eigenen Bewertung.

Tandem 18

Auf Platz fünf setzen wir Tandem 18. Hier ist uns die einfache Wortwahl positiv aufgefallen. Der Text ist rundum leicht zu verstehen und deutlich formuliert. Ein roter Faden ist auch zu erkennen. Leider ist die Analyse ein wenig knapp geraten. Einzelne Punkte wurden kurz beschrieben und nicht ausführlich genug ausformuliert. Weiterhin ist die Zitation nicht einheitlich und an manchen Stellen unklar, da keine genauen Angaben zu Textstellen angegeben wurden

Dritter Text: Endfassung

1. Einleitung

Die folgende Studienanalyse befasst sich mit der qualitativen Sozialforschung der von Alexander Lutter verfassten Dissertation „Wie sich Schülerinnen und Schüler ‚Integration‘ vorstellen. Eine empirische Untersuchung zum Bürgerbewusstsein am Beispiel Migration.“ Lutters Intention ist es den Erfahrungshorizont der Schüler zum Thema Migration und Integration zu erkunden, da die subjektiven Aneignungsperspektiven und Verstehenswege von Schüler/Innen für Lutter noch weitgehend unerforscht sind. (vgl. S.7)

2. Theorie- Gegenstandsverhältnis

Das Erkenntnisinteresse Lutters lässt sich in folgenden Punkten unterteilen. Zum einen nach der Assoziation, die den Schüler/Innen mit dem Begriff der Integration einhergeht und folglich mit der Deutung dieser. Und es sei zu klären inwiefern diese Denkmuster von Vielfalt und Gemeinsamkeit geprägt sind. (vgl. S. 12) Dieses Erkenntnisinteresse begründet er mit der Feststellung, dass „bislang (…) eine systematische Forschung (…), die danach fragt, wie lebensweltliche Zugänge mit wissenschaftlichen Erklärungskonzepten didaktisch fruchtbar vermittelt werden können und welche Lernwege dabei entdeckt werden können.“ (S.10), gänzlich mangeln. Lutter geht von der Annahme aus, dass durch fruchtbare Hinweise für nachhaltige Vorstellungsänderungen und die Entwicklung empirisch basierter Lehr- und Lerndesigns, durch die Beachtung der Schülerperspektiven ein Nutzen gezogen werden kann. (vgl. S.12) Anhand von einem mehrstufig ausgelegten Untersuchungsprozess, der Didaktischen Strukturierung, sollen Erkenntnissinteressen der Untersuchung folgendermaßen gegliedert werden: (1) Konzeptuelle Vorstellung der Schüler/Innen, (2) kritische Untersuchung fachlicher Erklärungsansätze zur Integration, (3) Erklärung, inwiefern die Konzeptsysteme der Schüler/Innen durch Aspekte von Vielfalt und Gemeinsamkeit geprägt sind (4) kritische Einschätzung. Dieses Modell ist mit Flicks Perspektive der „Rekonstruktion subjektiver Handlungsfelder“ (Flick, S.152-153) zu vergleich.

3. Annäherung an das Feld

Die Begründung für das Verwenden qualitativer Methoden müsse aus den spezifischen Bedingungen, Zielsetzungen und Erkenntnisinteressen herausgearbeitet werden. Dies hat zur Folge, dass das konstitutive Prinzip der Methodenwahl deren spezifischen Gegenstandsangemessenheit ist. „Der Erschließung von Strukturen und Inhalten von Vorstellungen unterliegt komplexer methodischer Zugänge, wie sie qualitative Vorgehensweisen implizieren.“ (S.105) Lutter gestaltet die Rolle des Forschers als Teil des Erkenntnisprozesses und betrachtet das Verhältnis zwischen dem Forscher und der Beforschten als einen „kommunikativen Dialog zwischen Forschenden und Beforschten.“ (S.107) Dialogische Erhebungsdaten bezeichnen zumeist qualitative Interviewtechniken, welche er folglich als Vorgehen für seine Datensammlung beansprucht. Das Interviewverfahren soll dabei „themenorientiert“ ablaufen. Sein Untersuchungsziel dabei ist die „Erfassung unterschiedlicher subjektiv empfundener Facetten von Vorstellungen in ihrer Verschiedenheit und in ihrer gemeinsam lebensweltlichen Prägung.“ (S.109) Der genaue Verlauf des Interviews lässt sich durch folgende Aspekte kennzeichnen: Es wurde ein Sampling mit 6 Schüler/Innen aus der 11. Klasse, im Alter von 17-19, mit und ohne Migrationshintergrund durchgeführt. Die Gestaltung des Interviews soll von Flexibilität und Offenheit geprägt sein, was zur Annahme führt, dass der Interviewer frei, offen und situationsangemessen interviewen soll und in bestimmten Situationen gezielt nachfragen kann. Weiterhin soll eine flexible und situationsangemessene Reaktion auf spontane Äußerungen von Seiten der Beforschten, sicher gestellt werden. Ob diese gelockerte Atmosphäre tatsächlich gewährleistet werden kann, lässt sich in Frage stellen, da nach Lutter der Forscher „Kein Bestandteil der inneren schulischen Struktur sein“ (S.113) darf und somit ein Fremder sein muss.

4. Datenfixierung – und Interpretation

Die Interviews werden durch Tonaufzeichnungen festgehalten und folglich zur besseren Aufbereitung transkribiert und dienen somit als Grundlage für die Auswertung. Festzuhalten ist jedoch, dass „bei jedem einzelnen Aufbereitungsschritt ist im Zweifelsfall jedoch die Tonaufzeichnung als entscheidend zu betrachten.“ (S.120) Im Punkt 4.6.1.2 Redigieren der Aussagen legt Lutter fest, auf welche Weise die verschriftlichten Interviews für die inhaltliche Auswertung aufbereitet werden sollen. Diese seien das „Selegieren inhaltstragender Aussagen“; das „Auslassen von Redundanzen und Füllseln“; das „Überführen in eigenständige Aussagen“ und zuletzt das „Paraphrasieren“ (S. 121-122) Lutter ist sich beim Transkriptionsverfahren bewusst, dass eigene Interpretationen mit einfließen können, daher sollen die Transkripte wiederholt überprüft beziehungsweise erneut abgeglichen werden. Das Auswertungsverfahren von Lutter ist von zwei hauptsächlichen Komponenten geprägt. Zum einen die Auswertung selbst und zum anderen die Strukturierung. Die Auswertung kennzeichnet sich durch das Ordnen der Aussagen. „In diesem Arbeitsschritt werden die Aussagen thematischen Komplexen zugeordnet.“ (S.124) Die Strukturierung ist zum einen durch die Explikation bestimmt. Hierbei sollen Charakteristika des Verständnisses erschlossen, sprachliche Aspekte ausgelegt und Brüche und bestehende Probleme identifiziert werden. (vgl. Tabelle S.126) Weiterhin folgen die Schritte der Einzelstrukturierung, Identifizierung und Klassifizierung zu Konzepten. Durch diese genaue und systematische Beschreibung der Vorgehensweise erinnert die Studie mehr an eine quantitative, anstatt einer qualitativen Forschung.

5. Geltung der Erkenntnisse

Anders als in der quantitativen Forschung müssen bei der qualitativen differenzierte Gütekriterien angelegt werden. „Um die vorliegende Studie in einen angemessenen Rahmen von Qualitätsmerkmalen einzubinden- d.h., spezifisch anhand der zu Grunde liegenden Forschungsbedingungen zu konkretisieren, wird im Folgenden zunächst ein allgemeines Rahmengefüge von Gütekriterien skizziert.“ (S.29) Lutters erstes Gütekriterium ist die in 2.4.2 beschriebene „Intersubjektive Nachvollziehbarkeit“, dabei sollen „die Verfahrensweisen weithin durch die Dokumentation struktureller Forschungsentscheidungen anhand ihrer relevanten Bedingungen transparent angelegt, und somit nachvollziehbar werden können.“ (S.30) Weiterhin stellt Lutter das Kriterium „Indikation des Forschungsprozesses“ auf. Dabei handelt es sich um „ein umfassend angelegtes Kriterium, das den gesamten Forschungsprozess auf seine Angemessenheit hin prüft.“ (S.31) Sein drittes Kriterium ist die „Empirische Verankerung“, welche „die Angemessenheit einer vornehmlich aus den gewonnen Daten heraus begründbaren Theoriebildung“ (S.32) beschreibt. Des Weiteren folgt das Gütekriterium der „Limitation“, diese „leuchtet den Geltungsbereich der Untersuchungsergebnisse im qualitativen Kontexten aus.“ (S.33) Sein fünftes Gütekriterium ist die „Reflektierte Subjektivität“, welche „auf die Rolle des Forschenden innerhalb der Durchführung qualitativer Forschung“ (S.33) verweist. Sein letztes Kriterium ist die „Relevanz“. Dabei sollten folgende Fragen an die Theoriebezüge gerichtet werden: „Entwickelt die formulierte Fragestellung hinreichende Relevanz, Worin lässt sich der spezifische Beitrag der generierten Theorie ausmachen?“ (S.34) Wie jedoch diese detaillierte Beschreibung seiner Gütekriterien konkret in seiner Forschung angewendet wird, bleibt dem Leser offen.

6. Schlusswort

Wie auch schon selbst Lutter in seiner Dissertation anmerkt ist eine systematische Forschung im Thema Integration und Migration heutzutage mangelhaft. Sein Ziel eine Verbesserung der Unterrichts- und Lernförderung ist somit hoch anzurechnen. Ob jedoch seine Forschungsergebnisse repräsentativ sind und die abstrakte Realität darstellen, lässt sich unserer Meinung nach in Frage stellen. Positiv anzumerken ist jedoch die detaillierte Beschreibung seiner Vorgehensweise, welche er stets mit Begründung untermauert.

7. Literatur

Lutter, Andreas: Wie sich Schülerinnen und Schüler 'Integration' vorstellen. Eine empirische Untersuchung zum Bürgerbewusstsein am Beispiel Migration. Online verfügbar unter: http://oops.uni-oldenburg.de/913/1/lutwie09.pdf

Flick, Uwe; Stationen des qualitativen Forschungsprozesses; In: Flick/Kardoff/Rosenstiel/Wolff 1995, Seite 147-173.

Flick, Uwe; Sozialforschung. Methoden und Anwendungen; Ein Überblick für die BA-Studiengänge; 2. Auflage; Rowohlt Verlag; Reinbek; 2009.

Seminar, Sozialwissenschaftliche Methoden EW 2014 – „07 Sitzung moodle: Analysieren einer Studie“ (SoSe 2014) Prof. Dr. Petra Grell; 28.05.2014.

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